Untersuchungen bei der Rannaleitung-Sanierung in Lauf

Keine Bombe im Boden

Die bis zu neun Meter langen Stahlträger zur Abstützung der Rannaleitung-Baugruben in Lauf liegen, wie hier am Friedensplatz, schon bereit. In den nächsten Tagen werden die Löcher dafür gebohrt. | Foto: Fischer2015/08/105188_rannaleitungbaggerstahltraeger2_New_1438702864.jpg

LAUF — Nächste Stufe in Sachen Sanierung der Ranna-Leitung in Lauf: Die N-Ergie beginnt mit dem Bau der fünf omnibusgroßen und bis zu neun Meter tiefen Baugruben. Für die Stahlträger der Stützwände werden bis zum 19. August rund 60 Löcher in den Untergrund der Ortsdurchfahrt gebohrt. Um dabei unliebsame Begegnungen mit möglichen noch im Boden schlummernden Relikten aus dem Krieg (Bomben-Blindgänger), zu vermeiden, hat eine Spezialfirma in den letzten Tagen Sondierungsbohrungen im Bereich der Gruben durchgeführt.

Die Spezialisten in Sachen Kampfmittelsuche und Kampfmittelbergung folgen damit sozusagen den Geologen (die PZ berichtete) auf dem Fuß. Bernhard Zellmann von der Firma Geomer ging dabei exakt nach Plan vor. Genau im Bereich der 58 großen Löcher für die Stahlträger bohrte er kleinere Schächte bis in die Tiefe der einen Meter starken und 100 Jahre alten Gusswasserleitung unter der B 14. Mit einem Magnetfeld-Messverfahren suchte er dann im Boden im Umkreis von immer zwei Metern nach Störfeldern, wie sie metallische Bomben verursachen. Und wurde, zum Glück für die Bauarbeiten und die Stadt, dabei bis gestern Abend nicht fündig.

Insgesamt sind es drei von fünf Baugruben, die mit einer sogenannten Träger-Bohlenwand gegen den Einsturz abgesichert werden. Dabei werden die Vertikalträger entlang des künftigen Grubenrandes eingebracht, dazwischen verhindern Wände aus Holzbohlen das Nachrutschen der Erde.

Üblich ist es, diese Träger einzurütteln oder auch einzurammen. Nicht so in Lauf: Zum Schutz vor Lärm und Erschütterungen werden hier Löcher gebohrt, in die diese Träger dann eingebaut werden. Allein die Anfahrt der 40 Tonnen schwere Pfahlbohrmaschine mit ihrem haushohen Bohrturm bedeutet Schwerstarbeit und kann nur nachts erfolgen, um den Verkehr nicht noch mehr als bisher zu behindern.

Die tiefste Baugrube entsteht in der Saarstraße, etwa auf Höhe des Eingangs zum Salvatorfriedhof. Hier gibt es ein Loch von 9,5 Metern Tiefe. Eine weitere, etwa 6,5 Meter tiefe Baugrube, entsteht 200 Meter weiter östlich, etwa in Höhe des alten Zollhauses. Und die dritte Grube schließlich wird am Friedensplatz gesetzt: Im Einmündungsbereich der Straße vom Nürnberger Tor kommend wird ein Loch von rund siebeneinhalb Metern Tiefe gegraben. An allen restlichen Baugruben werden Standardelemente zum Verbau eingesetzt.

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer