Veldensteiner Festival

Begeisterung auf der Burg Neuhaus

Bei „Heidi“ müssen die Kuhglocken läuten, und neben schlauen Texten geht es bei Goisern einfach auch um den Spaß an der Musik. Foto: Grzesiek2012/07/5_2_1_2_20120724_GOISERN.jpg

NEUHAUS – Einen wilden und nachdenklichen Ausklang bescherte Hubert von Goisern dem diesjährigen (und letzten?) Veldenstein-Festival auf der Neuhauser Burg. 2000 Fans lauschten, tanzten, sangen und erklatschten lange Zugaben.

Eine so romantische Burg mit so wechselvoller Geschichte findet sicher auch ein Hubert von Goisern nicht alle Tage. Und die roten Wohnzimmer-Stehlampen auf der Bühne kündigten an, dass es ein heimeliger Abend mit dem von nah und fern angereisten Publikum werden könnte. So war der Österreicher anfangs bei seiner Suche nach Landsleuten im Publikum noch ganz gesprächig. Zur Heiligen-Anrufung in „I versteh di nit“ wusste Goisern die Neuhauser gar auf ihre Heiligen Peter und Paul hinzuweisen.

Bei seinem letzten Frankenbesuch im Frühjahr in der Meistersingerhalle hatte der Meister noch geklagt, dass das Publikum zwischen den Stühlen nicht tanzen könne. Im ausverkauften Veldensteiner Burggraben war jetzt Gelegenheit. Die Partystimmung war bei den Jüngeren im altersmäßig bunt gemischten Publikum so gut, dass diesmal Goiserns leisere Töne und seine oft sehr nachdenklichen und witzigen Moderationen im Small-Talk der Zuschauer unterzugehen drohten. „Es kommt glei wieder was Schneller s, wo s net stört, wann s ihr red st“, versprach der Volks-, Welt- und Schlagermusiker nach dem ersten Drittel leicht resigniert und schaltete dann von den melancholisch bis politischen Liedern der neuen CD „Entwederundoder“ auf seine Hitparaden-Zeit mit den Alpinkatzen um: „I hör s ja net, wann s red s, aber ihr hört s a nix.“ Spätestens mit dem „Hiatamadl“ hatte Goisern dann alle seine Fans wieder eingefangen —auch wenn statt der einst heißen Alpinkatzen jetzt eher moderesistente Jungmusiker auf der Bühne standen.

Und mit dem aktuellen Hit „Brenna tuat s guat“ setzte er sicherheitshalber nach knapp zwei Stunden schon mal einen Schlusspunkt — um sich dann mit zwei langen Zugaben nochmal in den Spaß an der Musik hineinzusteigern. Ganz am Schluss, die Nacht war schon da, kam der wandelbare Musiker noch einmal allein mit seiner Gitarre auf die Bühne. Mit „Weit weit weg“, auch das ein alter Hit, hatte er die Lauscher wieder auf seiner Seite.

Und so könnte es nächstes Jahr auf Burg Veldenstein weitergehen — mit der bewährten Mischung aus Hardrock, Comedy, Folk und Weltmusik. Wenn der Veranstalter nur wüsste, wer 2013 Burgherr und Pächter sein wird. Wenn Kommunalpolitiker sich mal für Jugend und Kultur einsetzen wollen: Hier läge im Clinch mit der immobilen Immobilienverwaltung des Freistaats eine echte Aufgabe.

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