Gespräche und Film

KZ-Erinnerungsräume: Wettbewerbsteilnehmer präsentieren ihre Kunstprojekte

Bei ErinnerungsRÄUME steht es den Beteiligten frei, in welcher künstlerischen Form sie an die Orte des Leidens und Verbrechens in Hersbruck während der NS-Zeit erinnern. | Foto: Screenshot Webseite2022/05/Bildschirmfoto-2022-05-12-um-15.45.07.png

 

Zahlreiche Künstler und auch Schulen haben sich mit ihren Projekten für den Kunst-Wettberwerb ErinnerungsRÄUME qualifiziert, den der Verein Dokumentationsstätte KZ-Hersbruck, die Stadt Hersbruck und der Landkreis Nürnberger Land gemeinsam ausgerufen haben.

Damit soll an fünf verschiedene Orte des Leidens und nationalsozialistischen Verbrechens in Hersbruck und Umgebung erinnert werden (wir berichteten mehrfach).

Kunst- und Kulturschaffende, aber auch Schulklassen, Vereine und Initiativen waren angehalten, sich in unterschiedlichsten Kunstgattungen und Genres zeitgemäß mit dem Thema „Erinnerungskultur“ auseinanderzusetzen.

Am Samstag, 14. Mai, ab 16 Uhr werden auf dem KZ-Gelände und dem Tennisplatz Hersbruck die Ergebnisse präsentiert.  Nach Grußworten und einer Schweigeminute berichtet Projektleiter Klaus Petersen von den Erfahrungen des Kunstwettbewerbs. Präsentationen, Besichtigungen und Gespräche mit anwesenden Künstlern schließen sich an. Um 16.30 Uhr feiert der Kurzfilm „Erinnerung an das Jetzt“ von Viktor Ambrusits Premiere.

Binden sollen Wunden heilen

Auch die Schnaittacherin Irmingard Beirle trägt eine Kunstaktion bei. „Im Sein verwundet“ lautet das Projekt, bei dem sie am Sonntag, 15. Mai, von 11.30 bis 13 Uhr am Mahnmal in Schupf den Körper oder zumindest den Kopf von Besuchern in dunkelrote Binden einwickelt. Befreien soll sich jede Person selbst.

Performancekünstlerin Irmingard Beirle veranstaltet am Mahnmal Schupf die Aktion „Im Sein verwundet“. Foto: Beirle
Performancekünstlerin Irmingard Beirle veranstaltet am Mahnmal Schupf die Aktion „Im Sein verwundet“. Foto: Beirle

Der eingebundene Körper wird zur Kunstfigur und somit zur sozialen Skulptur. Verbinden steht hier als Symbol für das Heilen von Wunden – auch der seelischen. Die Farbe Rot hat Beirle nicht nur gewählt, weil sie für Blut und Leben steht. Rot soll auch die seelische Kraft und alle Vorgänge im Körper anregen sowie die Sinnlichkeit, das bewusste Erleben und Fühlen steigern. Damit will Beirle an das Leid der im KZ-Außenlager Hersbruck Inhaftierten erinnern. Der Eintritt ist frei.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren