Bücher des Vereins „Altnürnberger Landschaft“

Spannendes über alte Mauern

Robert Giersch und Bernd Mühldorfer präsentieren die beiden neuen Bücher, das Sonderheft über die Burg Hohenstein sowie die Mitteilungen des Vereins (v. links). Foto: A. Pitsch2015/10/AltNgbLandschaft.jpg

HERSBRUCKER SCHWEIZ – Seit 1951 bringt der Verein „Altnürnberger Landschaft“ in regelmäßigen Abständen seine Mitteilungen sowie Sonderveröffentlichungen heraus. Wer meint, der Arbeitsgemeinschaft für Geschichte und Heimatforschung im Nürnberger Land gehen nach so langer Zeit die Themen aus, der irrt: Ab sofort sind wieder zwei je rund 120 Seiten starke Hefte erhältlich, die sich inhaltlich perfekt ergänzen. Kreisen die vier Beiträge in den Mitteilungen Nr. 62/63 für 2013/14 um Burgen und Schlösser, hat die Sonderausgabe die Burg Hohenstein zum Thema.

„Das hat sich zufällig so ergeben“, sagen die beiden Kreisheimatpfleger Robert Giersch und Bernd Mühldorfer, die die meiste Arbeit mit den kleinen Büchern hatten. Denn die Autoren kommen meist auf den Verein zu und fragen nach, ob es ein Thema zu bearbeiten gibt oder Interesse an einem Artikel besteht. „Das sind größtenteils Mitglieder“, erklärt Giersch.

Viele von diesen sind interessierte Laien, aber auch Personen, die historisch oder landeskundlich im Beruf arbeiten und sich privat mit der Vergangenheit der eigenen Heimat beschäftigen.

Diesmal hatten die Autoren eben vor allem die herrschaftlichen Bauten im Landkreis im Fokus. So schreibt Lothar Baumeister über die Geschichte und bauliche Entwicklung der Burgkapelle in Grünsberg. Angereichert mit Fotos, Plänen und alten Bildern schildert er die Veränderungen vor allem des Schlaguhrturms. Ebenfalls nur einen Teil, nämlich die Befestigungswerke der Burg Veldenstein, nimmt Mathias Conrad in den Blick. Historisch ergänzt wird dieser Beitrag durch einen Artikel von Robert Giersch.

Über Entstehung und Nutzung des Pflegschlosses in Betzenstein hat Annett Haberlah-Pohl eine Abhandlung beigetragen. Ergänzt wird die Publikation mit einer Auflage von 1000 Stück, die in erster Linie für die rund 700 Mitglieder gedacht ist, von Berichten über die Vereinsaktivitäten.

Im Gegensatz zu den alle zwei Jahre erscheinenden Mitteilungen kommen die Altnürnberger Sonderhefte seit 1951 in „lockerer Reihung“ heraus. Bereits 1956 erschien ein Buch über die Burg Hohenstein, aber die war „dringend überholungsbedürftig“, so Giersch. Baugeschichte gab es damals nicht. Die Sanierung ermöglichte neue baugeschichtliche Forschungen, interessant für den Bauhistoriker Giersch.

Da er 2013 eine multimediale Präsentation über die Geschichte des Wahrzeichens im Nürnberger Land für die Burg angefertigt hatte, boten sich eine Zusammenfassung dieser Arbeit sowie ein Abriss der Baugeschichte ab dem Jahr 2000 an. „Jede Zeit hat nämliche ihre Spuren hinterlassen“, weiß Giersch.

Um diese zu finden, heißt es aber nicht nur, im Boden zu graben, sondern auch in den Archiven zu wühlen. Giersch hat einige ganz alte Zeichnungen (z. B. von 1618) auf diese Weise neu entdeckt und mit ins Heft gebracht: Historische Pläne, Fotos bis ins Jahr 1893, Grafiken aus dem 19. Jahrhundert, Stiche und Bilder aus dem 19. Jahrhundert geben den Blick in die Vergangenheit frei. Noch plastischer wird dieser mit 3D-Abbildungen, die basierend auf den neuesten Befunden erstellt wurden. Nach rund einem Vierteljahr Recherche hatte Giersch ein erstes Bild von Aufbau und Inhalt seines Sonderhefts. Jetzt ist er „stolz und froh“, dass das Buch fertig ist. Das gilt auch für die Mitteilungen, auch „wenn man mit der Zeit eine gewisse Routine“ gewinnt. Langweilig wird die Arbeit an der Geschichte aber nie.

Die beiden Publikationen sind im Buchhandel, im HZ-ServiceCenter und in der Vereins-Geschäftsstelle in Neuhaus (Finstermühle 82) erhältlich. Die Mitteilungen kosten 10 Euro, das Sonderheft 12 Euro.

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