Abschluss am Gymnasium

Zur Abi-Prüfung mit Mundschutz & Co.

So sah der Startschuss zum Abitur 2019 aus: Alle Abiturienten sitzen in der Turnhalle des PPG konzentriert vor ihren Prüfungsbögen. Das Bild wird dieses Jahr anders sein. | Foto: R. Haase2020/05/DSCN7624.jpeg

HERSBRUCK – Nun wird sich zeigen, ob sich das Pauken gelohnt hat: Heute treten die Hersbrucker Abiturienten ihre Abschlussprüfungen an. Doch so wie die vergangenen Jahre werden sie nicht ablaufen, sagt Direktor Klaus Neunhoeffer.

Drei Wochen später als ursprünglich geplant beginnt für die 128 Abiturienten des Paul-Pfinzing-Gymnasiums die letzte Prüfungsphase ihrer Schulkarriere: Heute schreiben sie das Deutschabitur, nächsten Dienstag Mathe und am Freitag, 29. Mai, die letzte schriftliche Prüfung. Nach den Pfingstferien geht es weiter mit den mündlichen Tests und in der ersten Juliwoche besteht die Möglichkeit zur Nachprüfung – alles drei Wochen nach hinten verschoben.

Die Zwölftklässler werden nicht wie ihre Vorgänger gemeinsam in der Turnhalle die Prüfungen schreiben, sondern verteilt auf vier Räume: in der Mensa, der Mehrzweckhalle und den zwei Turnhallen des PPG. So ist es möglich, mehr als die geforderten eineinhalb Meter Abstand zwischen den Schülern zu halten. Auch die Begegnungen vor und nach den Prüfungen reduzieren sich, weil die Schüler über unterschiedliche Zugänge die Räume betreten, erklärt Neunhoeffer.

Maske beim Gehen

Das Abitur ist in diesem Jahr steriler als sonst: Auf dem Weg zum Platz, vor und nach der Prüfung und auf dem Gang zur Toilette tragen die Schüler Mund-Nasen-Schutz und am Eingang stehen Desinfektionsmittel zur Verfügung. Während der Arbeitsphase selbst besteht keine Maskenpflicht, sagt der PPG-Chef. Wer während der fünfstündigen Deutschprüfung den Duden befragen möchte, muss dies mit Einmalhandschuhen tun. Die Aufsicht in den einzelnen Räumen übernehmen die Lehrer im Schichtsystem.

Anstoßen auf die beendeten Prüfungen können die Abiturienten in diesem Jahr auch nicht, sagt Neunhoeffer: „Wenn die Schüler ihren Test abgegeben haben, dürfen sie den Raum verlassen – aber auch das Schulgelände. Mit einem Bierchen auf die vielleicht letzte Matheprüfung ihres Lebens anstoßen geht heuer leider nicht.“

Trotz der großen Umstellung während des Schuljahres und Neuerungen vor allem vor dem 
Abitur sei die Stimmung bei den künftigen Absolventen des PPG recht gut, so Neunhoeffer: „Die Reaktionen gingen vom fränkischen ‚Passt scho‘ bis zum ‚Daumen hoch‘. Die Schüler haben durchblicken lassen, dass sie sich trotz der Umstände gut vorbereitet fühlen.“

Motivation contra Wetter

In den vergangenen Wochen haben sich die Abiturienten zuhause und in der Schule noch einmal intensiv mit dem Stoff beschäftigt. „Es war anfangs schon schwer, sich selbst zu motivieren, etwas für die Schule zu tun – gerade bei dem guten Wetter“, verrät Abiturientin Kina Kaldenbach. Nachdem sie aber ihren Rhythmus gefunden hatte, ging es mit Lernen.

Besonders in Mathematik wünschten sich die Schüler Präsenzstunden, so der PPG-Direktor. Auch Kaldenbach fehlten Unterricht und Nachhilfe: „Ich musste schauen, wie ich mich am besten vorbereite. Gerade in Mathe fand ich es nicht leicht, aber YouTube-Videos zu bestimmten Themen haben mir viel geholfen. Allerdings denke ich, dass man in einer Gruppe deutlich besser lernen hätte können als alleine.“ Vereinzelt fanden daher auch Arbeitsgruppen in der Schule statt, das allerdings unter der Aufsicht von Lehrkräften. Nach wie vor kommunizierten Lehrer und Schüler auch über digitale Medien. Das ersetze aber nicht die „sozialen Kontakte“, findet Kaldenbach.

Die Abiturprüfungen 2020 werden ein Novum sein, doch an manchen Traditionen hält Neunhoeffer fest: „Wir möchten die Verabschiedung feierlich begehen.“ Das soll voraussichtlich am 10. Juli stattfinden. Wie das genau aussehen kann, weiß er noch nicht. Aber die Verabschiedung wird einen festlichen Rahmen bekommen, versichert er. „Schließlich endet mit der Hochschulreife ein ganzer Lebensabschnitt.“

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N-Land Anna-Lena Kopp
Anna-Lena Kopp