Am Birkensee darf man baden, sollte nur nicht

Kein Badeverbot mehr, aber eine Warnung

Das Badeverbot am Birkensee ist zwar aufgehoben. Weil aber Auswirkungen der geringen PFT-Belastung auf die Gesundheit nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden können, empfiehlt das Landratsamt, im See nicht zu Baden. | Foto: PZ-Archiv2016/05/birkensee-baden-familie-neu-b.jpg

NÜRNBERGER LAND (lra) — Für den Birkensee gilt ab sofort nur noch eine Badewarnung. Das Badeverbot ist damit zwar offiziell aufgehoben, wie das Landratsamt mitteilt, jedoch wird „aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes empfohlen, auf das Baden, Schwimmen und Tauchen im Birkensee bis auf Weiteres zu verzichten“.

Im Wasser wurden geringe Konzentrationen fluorierter Chemikalien (PFT) nachgewiesen (die PZ berichtete). Die Konzentration dieser Chemikalien sei so niedrig, dass Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit nicht zu erwarten sind, so die Meldung. „Sie können jedoch nach jetzigem Kenntnisstand auch nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden.“ Trotzdem sei eine Herabstufung des bisherigen Badeverbots auf eine Badewarnung vertretbar.

Zum Zeitpunkt des Aussprechens des Badeverbots im Sommer vergangenen Jahres lag die toxikologische Bewertung noch nicht vor, sodass aus Vorsichts- und Sicherheitsgründen ein Verbot auszusprechen war, meint man im Landratsamt.

Untersuchungsergebnisse haben eine Belastung des Wassers im Birkensee mit perfluorierten Tensiden – PFT – in Höhe von rund vier Mikrogramm pro Liter Wasser im Oberflächenbereich bis ein Meter Wassertiefe ergeben.

Werte wie im letzten Jahr

Die Werte vom Frühjahr dieses Jahres unterscheiden sich größenordnungsmäßig nicht von denjenigen der Proben von Ende August. Ausnahme: Die Wasserprobe „Am Grillplatz.“ Diese Probenahmestelle wurde 2016 erstmals gewählt, sodass kein Vergleichswert vorliegt.

Im Einzelnen wurden Mitte März folgende PFT-Werte ermittelt:

Birkensee, Wasserwachthaus: 4,03 µg/l. Birkensee, Nordufer: 3,56 µg/l. Birkensee, Südufer: 4,18 µg/l. Birkensee, Grillplatz: 7,15 µg/l.

Zum Vergleich die Werte von Ende August 2015:

Birkensee, Wasserwachthaus: 4,05 µg/l. Birkensee, Westufer: 3,92 µg/l.

Keine Schadstoffe im Sand

Darüber hinaus wurden Bodenproben vom Birkenseestrand untersucht. Dort waren die Chemikalien im Feststoff, im Sand und im Gras, nicht nachweisbar; damit ist eine gesundheitliche Gefährdung durch Spielen und Liegen am Strand für alle Altersgruppen nicht zu befürchten.

Dies ergab die humantoxikologische Bewertung durch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).

N-Land Pegnitz-Zeitung
HANS BRINEK BRI FOTOJOURNALIST