Erste Seniorenbürgerversammlung in der Kreisstadt

Ältere Laufer fordern mehr Blitzer in Wohngebieten

Laufs Seniorenbeauftragter Adolf Pohl (links), Psychogerontologin Sabine Distler und Bürgermeister Thomas Lang bei der ersten Seniorenbürgerversammlung im PZ-Kulturraum. | Foto: Miehling2021/11/seniorenburgerversammlung-lauf.jpg

Lauf – Im Rahmen der Bürgerversammlungen hatte Laufs Bürgermeister Thomas Lang erstmals gezielt die Senioren der Kreisstadt eingeladen. Der große Ansturm auf den PZ-Kulturraum als Versammlungsraum hielt sich allerdings in Grenzen. Neben sechs Stadträten und dem Seniorenbeauftragten Adolf Pohl hatten sich 15 Interessierte der Generation 60plus eingefunden und an den Bistrotischen im coronakonformen Abstand Platz genommen.


Die Themen der Fragerunde am Ende der Veranstaltung waren überschaubar. Geklagt wurde über die Raserei in den Tempo-30-Zonen in Wohngebieten und vor Altenheimen und dabei wurden mehr Blitzerkontrollen gefordert. Auch zugeparkte Gehwege waren zum wiederholten Mal Thema. Für Rollatornutzer, Rollstuhlfahrer und Kinderwagen schiebende Omas und Opas bleibt oft nur das Ausweichen auf die ungesicherte Fahrbahn.


Lieber barrierefrei


So mancher Teilnehmer hätte sich beim Hermann-Keßler-Stift einen größeren Park gewünscht, andere regten eine günstigere Preisgestaltung für Senioren bei kulturellen Veranstaltungen mit namhaft bekannten Künstlern an. Schließlich gab es auch Kritik an der Auswahl der Versammlungsorte der Bürgerversammlungen. Auch der PZ-Kulturraum ist nicht barrierefrei und über den Haupteingang nur über vier Treppenstufen erreichbar.


Das Thema „Kunst und Kultur“ hatte Laufs ehrenamtlich tätiger Seniorenbeauftragter Adolf Pohl jüngst in der Novemberausgabe des Mit.-Magazins zum Thema gemacht. Er hatte eine Umfrage zum Thema Senioren und Kultur gestartet. Ziel ist es, einerseits die Interessen der Laufer Senioren abzufragen und andererseits die Teilhabe am kulturellen Leben in Lauf und in der Region zu fördern.


Pohl, der als Ansprechpartner jeden dritten Mittwoch im Monat von 10 bis 11.30 Uhr im Rathaus eine Sprechstunde abhält, hatte auch Infoveranstaltungen in Planung. Die Umsetzung haben allerdings Corona und die eingeschränkten Versammlungsmöglichkeiten bisher verhindert und weit nach hinten geschoben.

Laufer Bevölkerung wird zunehmend älter


Dass die demografische Entwicklung auch in Lauf längst spürbar ist, wurde in der Diskussion um die Zukunft der am schnellsten wachsenden Altersgruppe deutlich. Während gegenwärtig der Anteil der 65-Jährigen und Älteren mit 6500 rund ein Viertel der Laufer Bewohner ausmacht, wird ihr Anteil in den nächsten 10 bis 20 Jahren auf rund 8000 Personen ansteigen. Die Statistiker des Landesamtes haben errechnet, dass im Jahr 2039 jeder Dritte Laufer älter als 60 Jahre sein wird.


Vor dem Hintergrund einer steigenden Lebenserwartung und dem Anwachsen der Generation 60plus hatten Bürgermeister, Verwaltung und Seniorenbeauftragter die Psychogerontologin Sabine Distler eingeladen. Die Geschäftsführerin der gemeinnützigen GmbH „Curatorium Altern gestalten“ aus Hartenstein unterstützt mit ihrem Team Kommunen und Organisationen und berät, wie etwa „Älterwerden in Lauf“ umgesetzt werden kann.

Zukunftswerkstatt am 9. Dezember


Dazu wird es eine Zukunftswerkstatt geben, die sich am 9. Dezember mit den Themen Wohnen und Grundversorgung, ortsnahe Unterstützung und Pflege sowie soziale Netzwerke beschäftigen wird. Aus dem Plenum kam dazu die Anregung, die Zukunft der Senioren in der Stadt als Daseinsfürsorge und Zukunftsaufgabe breiter und professioneller anzugehen. Vorgeschlagen wurde ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept, die Bildung eines Seniorenbeirats und eine professionelle Anlauf- und Koordinationsstelle für Senioren.


Rede- und Diskussionsbedarf bestand nach 90 Minuten immer noch. Wenigstens hatte die Seniorenbürgerversammlung deutlich gemacht, dass sich Seniorenpolitik nicht nur auf Busfahrpläne, Kopfsteinpflaster, sowie auf Pflegeheim- und Betreuungsplätze für die Versorgung am Lebensende beschränken kann.

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