Tierheim Feucht bittet um Mithilfe

Aktion zur Kastration verwilderter Katzen

Dass diese wildlebende Katze krank ist, sieht man an ihren entzündeten Augen. In ihrem Bauch trägt sie Nachwuchs, was sie zusätzlich schwächt. Das Tierheim hofft, möglichst viele der wilden Vierbeiner vor einem solchen Schicksal zu bewahren. | Foto: Hornung2016/11/Feucht-Tierheim-verwilderte-Katze.jpg

FEUCHT – Nicht wenige wild lebende Katzen leiden an Entbehrungen, Unternährung und Krankheiten. In den meisten Fällen sind sie nicht kastriert und sorgen recht rege für Nachwuchs. Viele dieser Kätzchen werden schon krank geboren, leiden ihrerseits unter Mangelernährung und Parasitenbefall. Um der weiteren Vermehrung wild lebender Katzen vorzubeugen und die Population im südlichen Nürnberger Land zu begrenzen, führt das Tierheim Feucht noch bis Ende des Jahres eine Aktion zur Kastration verwilderter Katzen durch, die auch auf die Mithilfe der Bevölkerung setzt.

Zwei- bis dreimal pro Jahr wird eine wild lebende, unkastrierte Katze trächtig und wirft zwischen vier und sieben Jungtieren. Wenngleich nicht der gesamte Nachwuchs überlebt, kommt es so doch zu einer enormen Überpopulation.
„Es geht grausam zu in der Tierwelt, wenn zu viele da sind“, sagt Ursula Wening, Vorstand für Katzen im Tierheim Feucht. „Kleine Katzen schaffen es oft nicht zu überleben, Alte und Kranke werden ausgeschlossen.“ Gerade in ländlichen Gegenden werden die wild lebenden Tiere häufig zwar gefüttert, erhalten jedoch keinerlei medizinische Versorgung. Ziel der Aktion ist es, einer weiteren Vermehrung, die zu grausamen Lebensbedingungen führt, vorzubeugen. Die kastrierten Tiere sollen an ihrem Fundort wieder ausgesetzt werden.

Mit einem Vorurteil möchte Tierheimvorstand Herbert Sauerer aufräumen: „Kastrierte Katzen fangen natürlich weiterhin Mäuse.“ Durch eine Kastration verlieren die Tiere den Sexualtrieb, ihren Jagdtrieb aber nicht.

5000 Euro stellt der Deutsche Tierschutzbund dem Tierheim Feucht dafür zur Verfügung, sofern das Geld bis zum Ende des Jahres in Anspruch genommen wird. Um den Eingriff bis dahin bei möglichst vielen Tieren durchführen zu können, hofft das Tierheim auf Unterstützung und Mithilfe aus der Bevölkerung.

Wie mithelfen?

Wer eine verwilderte Katze kennt oder ausfindig gemacht hat, sollte sich in einem ersten Schritt mit dem Tierheim Feucht in Verbindung setzen. Die Feuchter Tierschützer registrieren daraufhin das Tier bzw. seinen Fundort und vermitteln einen Tierarzt. Nachdem der Veterinär festgestellt hat, dass es sich wirklich um eine frei lebende Katze handelt, kann die Kastration durchgeführt werden. Katzen, die einen Besitzer haben, sind von der Aktion ausgeschlossen. Das kastrierte Tier wird anschließend markiert, damit es der Prozedur nicht ein zweites Mal unterzogen wird und an seinem Fundort wieder ausgesetzt.

Die Rechnung für den Eingriff muss in jedem Fall beim Tierheim eingereicht werden. Die teilnehmenden Ärzte sind angewiesen, den einfachen Satz in einer Einzelrechnung pro Kastration zu verlangen. Für die Helfer entstehen keinerlei Kosten.

Der Deutsche Tierschutzbund erhofft sich aus der Aktion auch ein statistisches Wissen über frei lebende, unkastrierte Katzen, das als Grundlage für eine mögliche Katzenkastrationsverordnung dienen könnte. Bisher gibt die bayerische Landesregierung zwar eine Broschüre heraus, die über die Kastration von Katzen informiert, eine Pflicht zur Durchführung gibt es allerdings nicht. Ein Anliegen der Tierschützer ist, eine solche aufgrund bundesweiter Zahlen langfristig durchzusetzen.

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