Neues Zentrum in Kotzenhof

So wird es aussehen, das neue Gemeindezentrum in Kotzenhof mit dem offenen Platz vor dem Eingang, der durch seine Glasoptik freundlicher und auch moderner wirkt. Links der Kindergarten, rechts der neue Saal.
So wird es aussehen, das neue Gemeindezentrum in Kotzenhof mit dem offenen Platz vor dem Eingang, der durch seine Glasoptik freundlicher und auch moderner wirkt. Links der Kindergarten, rechts der neue Saal.2011/05/22368_New_1305905762.jpg
KOTZENHOF — Kotzenhof bekommt ein neues evangelisches Zentrum anstelle des 40 Jahre alten maroden Altbaus in der Breslauer Straße 21. Die neuen Räume für Kindergarten, Krippe und Gottesdienste kosten 3,5 Millionen Euro, was die von Landeskirche und Stadt unterstützte evangelische Gemeinde Lauf, nicht alleine schultern kann – Spenden sind notwendig. Der Bau soll im Herbst beginnen, ein Jahr später ist die Einweihung geplant. Anders als bisher wird das neue Gemeindezentrum kein einfacher Fertigbau mehr sein, sondern ein massives Gebäude. Auffallend anders ist schon der offene Platz davor, der – ohne Zaun – Gemeindemitglieder und Gäste in den gläsernen Eingangsbereich lotsen soll. Optisch führt er direkt durch bis in den hinteren Garten, der als ökologisches Kleinod und freundliche Spielfläche unverändert erhalten bleibt. Die bisherige Grundstruktur der Gebäude links (Kindergarten und Krippe) sowie Gemeindesaal bleibt erhalten. Wobei der Raum für Gottesdienste und andere Aktivitäten der Protestanten mit 100 Quadratmetern plus 50 Quadratmetern Erweiterungsfläche etwas größer als der alte sein wird. Im Kindergartengebäude ändert sich die Aufteilung: im Erdgeschoss die Krippe und eine Kindergartengruppe, im ersten Stock die beiden übrigen. Neue Räume erhalten auch das Evangelische Familienhaus im Erdgeschoss des Saalbaus, wo zusätzlich auch ein kleiner Gruppenraum entsteht. Die mit 5000 Ausleihen im Jahr gut genutzte Bücherei zieht in den ersten Stock um. Nicht der beste Zeitpunkt Dreieinhalb Millionen Euro kostet dieses Projekt im Ganzen, das nicht zum günstigsten Zeitpunkt kam. Während die Laufer Protestanten noch in Lauf/ links, beim Neubau des Gemeindehauses Christuskirche alle Hände voll zu tun haben, und dafür immerhin 1,25 Millionen Euro aufbringen mussten, wurde in Kotzenhof bei jedem stärkeren Regen offensichtlicher, dass sehr bald zumindest ein neues Dach nötig sein würde. „Wir stellen bei Regengüssen überall schon Eimer auf“, berichtet Pfarrerin Lisa Nikol-Eryazici. Sie organisiert und hält in dem 40 Jahre alten Fertigbau Gottesdienste und weitere Gemeindeaktivitäten ab – für Kotzenhofer, Rudolfshofer und die Bewohner weiterer Siedlungen in Lauf/ rechts, etwa entlang der Rudolfshofer Straße. „Aber auch jeder andere ist willkommen, der sich von unserem Angebot angezogen fühlt“, wirbt Nikol-Eryazici im Gespräch mit der PZ. Die nach dem Architektenwettbewerb, den der Nürnberger Roland Nörpel gewann, nun feststehende künftige moderne Optik und Ausstattung soll dazu beitragen, dass die positive Gemeinde-Entwicklung in Kotzenhof gestärkt wird. Bisher passte das Ambiente nicht dazu, viel stärker wiegt aber der schlechte Gebäudezustand, Wände schimmeln und das löchrige Dach betrachtete die Landeskirche wegen der hohen Kosten von Anfang an als eindeutigen Fall für die Abrissbirne. Sie erklärte sich auch bereit, den Laufern finanziell entgegenzukommen und den Neubau eines Gottesdienstsaals wie einen Kirchenbau zu behandeln, also mehr Zuschüsse zu geben. Kräftige Spritze der Stadt Nach Teilabriss, Sanierung und Neubau hat dann im Herbst 2012 auch für die Krippe die Improvisation im Turnraum ein Ende. Das Gebäude selbst, der steinerne Kindergartenaltbau, bleibt zwar stehen, wird aber generalsaniert und umgebaut. Hier unterstützt die Stadt kräftig mit mehr als 1,2 Millionen Euro. Dennoch ist das Projekt für die Kirchengemeinde kein Pappenstiel, „wir müssen wahnsinnig drum kämpfen“, sagt Nikol-Eryazici. Und ohne das Immobilienmanagement, sprich: den jetzt offenbar besiegelten Verkauf des Gemeindehauses in der Hardtstraße, wäre es auch nicht gegangen. Doch jetzt sieht es so aus, als könne es schon im Herbst losgehen. Noch zu klären ist bis dahin allerdings, wie die Übergangszeit für die Kinder und die Gottesdienstgänger aussehen wird.
Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren