Auszeichnung für Feuchter SPD-Urgestein

Mann der Stunde Null

Norbert Walter-Borjans (links) würdigt Kurt Dilfers jahrzehntelanges Engagement für die Sozialdemokratie. Rechts Marcel Schneider, der die Laudatio auf den Jubilar hielt. | Foto: Alex Blinten2020/03/Feucht-Dilfer-scaled.jpg

FEUCHT – Zur Auszeichnung von Kurt Dilfer anlässlich dessen 75-jähriger Mitgliedschaft in der SPD kam der Parteivorsitzende Norbert Walter-Borjans nach Feucht.

So schwierig der Umgang der SPD mit ihrem Führungspersonal auf Bundesebene oft ist, so nobel und fürsorglich geht die Partei mit langjährigen Mitgliedern um. Kurt Dilfer aus Feucht ist seit 75 Jahren in der SPD. Als Marcel Schneider, stellvertretender Bezirksvorsitzender der SPD Mittelfranken, im Willy-Brandt-Haus in Berlin anfragte, wer denn zur Auszeichnung von Kurt Dilfer kommen könnte, war sofort klar, dass der Bundesvorsitzende Norbert Walter-Borjans das persönlich übernehmen würde. Weil der Jubilar einer der SPD-Mitglieder mit der längsten Mitgliedschaft in ganz Deutschland ist.
Nowabo, wie der Chef der Sozialdemokraten von vielen Genossen genannt wird, traf Kurt Dilfer im Zeidlerschloss, nachdem er sich zuvor am Infostand der SPD im Feuchter Ortszentrum umgesehen hatte.

Als Mann der ersten Stunde bezeichnete Walter-Borjans den Jubilar, der als junger Kriegsheimkehrer entschloss, sich für die SPD politisch zu engagieren. „Diese Entscheidung kann man vor dem historischen Hintergrund aus heutiger Sicht nicht hoch genug würdigen“, betonte der SPD-Vorsitzende, für den es im Anschluss eine Ehre war, dem Jubilar einen Wunsch zu erfüllen. Zusammen mit Kurt Dilfer und dessen Gästen stimmte er sozialdemokratische Arbeiterlieder an.

24 Jahre im Marktgemeinderat

Der Jubilar blickt auf ein langes Leben zurück. 94 Jahre wird er heuer alt. 17 Jahre war er alt, als er 1943 als Soldat eingezogen wurde. Zwei Jahre später dann sein Entschluss, bei den Sozialdemokraten mitzumachen. Anfang der 70er Jahre zog Kurt Dilfer als Mitarbeiter der Bundesanstalt für Arbeit mit seiner Familie nach Feucht, wo er zuvor seine Frau auf einem Kirchweihbesuch kennen gelernt hatte. Hier engagierte er sich im SPD-Ortsverein, wurde zum Vorsitzenden gewählt und war schließlich 24 Jahre im Marktgemeinderat, von 1978 bis 2002. Von 1990 bis 1996 war Kurt Dilfer 2. Bürgermeister.
Er ist Ehrenvorsitzender des Ortsvereins und wirkt weiterhin aktiv mit. „Bei allen Veranstaltungen ist er präsent und mischt sich noch immer in das politische Leben ein“, betonte Marcel Schneider im Zeidlerschloss. Seine Tierliebe veranlasste den Jubilar, sich immer wieder für das Feuchter Tierheim zu engagieren und Vorsitzender der Tierhilfe Nürnberg zu werden. Unter Dilfers Leitung entstand das Tierheim in seiner heutigen Form.

Walter-Borjans gratuliert

Fast 94 Jahre und offenbar gar nicht müde: „In den Vorstandssitzungen macht Kurt Dilfer immer noch temperamentvoll von seinem Rederecht als Ehrenvorsitzender Gebrauch und motiviert, Vorhaben in die Tat umzusetzen“, sagte Marcel Schneider, bevor Norbert Walter-Borjans dem Jubilar die Ehrennadel in Gold mit einem Rubin verlieh.
Zum Empfang für Kurt Dilfer hatten sich viele Parteifreunde des Jubilars versammelt, darunter Schwarzenbrucks Altbürgermeister Albrecht Frister, der ehemalige Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Helmut Ritzer, der ehemalige Staatsminister im auswärtigen Amt, Günter Gloser, die ehemalige Landtagsabgeordente Angelika Weikert, MdL Arif Tasdelen, die Unterbezirksvorsitzende Martina Baumann und Marktgemeinderat und Altbürgermeister Hannes Schönfelder, in dessen Amtszeit Kurt Dilfer Vize im Rathaus war. Die Begrüßung der Gäste übernahm die Feuchter SPD-Vorsitzende Inge Jabs.

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