Hersbrucker Eselrennen

Techtelmechtel eiskalt ausgenutzt

Sieger unter sich: der Schlusstreiber herzt Molli nach dem Gewinns des Großen Preises von Hersbruck. Das schnelle, siebenjährige Langohr stammt aus dem Gestüt Jutta Prößl bei Weiden. Foto: J. Ruppert2012/08/5_2_1_2_20120806_ESEL.jpg

HERSBRUCK – Als Little Foot den Turbo zuschaltete, gab es für seine Treiberin keinen „Halt“ mehr. Sie machte Bekanntschaft mit dem Boden und der Traum vom Finale war für das Dietershofener Grautier ausgeträumt. 4300 begeisterte Zuschauer des Eselrennens sahen dafür den ersten Sieg von Molli.

Lina eröffnete mit einem furiosen Antritt den Reigen der Vorläufe. An sich hatte Charly Maul vom FC Hersbruck auf dem A-Platz der Fußballer noch drei Mitstreiter losgeschickt. Doch trotz Ziehen, Schieben und sogar Bestechung mit Möhren hatten Blümchen, Molly mit Ypsilon und Franzi absolut null Bock auf Eile. Das unflotte Trio wurde in der ersten Schleife überrundet.

In Runde vier der Qualifikation riss sich Sahra von ihrer Treiberin los und zeigte ihr Können zwei Runden lang ohne menschlichen Anhang. Die Eselin wurde von den nachhechelnden Betreuern zu spät eingefangen und wegen Regelverstoßes auf Rang fünf strafversetzt. Kiara aus Lichtenegg und Titelverteidiger Cäsar kamen weiter.

Vroni sprühte in den Hoffnungsläufen schon auf dem Weg zur Startlinie vor Begeisterung – sie wollte wieder zurück in ihren Unterstand. Nach ihrem unrühmlichen Abschneiden im Rennen machten ihre Begleiterinnen Gesichter, als wäre gerade jemand gestorben.

Nachdem Grautier „Floh“ schon zuvor schon einmal ohne Signal losgespurtet war, musste er im Einlagewettbewerb Reiten erst einmal falsch herum warten. Umgedreht sicherte er sich dank eines guten Schlussspurts an Landrat Armin Kroder und Bürgermeister Robert Ilg vorbei. Gold und Silber gingen an die Eseldamen Lina aus dem Birgland und Sina.

Im ersten Halbfinale begleitete gleich ein ganzer Tross im Innenraum die Bande entlang die beiden erstplatzierten Anton und Cäsar. Little Foot riss sich im folgenden Durchgang los, seine Begleiterin legte unter dem Gejohle der Zuschauer einen Bauchplatscher hin. Fast wäre Little Foot als Geisterläuferesel den Gegnern entgegen gejoggt, weil er einem Fänger entkommen wollte.

Im Finale sah alles nach einem Duell zwischen Lina und ihrem aufdringlichen Verehrer beziehungsweise Verfolger Cäsar aus. In einem packenden Finish raste dann aber Molli an den beiden vorbei und holte sich die Siegestrophäe. Publikumsliebling war heuer allerdings ein anderes Langohr. Während die siebtplatzierte Sahra rannte, durfte ihr kleines Fohlen vom Innenraum aus der Mama zusehen.

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