Viele Besucher beim Speikerner Hopfenfest

Kleine Abenteuer, Samba und Tradition

Die Hopfenkränze und -sträuße, die frisch an diesem Stand (linkes Bild) entstanden, waren begehrt. Für Pep sorgte die Sambatruppe von „arteschock“ mit ihrer Einlage (rechtes Bild)2015/09/106984_SpeikernHopfenfestHopfenkranzherstellergja_New_1442244663.jpg

SPEIKERN (gja) — Bei Traumwetter gab es auf das 26. Hopfenfest in Speikern einen wahren Besucheransturm. Alles drehte sich um die Dolden, dazu kam weitere Unterhaltung.

Auf dem Gelände zwischen „Fränkischer Hopfenscheune“ und dem Bauernhof des „Simmersbauern“ gab es fast kein Durchkommen mehr. Schon der Spaziergang durch die Kersbacher Straße hinauf mit diversen Handwerkerständen versetzte in die „gute alte Zeit“. Im Museumsgarten gab es dann reichlich Speis und Trank und vieles mehr, alles organisiert von etwa 80 Mitgliedern und weiteren Helfern des Heimat- und Geschichtvereins. Aufgestellte Schautafeln gaben vielfältige Hinweise auf die alte Hopfenkultur. Auch hier waren Stände und am Eingang des Gartens werkelten Frauen im Akkord, um alle Wünsche nach einem duftenden Hopfenkranz oder -strauß zu erfüllen.

Natürlich war auch an die kleinsten Besucher gedacht – an der Milchstraße stand eine voll beanspruchte Hüpfburg, beim „Simmersbauern“ startete der Traktor von Gerhard Merkl zum Hopfenfeld, was schon ein „kleines Abenteuer“ war. Dort erläuterte Merkl mit Hopfenreben in der Hand, dass der Spruch „Der Hopfen will jeden Tag seinen Herrn sehen“ tatsächlich zutriff. Denn bis zur Ernte muss der Hopfenbauer viel beachten und arbeiten.

In seiner Hopfenscheune erklärte Merkl dann die weiteren Arbeitsvorgänge, die mit dem Einhängen der Reben in die Pflückmaschine beginnen. Danach transportiert das Förderband den Hopfen in einen Sammelbehälter und von dort in den Trockenturm. Später wird der Hopfen in Säcke gefüllt, die bis zu 85 Kilo wiegen. Der Abfall landet als Dünger auf den Feldern.

Im Museum war noch viel mehr zu erfahren. Die Entwicklung des Hopfenanbaugebietes „Hersbrucker Gebirge“ wird im Erdgeschoss anhand vieler Arbeitsgeräte ersichtlich und eines original nachgebautem Hopfenfeldes, dessen Stangenanlage früher im Besitz des Hopfenbauern Fritz Koch aus Deinsdorf war. Das gesamte erste Obergeschoss ist mit historischen Exponaten ausgefüllt. Thomas Häfner wusste dazu so manch interessante Geschichte zu erzählen – ebenso stieß die Sonderausstellung „Von Tante Emma bis Amazon – Handel im Wandel“ auf viel Interesse.

Bei den stündlichen Tanzvorführungen und Wettbewerben vor dem Museum war einiges geboten: Zuerst begeisterte die Laufer Sambagruppe arteschock die Zuschauer, danach eine Hip-Hop-Gruppe der Tanzschule Steinlein. Ein weiterer Höhepunkt war der Hopfenpflück-Wettbewerb. Genügend Teilnehmer waren vorhanden, dafür wegen des trockenen Sommers weniger Reben. Tagessieger wurde Renosch Jurkowski aus Speikern, der in drei Minuten 236 Gramm schaffte, vor Laura Phillip (183) und Manfred Bartel aus Ottensoos (136).

N-Land Pegnitz-Zeitung
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