Neuer Verein Katzenhilfe Nürnberger Land

Hilfe für einsame Katzen

Die Gründerinnen der Katzenhilfe: Elisabeth Uttenreuther und Katja Hofrichter, mit ihrem 20-Jahre alten Kater Strohmer im Arm. In ihrem Haus in Diepersdorf hält Hofrichter zurzeit sechs Katzen. | Foto: Andrea Beck2020/10/Katzenverein-Nurnberger-Land-Uttenreuther-Hofrichter-Kater-Foto-Beck-scaled.jpg

NÜRNBERGER LAND. Luigi versteckt sich die meiste Zeit hinter der Heizung, Carmello springt sofort jedem Spielzeug hinterher und Oskar lässt sich am liebsten streicheln. Katja Hofrichter kommt dem gerne nach. Die 49-Jährige hat die inzwischen fünf Monate alten Kater in ihrem Haus in Diepersdorf aufgenommen, als vorübergehende Pflegemutter. 

Und als Vorstandsmitglied des neu gegründeten Vereins Katzenhilfe Nürnberger Land. Zusammen mit der langjährigen zweiten Vorsitzenden des Tierschutzvereins Lauf, Elisabeth Uttenreuther,  hat Hofrichter im Sommer den Verein ins Lebens gerufen. Sie und die anderen Mitglieder setzen sich für die Rettung, Pflege und Vermittlung Not leidender Katzen ein. 

Der Verein hat inzwischen rund 40 Mitglieder, die mit ihrem Mitgliedsbeitrag von 20 Euro pro Jahr diejenigen im Verein bezuschussen, die aus ihrem privaten Heim eine Pflegestelle für Katzen machen. Wie zum Beispiel Katja Hofrichter, die neben ihren eigenen drei Katzen noch die vier halbstarken Brüder Oskar, Carmello, Luigi und Filou aufnahm. Außer der schüchterne Luigi, der bei fremdem Besuch nicht hinter der Heizung hervorkommt, sind inzwischen alle vermittelt. 

Angst vor dem Nachbarn in Haimendorf

„Eine Familie in Haimendorf hat im Frühling eine Katzenmutter bemerkt, die mit ihren vier Söhnen in eine Scheune nebenan gezogen ist“, sagt Hofrichter. Die Familie hätte sich Sorgen um das Wohl der Kleinen gemacht, da einer der Nachbarn als nicht besonders katzenfreundlich bekannt sei. 

„Sie haben erst versucht, sie selbst zu vermitteln, aber ohne Erfolg. Deswegen haben sie sich an unseren Verein gewandt und ich habe die Kleinen aufgenommen“, sagt Hofrichter. 


Oskar, Carmello und Luigi (von links) sind Brüder, auch wenn das auf den ersten Blick nicht so aussieht. Foto: Hofrichter
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Währenddessen wagt sich der getigerte Oskar langsam Richtung Couch, wo neben Pflegemutter Katja Hofrichter auch die für ihn fremde Elisabeth Uttenreuther sitzt. Immer näher schleicht er sich heran, bis die Neugier über die Vorsicht siegt und er auf das rote Sofa springt. Dann schmiegt er sich kurz an Katja Hofrichter und sonnt sich in der Aufmerksamkeit, bis Uttenreuther nach den Katzenfotos auf dem Couchtisch greift. Wie vom Blitz getroffen, springt Oskar auf und rennt davon. 

„Gerade bei der Vermittlung von scheuen Katzen wie Oskar und seinen Brüdern, ist es wichtig, dass die Leute Geduld haben und das gut vermittelt wird“, sagt Uttenreuther. Die meisten Tierschutzvereine hätten wenig Zeit und würden das Vortreffen oft einfach am Telefon erledigen.

Eine Vermittlung will wohl geplant sein

„Wenn ich ein Katze vermittle, kläre ich erst am Telefon, ob alle Voraussetzungen stimmen. Dann lade ich die Interessenten ein, um mir von ihnen ein Bild zu machen und bringe die Katze dann selbst zu ihrem neuen Zuhause“, sagt Hofrichter. Der Verein wolle das optimale Zuhause für seine Schützlinge finden.

Die Anzahl der wild lebenden Katzen im Nürnberger Land sei nicht zu unterschätzen. „Dass die Kastration kein Pflicht ist, ist wirklich ein Problem“, sagt Uttenreuther. Sie, Hofrichter und die anderen Mitglieder des Vereins bieten ihre Hilfe bei der Rettung, der medizinischen Versorgung,  der vorübergehenden Beherbergung und der Vermittlung von Katzen an.


Der Kater Luigi liegt am liebsten im Obstkorb. Foto: Hofrichter2020/10/Katzenverein-Nurnberger-Land-Diepersdorf-Pflegestelle-Kater-Foto-Beck.jpg

Vier private Pflegestellen in Lauf, Diepersdorf, Eckenhaid und Igensdorf kann die Katzenhilfe Nürnberger Land inzwischen bieten. Uttenreuther hofft, dass es noch mehr werden. Doch auch finanzielle Unterstützung ist willkommen. „Wer Katzen vorübergehend aufnimmt, nimmt damit auch die Kosten für die Entflohung, die Kastration und das Futter auf sich“, sagt Hofrichter. Der Mitgliedsbeitrag des Vereins wird vor allem in die Ausgaben der Pflegestellen investiert.

Auf einmal klingt ein lautes Miau aus dem Heizungsraum hinter der Küche und bringt Katja Hofrichter zum Lächeln. „Carmello beschwert sich, dass die Fremden so lange da sind, er will wieder raus.“

Weitere Informationen zum Verein finden sich auf der Website www.katzenhilfe-nuernberger-land.de. 

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