Denkmalschutzstiftung unterstützt Sanierung der Burg Hohenstein

Restaurierung schreitet voran

Setzen sich für die Burg Hohenstein ein: Lothar Grimm (2. v. r. ), Georg (Mitte) und Gertraud (links) Maul vom Verschönerungsverein, Landrat Armin Kroder (rechts), Bürgermeister Klaus Albrecht (2. v. l. ) und Architektin Marisia Conn (3. v. l. ). Foto: D. Heinz2014/12/5_2_1_2_20141218_SPENDE.jpg

HOHENSTEIN — Marode Deckenbalken, ein vom Einsturz bedrohter Dachstuhl und schwere Schäden am tragenden Mauerwerk. Das Langhaus der Burg Hohenstein muss dringend saniert werden. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Restauration mit 45.000 Euro.

„Die Burg ist ein historischer Schatz, der unbedingt erhalten werden muss“, sagt Lothar Grimm vom Ortskuratorium Fränkische Stadtbaumeister der DSD. Die private Denkmalstiftung fördert allein in Bayern 270 historische Projekte mit 20 Millionen Euro pro Jahr. Die Mittel dazu stammen aus Spenden sowie Mitteln der Glücksspirale und der Rentenlotterie von Lotto. 170.000 Euro wurden für die Sanierung des Langhauses veranschlagt. Die DSD steuert 45.000 Euro dazu, zehn Prozent der Gesamtkosten muss der Bauherr – der Verschönerungsverein Hohenstein e.V. – selbst tragen. Den Rest stellen Spenden und Förderprogramme bereit.

„Die Anlage hier ist einmalig“, so der Kirchensittenbacher Bürgermeister Klaus Albrecht über den höchsten Punkt des Landkreises, der im letzten Jahr 850-jähriges Jubiläum feierte. „An Sonntagen kriegt man im Ort keinen Parkplatz mehr. Die Burg ist Aushängeschild der Gemeinde und ein sehr attraktives Ausflugsziel.“ Das sei vor allem dem Verschönerungsverein zu verdanken.

„Es ist eine große Aufgabe die Burg zu verwalten und zu erhalten“, weiß Vereinsvorsitzender Georg Maul. „Das kostet viel Zeit und Kraft.“ Klaus Albrecht würdigt das Engagement der Ehrenamtlichen: „Ohne diesen Einsatz wäre die Burg nicht in dem Zustand, in dem sie heute ist, sondern verfallen.“

Nachdem im Jahr 2000 die Südwand des Palasgebäudes eingestürzt war, wurde der obere Teil der Anlage Stück für Stück aufwendig saniert (HZ berichtete). Nun ist dieser Bereich abgeschlossen und der untere Bereich – das Langhaus – an der Reihe.

„Der Zustand war katastrophal“, sagt Architektin Marisia Conn. „Als ich das Langhaus zum ersten Mal betreten habe, war das lebensgefährlich.“ Seit Oktober 2013 laufen die Sanierungsarbeiten. Deckenbalken und Dachsparren waren vollkommen marode und mussten – gemäß dem Denkmalschutz – verstärkt, ausgetauscht oder ergänzt werden. Besucher sehen nun deutlich, wo alte und neue Bausubstanz aufeinander stoßen. Auch tragende Mauern hatten unter den Jahrhunderten gelitten. „An einer Seite ist schon vor langer Zeit der Felsen, auf dem die Burg gebaut ist, weggebrochen“, erklärt Conn. „Dadurch ist eine Seite des Gebäudes vollkommen verzogen. Wir haben es wieder stabilisiert.“

Sobald die statische Sanierung abgeschlossen ist, geht es an das Verputzen der Fassade. Unter modernem Kalkputz fanden Arbeiter Reste des historischen Wandanstrichs. Der besteht aus einem Weiß- und zwei Rottönen. Marisia Conn: „Wir haben schon ein kleines Stück nach altem Vorbild rekonstruiert. Der verwendete Putz ist zwar modern, basiert aber auf dem historischen Vorbild.“ Im Innenbereich verdeckten dicke Schichten von Gipskarton historisches Fachwerk. Akribisch legten Handwerker es frei, um es wieder in den ursprünglichen Zustand zu bringen. Bis Juni soll das Langhaus komplett fertig sein.

„Dann haben wir sofort eine Veranstaltung darin“, sagt Georg Maul. „Die Dr. Löw-Behinderteneinrichtung stellt selbst hergestellte Kunstwerke aus.“ Dass die Burg sozial und kulturell genutzt wird, ist auch Klaus Albrecht wichtig: „Wir müssen sie mit Leben füllen, sonst ist sie bald nur ein weiteres tristes Museum.“ „Der Verschönerungsverein hat wirklich Außerordentliches geleistet“, lobt Landrat Armin Kroder. „Die Burg ist ein echtes Wahrzeichen des Landkreises. Es gibt nicht viele Burgen in so einem Zustand. Wir haben hier in Hohenstein eine kulturelle und historische Perle.“

N-Land Dominik Heinz
Dominik Heinz