Feuerwehreinsatz in Neunkirchen

Trockenheit sorgt für ersten großen Waldbrand

Da war der Waldbrand schon unter Kontrolle: Das Auto der Rollhofener Feuerwehr steht nahe der Kläranlage in Neunkirchen in Bereitschaft. Foto: Sichelstiel2015/08/waldbrand_motocross_neunkirchen.jpg

NÜRNBERGER LAND — Hoch bis sehr hoch: So schätzen Experten derzeit die Waldbrandgefahr ein. Am Donnerstag kämpften mehrere Feuerwehren nahe der
Neunkirchener Motocross-Strecke gegen Flammen, am Mittwoch gab es einen ausgedehnten Flächenbrand auf einem Laufer Gartengrundstück. Die Regierung warnt und verstärkt gleichzeitig die Vorsichtsmaßnahmen.

Seit Donnerstag sind die ehrenamtlichen Piloten der mittelfränkischen Flugrettungsstaffel wieder in der Luft, um Waldbrände frühzeitig erkennen zu können. Vorläufig bis Montag hat die Regierung ihren Einsatz angeordnet, „aufgrund der derzeit herrschenden hohen bis sehr hohen Waldbrandgefahr“. Das heißt: Von insgesamt fünf Warnstufen ist inzwischen mancherorts schon die höchste erreicht, so trocken und heiß ist es.

Per Funk können die Flugzeugbesatzungen – neben dem Piloten ist je ein Beobachter von Feuerwehr und Forstbehörde an Bord – die Einsatzkräfte alarmieren und zur Brandstelle lotsen. Beflogen wird eine festgelegte Route, die von Dechsendorf bei Erlangen über Schnaittach und Hersbruck bis nach Pleinfeld sowie zurück über Buchenbühl und Tennenlohe führt. Auf diese Weise, so die Pressestelle der Regierung, „können die besonders gefährdeten Waldgebiete wie der Sebalder und Lorenzer Reichswald“ gut eingesehen werden.

Doch nicht nur der Reichswald ist gefährdet: Am Donnerstag brannte es südlich der Bahnstrecke bei Neunkirchen. Ausgebrochen war das Feuer nahe der dortigen Motocross-Strecke zwischen Faunberg und Kläranlage.

Glasflaschen als Auslöser?

Auf rund 3000 Quadratmetern qualmte das Unterholz, einzelne Rauchschwaden zogen in Richtung Bahnhof. Die genaue Ursache ist noch unklar, allerdings entdeckte die Feuerwehr eine Art Versammlungsplatz im Wald. Dort lagen auch viele leere Flaschen – bei starker Sonneneinstrahlung und großer Trockenheit reicht schon eine Scherbe aus, um ein Feuer zu entfachen.

Rund zweieinhalb Stunden dauerte der nachmittägliche Einsatz, der vor allem deshalb schwierig war, weil es mitten im Wald keine Wasserversorgung gibt. Die Ehrenamtlichen aus dem ganzen Neunkirchener Gemeindegebiet, aus Lauf und aus dem benachbarten Ottensoos richteten darum einen Pendelverkehr zu einem Hydranten am derzeit wegen Bauarbeiten gesperrten Bahnübergang im Süden des Orts ein. Fahrzeug für Fahrzeug wurde dort befüllt – bis die Lage unter Kontrolle war.
Zum Einsatz kam nicht nur Löschwasser, sondern auch sogenanntes Netzmittel. Es setzt die Oberflächenspannung des Wasser herab und sorgt auf diese Weise dafür, dass sich der trockene Boden gut vollsaugen kann. Das verhindert unter anderem ein erneutes Aufflammen.

Bereits einen Tag zuvor, am Mittwoch, beschäftigte die Laufer und Wetzendorfer Feuerwehr ein ausgedehnter Flächenbrand. Zufällig bemerkt hatte das Feuer, das auf einem größeren Grundstück in der Röthenbacher Straße ausgebrochen war, eine Streife der Polizei.

Die Beamten unternahmen selbst erste Löschversuche und wurden dann von den Brandbekämpfern abgelöst, die die Flammen schnell unter Kontrolle brachten. Derzeit, so die Polizei sei von einer „Selbstentzündung eines Grashaufens“ auszugehen.

Rauchen ist im Wald verboten

Die Forstverwaltung weist darauf hin, dass bis einschließlich 31. Oktober ein Rauchverbot in den Wäldern gilt. Auch Autofahrer sollten vorsichtig sein: Wer auf trockenem Gras parkt, kann einen Brand auslösen – und zwar durch die Hitze des Katalysators. Im Wald oder in Waldnähe – bis zu 100 Meter – dürfen keine offenen Feuer entzündet werden.

N-Land Andreas Sichelstiel
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