Laufer Lehrerlegende ist tot

Gerda Rosenschon †

Gerda Rosenschon kurz vor ihrem 90. Geburtstag auf dem Balkon ihrer ehemaligen Wohnung im Hochhaus in Lauf/links. Von dort aus hatte sie ihre alte Wirkungsstätte, die Bertleinschule, immer im Blick. | Foto: PZ-Archiv/Braun2016/09/rosenschon-gerda-90-balkon.jpg

LAUF/BAYREUTH — Gerda Rosenschon ist tot. Die ehemalige Lehrerin und langjährige Rektorin der Laufer Bertleinschule starb mit 96 Jahren in einem Bayreuther Seniorenheim.

Weit über 1000 Kinder hat Gerda Rosenschon unterrichtet – entsprechend bekannt ist sie in Lauf und Umgebung. Das Lehramt sei ihr Traumberuf, hatte sie im PZ-Interview zu ihrem 90. Geburtstag gesagt: „Weil ich Kinder mag und gerne die Menschheit belehre.“

1919 in München geboren, zog Rosenschon 1934 nach Bayreuth, wo sie ihr Abitur machte und ein Studium begann. Wegen des Kriegs wurde dieses von sechs auf drei Semester verkürzt. Rosenschon kokettierte später gern damit, nicht einmal komplett ausgebildet zu sein.

1941 wurde sie mit 21 Jahren nach Lankenau bei Posen im heutigen Polen versetzt, wo sie alleine 50 bis 60 Kinder unterrichtete. Als die Bevölkerung 1945 vor den Russen fliehen musste, kehrte sie nach Bayreuth zurück, wo sie ein Jahr lang im Lazarett arbeitete.

1947 nahm sie wieder eine Stelle als Lehrerin an – dieses Mal in Lauf. Hier wirkte sie in der Knabenschule (Büchereigelände), der Zollschule und kurz in der Kunigundenschule. 1971 wurde sie Rektorin an der neu eingeweihten Bertleinschule, was sie bis zur ihrer Verabschiedung 1981 blieb.

Als streng, aber gerecht ist sie ihren Schülern in Erinnerung. Vor allem die praxisorientierten Erdkundestunden waren legendär. „Ich habe außer der Antarktis alle Kontinente bereist und jede Hauptstadt Europas gesehen“, hatte sie 2009 stolz erzählt.

Den Kontakt zur Bertleinschule hielt sie auch danach – nicht nur weil sie bis zu ihrem Umzug ins Seniorenheim vor einigen Jahren eine Wohnung im benachbarten Hochhaus hatte. Auch bei Veranstaltungen an der Schule war sie dabei, solange es die Gesundheit zuließ. Geistig war sie bis ins hohe Alter fit, las unzählige Bücher und zitierte oft daraus. Am kulturellen Geschehen in Lauf war sie immer interessiert, besuchte Konzerte, übernahm in jüngeren Jahren Führungen im Stadtarchiv und zeichnete sich als Unterstützerin der Stadtbücherei und der Laufer Literaturtage aus.

Am 15. Oktober wäre sie 97 Jahre alt geworden.

N-Land Tina Braun
Tina Braun