Abschied vom Präsidium in Hersbruck

Nach 44 Jahren im Dienst der Polizei: „Letzter Babyboomer“ geht in Pension

Dienststellenleiter Bernhard Distler (r.) verabschiedete Dietmar Faltermeier nach 25 Jahren bei der Polizei Hersbruck | Foto: Polizei Hersbruck2022/04/FALTERMEIERAbschied.jpeg

Hersbruck – „Ich bin der letzte der Babyboomer“, scherzt Dietmar Faltermeier. Denn mit seinem Start in den Ruhestand vollziehe sich bei der Polizei Hersbruck ein „kompletter Generationenwechsel“. Mit ihm legt in der Dienststelle der letzte seiner Generation die Uniform ab – und einer, der wohl Hunderten von Schülern das Fahrradfahren beigebracht hat.

44 Jahre im Polizeidienst, 25 davon in Hersbruck – Faltermeiers damalige Entscheidung, ein Gesetzeshüter zu werden, war scheinbar die richtige. „Ich wollte nicht in einer Fabrik oder einem Büro arbeiten, sondern auch mal rauskommen und Abwechslung haben“, erinnert er sich.

Der Umgang mit Leuten – die man als Polizist übrigens „nie von oben herab behandeln“ und „auch mit Betrunkenen normal reden“ sollte – habe ihm schon immer Spaß gemacht. Genauso wie die Arbeit mit Kindern in der Verkehrsschule. Seit 2001 stand er – damals noch mit Klaus Hauenstein , später dann mit Helmut Hartmann – regelmäßig auf dem Übungsplatz beim Plärrer und erklärte den Grundschülern alles rund um Vorfahrt, Ampeln und Zebrastreifen.

Übung macht den Meister

Viele Generationen von Schülern hat der Henfenfelder auf ihrem Weg zum Fahrradführerschein begleitet. Immer mal wieder habe es da welche gegeben, die noch nie auf einem Drahtesel gesessen hätten, erinnert er sich – früher wie heute. Und jedes Mal habe es ihn erstaunt, wie schnell die Kinder es dann doch lernten. Vorher übten sie mit den Schulbegleitern auf dem Skaterplatz zunächst die Grundlagen. Doch um möglichst rasch bei seiner Gruppe mitfahren zu können, habe sie scheinbar der Ehrgeiz gepackt, und sie trainierten auch zu Hause fleißig weiter.

Google Maps

Mit dem Laden der Karte akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Google.
Mehr erfahren

Karte laden

Einen kleinen Unterschied zwischen seinen Anfängen und heute stellt er aber doch fest: „Ich hatte in den letzten Jahren das Gefühl, dass die Konzentration und Aufmerksamkeit bei den Kindern nicht mehr so ausgeprägt war.“

Wichtiger Fahrradführerschein

Ob es an Corona, dem Handykonsum oder anderem lag, sei schwierig zu sagen. Immer sei dagegen spürbar gewesen, dass es allen Schülern sehr wichtig war, den Fahrradführerschein zu bestehen. Denn das Radeln liege früher wie heute auch bei den Jüngsten im Trend.

Weil Faltermeier durch seine langjährige Arbeit so vielen Kindern und Eltern bekannt wurde, bezeichnete ihn Dienststellenleiter Bernhard Distler bei dessen Verabschiedung wohl auch als „das Gesicht der PI Hersbruck“ und einen „Mann für alle Fälle“. Neben der Jugendverkehrsschule war er mitverantwortlich für den Verkehrsbereich. Seine Hauptaufgabe war jedoch die Tätigkeit als Waffen- und Gerätewart. Distler lobte zudem die umfangreichen Kenntnisse und die Hilfsbereitschaft des frischgebackenen Pensionärs.Weiter in Öffentlichkeit

Die Beschäftigten schenkten Faltermeier zum Abschied für seine Leidenschaft, das Grillen, die entsprechende Ausrüstung. Ganz wird er jedoch nicht aus dem öffentlichen Dienst verschwinden.: Weiterhin bleibt er zweiter Bürgermeister in Henfenfeld.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren