Wasserversorgung in Ranna

Sanierung der Hochbehälter wird kommen

Mittelfristig wird eine Sanierung der beiden knapp 90 Jahre alten Hochbehälter nötig sein. Aus den Rücklagen ist eine solche Investition nicht zu stemmen. | Foto: B. Grüner2021/01/redwebe-nn-peg-20210104-115531-2.jpg

MOSENBERG/RANNA – Knapp 90 Jahre alt sind die Hochbehälter und die Leitungen des Zweckverbands zur Wasserversorgung der Pegnitzortschaften. Das Trinkwasser ist günstig, doch wenn investiert werden muss, werden sich wohl auch die Bürger beteiligen müssen.

Anfang des letzten Jahrhunderts baute die EWAG Nürnberg das Wasserwerk Ranna, das seit 1912 etwa ein Drittel der Nürnberger Bürger mit Trinkwasser versorgt. Das Großunternehmen hatte vor, das Einzugsgebiet zu erweitern. Die Menschen in den Ortschaften Fischstein, Ober- und Unterbrand, Rauhenstein, Mosenberg, Ranna und Lehnershof hatten Angst, dass die eigenen Brunnen nicht mehr genug Wasser liefern könnten und schlossen sich im Zweckverband zusammen.

Startschuss in Zwanzigern

Im September 1927 begannen die ersten Überlegungen und Vorbereitungen, die offizielle Gründung war am 26. Juli 1929. Danach begannen die Planungen für den Bau der Wasserleitung und der Hochbehälter. Diese gingen 1931 in Betrieb. Ein Hochbehälter ist am Vogelberg in Mosenberg, der andere auf dem Gebiet der früheren Gemeinde Fischstein.

„Es ist ein Dreiländereck hier“, sagt Vorsitzender Johannes Kipfer. Die beiden Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von jeweils 120 Kubikmetern liegen auf oberfränkischem Gebiet, versorgt werden die Haushalte im mittelfränkischen Mosenberg und im oberpfälzischen Ranna. Die beiden Behälter sind so gebaut worden, dass Pumpen nicht notwendig sind. Vielmehr fließt das Wasser in freiem Fall in die Leitungen und von da aus in die Wohnhäuser und zu acht landwirtschaftlichen Anwesen.

Bis in die späten 50er Jahre hatte der Zweckverband eigene Brunnen in Rauhenstein und Mosenberg. Letzterer lag im Überschwemmungsgebiet der Pegnitz. Die Wasserqualität war nicht mehr ausreichend. Seit August 1961 kauft der Zweckverband sein Trinkwasser von der N-Ergie. Vom Wasserwerk Ranna aus wird das Wasser in die beiden Hochbehälter gepumpt. Die Befüllung ist am frühen Morgen, weiß Kipfer. Sollten die insgesamt 240 Kubikmeter nicht ausreichen, wird bei den Instrumenten der N-Ergie ein Druckabfall angezeigt und die Pumpen springen an.

Guter Preis

Der Zweckverband kauft das Wasser zu einem „Freundschaftspreis“ ein. Das hängt unter anderem mit der wegen dem Wasserschutz notwendigen Auflösung von Fischstein, Brand und Rauhenstein zusammen. So kann das Wasser auch günstig an die Bürger abgegeben werden.

Aktuell zahlen die Wassernutzer jährlich 18 Euro Grundgebühr pro Zähler und zusätzlich 30 Cent pro Kubikmeter Wasser. Zum Vergleich: Die Bürger in Auerbach zahlen für die gleiche Menge 1,68 Euro, die Neuhauser Bürger werden mit 1,93 Euro pro Kubikmeter zur Kasse gebeten.

Obwohl das Trinkwasser günstig eingekauft wird, hat der Zweckverband kaum Rücklagen. Schließlich müssen zweimal jährlich Wasserproben aus den Hochbehältern in einem Fachlabor untersucht werden. „Das kostet uns rund 1000 Euro“, weiß der Vorsitzende. Dazu kommen Ausgaben für kurzfristige Reparaturen, etwa bei einem Rohrbruch. Auch einige Absperrschieber müssen in absehbarer Zeit erneuert werden.

Zwei Hauptleitungen

Wenn die Hochbehälter saniert werden müssen, werden sich wohl alle Wasserbezieher beteiligen müssen. Bei kurzfristigen Problemen mit der Zuleitung oder einem Hochbehälter ist eine Notverbundleitung möglich. Diese verbindet die beiden Wasserhauptleitungen, so dass nur ein Hochbehälter vorübergehend alle Ortsteile versorgen kann.

Momentan versorgt der Zweckverband 85 Häuser in Mosenberg und 75 in Ranna und Lehnershof. Im Durchschnitt verbrauchen die Abnehmer pro Jahr 33 000 Kubikmeter Wasser, 9000 davon gehen an Landwirte. Im Zweckverband sind zwölf Verbandsräte tätig: sieben aus Mosenberg und fünf aus Ranna. Neben den beiden geborenen Mitgliedern, den Bürgermeistern aus Auerbach und Neuhaus/Pegnitz, haben die kommunalen Gremien Verbandsräte bestellt.

In diesem Jahr konnte sich das Gremium, das auch den Vorsitzenden wählt, wegen der Corona-Pandemie noch gar nicht treffen, erklärt Johannes Kipfer. Er ist seit 2013 als Nachfolger von Franz Reihl im Amt und hat sich gut eingearbeitet. Einen Stellvertreter gibt es aktuell nicht, da Wolfgang Klier aus Ranna Ende Juli verstorben ist. Alle Ämter – auch die eines Wasserwarts – werden ehrenamtlich ausgeübt. Spätestens in der Legislaturperiode ab 2026 werden die Verbandsräte wohl über anstehende Sanierungsmaßnahmen beraten müssen. Bis dahin sind die Hochbehälter 95 Jahre alt.

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