Arbeiten in Neuhaus

Burgsanierung wird Jahre dauern

Im Zentrum der Sanierungsmaßnahmen steht das Herrenhaus, das eine wichtige Rolle im neuen Nutzungskonzept für die Burg spielt. | Foto: K. Möller2019/03/Burg2.jpg

NEUHAUS – Seit Herbst 2017 laufen Vorarbeiten zur Sanierung der Burg Veldenstein. Nun trete man in eine neue Bauphase ein, erklärte Johannes Kick vom Bereich Hochbau des Staatlichen Bauamtes Erlangen-Nürnberg bei einer Begehung der Burganlage. Trotzdem: Die Neuhauser werden sich noch ein paar Jahre gedulden müssen, bis die Burg wieder für Besucher zugänglich ist.

Reger Betrieb herrschte Ende vergangener Woche auf der Burg. Arbeiter einer Spezialfirma für Rückbau und Entkernung verluden nach ihrem dreimonatigen Einsatz Arbeitsgeräte und Maschinen für den Abtransport. Seit November 2018 haben sie statische Abbrucharbeiten im Herrenhaus, im Verwaltergebäude und im Bergfried durchgeführt, so Vorarbeiter Frank Müller aus dem sächsischen Guben. Diese hätten vor allem in der Freilegung von Balken in Decke und Boden bestanden, um deren Lage im Mauerwerk und deren statische Beschaffenheit zu überprüfen. Nun könne eine „statische Sanierung“ der alten Balken vorgenommen werden.

Gauben kommen weg

Sibylle Heinisch vom Staatlichen Bauamt betreut die Generalsanierung. Sie erläutert die Maßnahmen, die im Frühjahr anlaufen: Das Herrenhaus, das Verwaltergebäude sowie der Nordostturm werden nach einem Rückbau statisch gesichert und saniert. Der Rückbau umfasst vor allem spätere Einbauten, die nicht unter den Denkmalschutz fallen. Dazu zählen die Gauben auf dem Dach des Herrenhauses. Die wird es nach der Sanierung nicht mehr geben.

Im Bergfried haben Zimmerer bereits Stockwerk für Stockwerk mit den Renovierungen begonnen, wobei sie die zum Teil instabilen Deckenbalken mit Schlaudern sichern. Eine weitere große Maßnahme ist die Sanierung aller Außenmauern. Vorwiegend gilt es hier, schadhafte Fugen auszubessern. Sollten Mauerteile Ausbeulungen aufweisen, wären zusätzliche Stabilisierungsmaßnahmen nötig. Keinen Rückbau wird es in den Stallungen geben. Hier sieht das Bauamt keine Notwendigkeit. Das Nebengebäude fällt damit in Zukunft unter die normale bauliche Betreuung.

Das Wasserproblem der Anlage wird durch den Bau eines Rückhaltebeckens gelöst, in dem das Regenwasser der Dachrinnen und das Wasser aus der Drainage gesammelt werden. Das Becken unter dem äußeren Burghof ist bereits fest für den Brandschutz eingeplant. Überschüssiges Wasser wird über den Burgberg in die Pegnitz eingeleitet. Die dafür notwendigen Rodungen sind erfolgt.

Sanierung wird frühestens Ende 2021 fertig

Bei optimaler Planung und Ausschreibung aller erforderlichen Baumaßnahmen rechnet Heinisch frühestens Ende 2021 mit der Beendigung der Generalsanierung. Aber da dürfe auch nichts mehr dazwischenkommen. Erst dann könne man mit der baulichen Verwirklichung des endgültigen Nutzungskonzepts beginnen, in das künftige Mieter oder Pächter ihre Vorstellungen einbringen können.

Begehungen mit Interessenten habe es in letzter Zeit schon gegeben, wusste Bürgermeister Josef Springer. Allerdings gebe es hier im Augenblick noch keine endgültige Entscheidung. Ob die geplante Nutzung der Burg als Familienhotel immer noch favorisiert werde, konnte Springer auch nicht sagen. Da er immer wieder wegen der Burg angesprochen werde, sei er froh, dass die Generalsanierung jetzt angelaufen sei. Die in diesem Jahr anstehende 750-Jahr-Feier des Ortes, die man erst nach Wiedereröffnung der Burg feiern will, werde man auf jeden Fall verschieben müssen.

Voll im Budget

Was die Finanzen betreffe, so Johannes Kick, liege man derzeit voll im Budget. Sofern keine neuen Probleme auftauchen, so sei die Finanzierung für 2019 auf jeden Fall gesichert. 2017 hat der Freistaat Bayern 6,8 Millionen Euro für die Sanierung des ortsprägenden Gebäudes bereitgestellt. Da rechnete man jedoch im Jahr 2020 mit einem Ende der Arbeiten.

N-Land Klaus Möller
Klaus Möller