Protest gegen Pläne für Gewerbegebiet

Menschenkette für den Letten-Wald

„Stoppt die Bannwaldrodung“: Das forderten die Teilnehmer einer Demonstration, die sich schützend vor das Waldstück an der Straße von Lauf in Richtung Diepersdorf stellten. | Foto: Grüne/Ortsverband Lauf2021/06/schutzende-hande-bannwald-letten.jpg

Lauf. Die Teilnehmer einer vom Laufer Grünen-Ortsverband organisierten Demonstration haben am Wochenende eine mehrere Hundert Meter lange Menschenkette gebildet. Symbolisch stellten sie sich schützend vor die Bäume, die an der Straße zwischen Lauf-Süd und Letten fallen sollen. Dort plant das E-Mobility-Unternehmen ABL ein neues Werk, etwa acht Hektar Bannwald müssten dafür weichen (die Pegnitz-Zeitung berichtete).

Der Forstfachmann und frühere Grünen-Stadtrat Hans Kern, seit Jahrzehnten im Bannwaldschutz aktiv, erinnerte daran, dass genau in diesem Gebiet die geplanten B-14-Trasse durch den Schönberger Wald erfolgreich verhindert werden konnte. Kern: „Den Bannwald heute dauerhaft zu schützen, ist umso wichtiger, da sich durch den Klimawandel der Zustand des Waldes massiv verschlechtert.“

„Wunderbarer Baumbestand“

Ahmet Eryazıcı von der Grünen-Fraktion forderte: „Geben wir dem Wald eine Stimme!“ Der Bannwald sei keine Verfügungsmasse, die man mal eben rode und dafür Ersatzpflanzungen schaffe. Er diene dem Gemeinwohl und der Daseinsvorsorge. „Im Zuge der Diskussion um das angedachte Industriegebiet meinten einige, das wäre doch nur ein ‚Steckerleswald‘ im Zwickel zwischen Autobahn und Landstraße“, so der Stadtrat, „ ich habe gestaunt, dass ich stattdessen einen unberührten Naturraum mit wunderbarem Baumbestand gefunden habe“.

Lydia Hufmann-Bisping, die Ortssprecherin der Partei, appellierte an die Staatsregierung als Eigentümerin des Waldes, ihren Worten Taten folgen zu lassen: „Wer den Klimaschutz nach dem Bundesverfassungsurteil ernst nehmen will und ein Klimaschutzgesetz verabschiedet, der hat jetzt konsequent zu handeln!“ Ausgleichspflanzungen erreichten keinen angemessenen Klimaschutz und schadeten der heimischen Landwirtschaft. Hufmann-Bisping will stattdessen auf „qualifizierte Raumplanung und interkommunale Zusammenarbeit“ setzen, um dem Unternehmen Alternativen anzubieten.

Zuletzt hatte die Röthenbacher CSU ins Spiel gebracht, dass ABL doch in die Nachbarstadt ausweichen könnte, wo es südlich der S-Bahn-Linie noch freie Flächen gebe.

Der Wald sei „wichtiger Freund und Verbündeter in der Klimakrise“, so auch die Position der Redner der neu gegründeten Bürgerinitiative „BiBaLa“, die sich bei der Demonstration vorstellte.

Vorausgegangen war der Menschenkette eine Radtour von den Pegnitzwiesen durch den Schönberger Spitalwald und entlang der Kreisstraße LAU 7. Dabei ging es auch um den geplanten Vollausbau dieser Strecke in Richtung Schönberg, für den ebenfalls Bäume fallen sollen.

Grüne/AS

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