Deutsch-Iraner lebt seit 2011 in Kalifornien

Trump-Bann trifft auch einen Laufer

Der gebürtige Laufer und Deutsch-Iraner Omid Scheybani lebt seit sechs Jahren in den USA.
Der gebürtige Laufer und Deutsch-Iraner Omid Scheybani lebt seit sechs Jahren in den USA. | Foto: Privat2017/01/Omid-Scheybanis.jpg

LAUF — Hohe Wellen schlägt der Einreisestopp für Menschen aus bestimmten muslimischen Ländern, den der neue US-Präsident Donald Trump verfügt hat. Einer, der als Deutsch-Iraner die Situation vor Ort in den USA mit Sorge beobachtet, ist der gebürtige Laufer Omid Scheybani. Er hat seine Reisepläne erst einmal auf Eis gelegt.

Seit 2011 lebt Omid Scheybani in den USA. Er arbeitete zunächst für Google, aktuell absolviert er ein Masterstudium an der Stanford University in Kalifornien. Geboren und aufgewachsen sind er und sein Bruder in Lauf, wo Omid Scheybanis Vater 35 Jahre lang eine kieferorthopädische Praxis geführt hat. Der 30-Jährige hat sowohl die deutsche, als auch die iranische Staatsbürgerschaft und würde somit zum Kreis derer gehören, die der Trumpsche Bann trifft. Allerdings ist er auch Inhaber einer Greencard, mit der er unbefristet in den USA leben und arbeiten darf.

Reisen vorerst abgesagt

Nach aktuellem Stand der Dinge dürfen Greencard-Inhaber in die USA einreisen. Sicher ist das allerdings nicht. „Die letzten 48 Stunden waren wie eine Achterbahnfahrt“, erzählt er unserer Redaktion am Telefon. Die Gesetzeslage sei unklar. Das Risiko, dass er bei einer Rückkehr aus dem Ausland „vor verschlossenen Türen“ steht, ist Scheybani zu groß. „Ich hatte in nächster Zeit vor, nach Mexiko, Kolumbien und Italien zu fliegen. Diese Reisen werde ich nicht antreten.“

Seine Eltern, die noch in Lauf leben, dürfen ihn vorerst nicht besuchen kommen. Eine für März geplante Reise müssen sie absagen. „Sehr traurig“, sei das vor allem für die Mutter, denn auch Omids Bruder lebt in Kalifornien.

„Ich verstehe die ganze Sache einfach nicht“

Für einen Kosmopoliten wie Omid Scheybani, der schon in vielen Ländern der Welt gelebt und gearbeitet hat, ist die neue Situation völlig unbegreiflich. Er sei vor sechs Jahren „hoffnungsvoll und motiviert“ in die USA gekommen, habe sich schnell eingelebt und viele Freundschaften geschlossen. Monatlich sei er mehrfach „rein und raus“ geflogen, „das war kein Problem. Ich verstehe die ganze Sache einfach nicht.“ Er fühle sich als Mensch degradiert.

Seit Donald Trumps Wahl zum Präsidenten sei das Land zunehmend gespalten, sagt Omid Scheybani bedauernd. Trotzdem blickt er auch hoffnungsvoll nach vorne. Es gebe so viel Widerstand aus der Bevölkerung, dass Trump seine Pläne auf die Dauer nicht so in die Tat umsetzen könne.

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger