Goldene Engel und blaue Boote

Gäste der Vernissage bestaunen im Tetzelschlossgarten die „Blauen Boote“ von Silvia Lobenhofer. Foto: U. Meckler2011/08/5_2_3_2_20110811_ENGEL.jpg

KIRCHENSITTENBACH (um) – Wer derzeit das Tetzelschloss in Kirchensittenbach besucht, kann nicht nur unter freiem Himmel dem Kinovergnügen frönen, sondern auch eine Kunstschau ansehen. Bürgermeister Peter Stief und Landrat Armin Kroder eröffneten die Vernissage.

Unzählige Kunstwerke zieren nun das alte Patriziergebäude und den umliegenden Garten. Im ersten Stock und im Erdgeschoss zeigen das Ehepaar Monika Komischke-Ludwig und Hans Ludwig ihre Werke. Die ehemaligen Berufe Kirchenmaler und Restaurator haben in Ludwigs Bildern deutliche Spuren hinterlassen: Er arbeitet viel mit Gold, wie etwa bei der Ikonendarstellung „Der Engel Gabriel“. Sie ist auf Holz aus der Dürerzeit entstanden. Auch Kupfer und Silber verwendet der Künstler gerne als Materialien.

Ehefrau Komischke-Ludwig hat sich derzeit dem Thema „Lebenskreis“ verschrieben. Das Bild „Lebenswelle“ drückt die vielen Phasen eines Lebens aus: Positive Wendungen etwa oder brutale Rückschläge. Trotz all der Widrigkeiten hinterlässt das Bild in goldenen Grundtönen einen beruhigenden Eindruck. Neben den „Lebenskreislauf-Variationen“ sind abstrakte Werke der Künstlerin zu sehen.

Eine gegensätzliche Richtung verfolgt Silvia Lobenhofer: Ihre Leidenschaft gilt dem Werkstoff Glas. Im Garten des Tetzelschlosses überrascht ihre gläserne bunte Blumenwiese die Besucher und weckt Interesse nach mehr. In zwei Räumen des ersten Stockes werden Kunstinteressierte fündig. Hier stehen Metallsäulen mit Glasschalen, die beim Einschalten des eingebauten Lichts anfangen tief blau zu funkeln. „Mein Textildesign-Studium macht sich hier bemerkbar“, sagt die Ambergerin. Auch die „blauen Boote“, kleine Metallobjekte mit Glas an der Oberfläche, erfreuen sich großer Beliebtheit. Die kleinen Kunstwerke können in den Schnee gestellt und angeknipst werden. „Der erstrahlt dann in einem wunderschönen Blau“, schwärmt Lobenhofer. Neben den Glas- und Metallobjekten, die oft in Zusammenarbeit mit ihrem Partner Perry Albrecht enstehen, sind ihre expressiven Werke ausgehängt.

Stiftungsverwalter des Schlosses, Ortolf Stromer, freut sich über die Ausstellung im Rahmen des Filmsommers. Grundsätzlich will er mit Aktionen wie diesen das alte Anwesen der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. „Alleine ist das schwer zu schultern“, sagt er. Daher plant der Nachfahre der Nürnberger Patrizierfamilie Tetzel ab Herbst einen Trägerverein ins Leben zu rufen, der die vielen Gestaltungsmöglichkeiten des malerischen Ortes nutzt. Stromer denkt dabei an Gitarrenkonzerte, weitere Kunstausstellungen und vieles mehr. Voraussichtlich ab Oktober wird er unter www.tetzelschloss.de einen Satzungsentwurf ins Internet stellen, den sich Interessierte ansehen können. Auch unter der Telefonnummer 09151/ 94496 gibt er Auskunft über das Vorhaben.

Die Ausstellung „Kunst über´m Filmsommer“ ist diesen Samstag und Sonntag, 13./14. August, sowie eine Woche später am Samstag, 20. August, jeweils von 15 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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