Gründungsfeier

Hersbruck hat jetzt einen Rotary Club

Jung, unbeeindruckt und voll frischem Wind: die Gründungsmitglieder des Rotary Clubs Hersbruck. | Foto: Screenshot2021/06/redwebrotarier-cf.jpg

HERSBRUCK – Sie stehen mitten im Leben, sind erfolgreich – und fühlen sich den wegweisenden Ideen und Werten des amerikanischen Rechtsanwalts Paul Percy Harris verpflichtet: 20 vorwiegend junge Leute aus Hersbruck und Umgebung haben jetzt den Rotary Club Hersbruck gegründet, um je nach den eigenen Fähigkeiten die zu unterstützen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.

Der Hersbrucker Ableger des weltumspannenden Netzwerkes von Service-Clubs (als die sich die rund 1,2 Millionen Rotarier in über 34 000 Clubs verstehen) ist der jüngste und inzwischen 73. Spross des von Sachsen bis Mittelfranken und die Oberpfalz reichenden Districts 1880 – mit den „Neuen“ aus Hersbruck engagieren sich hier inzwischen über 3560 Männer und Frauen sozial in eigenen Projekten vor Ort oder über die von Rotary International aufgelegten Aktionen wie PolioPlus oder die Jugendaustauschprogramme.

Viele Möglichkeiten

„Rotary eröffnet viele Möglichkeiten“, sagte Holger Knaack, der noch bis Ende Juni – das neue rotarische Jahr beginnt jeweils am 1. Juli – amtierende Präsident von Rotary International vom RC Herzogtum Lauenburg-Mölln zu Beginn der wegen Corona nur via Zoom möglichen Gründungsfeier. Neben den Glückwünschen zum „Geburtstag“ erinnerte er die neuen Rotarier daran, nun einer Wertegemeinschaft anzugehören, deren Grundlage der Servicegedanke ist. Sie sollten sich und ihr Verhalten immer wieder anhand der „Vier-Fragen-Probe“ hinterfragen: Ist es wahr? Ist es fair für alle Beteiligten? Fördert es Freundschaft und guten Willen? Wird es dem Wohl aller Beteiligten dienen?

Ralf Michael Franke blickte auf diverse „Stolpersteine“ zurück, die zwischen dem ersten Gespräch des hiesigen Gründungspräsidenten Alexander Hertel und herwig Danzer vom RC Auerbach am Rande der Unterkrumbacher Werkstatttage bis zur ersten Charterfeier aus dem Weg zu räumen waren. Selbst erstmals mit dieser Aufgabe betraut, habe er auch Parallelen zur eigenen Clubgründung entdeckt, aber stets darauf geachtet, dass „Hersbruck keine Kopie von uns wird“. Herausgekommen sei ein „junger, von den vielen Herausforderungen unbeeindruckter Club, der für viel frischen Wind sorgt“.

Ab an die Apfelpresse

Alexander Hertel, ab 1. Juli offiziell für ein Jahr erster Präsident in Hersbruck, gab die Komplimente gerne zurück. Jetzt, noch rechtzeitig vor dem neuen rotarischen Jahr, sei der RC Hersbruck startbereit und könne aktiv Aktionen planen. Als erstes wolle der Club ein Projekt wiederholen, das er 2020 schon „inoffiziell“ durchführte – im Herbst auf den Streuobstwiesen rund um Hersbruck Äpfel sammeln und sie zu Saft pressen lassen, der dann als Spende an die Hersbrucker Kindergärten geht.

Das sei zugleich ein gutes Beispiel für den Anspruch, die Mitglieder samt ihren Familien einzubinden und so dafür zu sorgen, dass „das soziale Engagement das Familienleben nicht belastet, sondern bereichert“. Bei der Vorstellung der 20 aktuellen Mitstreiter durch die Mitgliedsbeauftragte Katharina Amann war schnell klar, warum das so wichtig ist: Bis auf eine Ausnahme sind Hersbrucks Rotarier Menschen von Ende 20 bis Mitte 40, viele haben Kinder oder erwarten gerade Nachwuchs.

Anderen helfen

Die Spannbreite ihrer beruflichen Tätigkeiten reicht vom selbstständigen Physiotherapeuten über Steuerberater, Versicherungskaufleute, Architekten, Ärztinnen und Polizisten bis zu Geschäftsführern namhafter Firmen. Auch ihre Beweggründe, sich bei Rotary einzubringen, sind unterschiedlich – aber fast immer auf den gleichen grundlegenden Nenner zu bringen: Neben dem Austausch mit Menschen aus unterschiedlichsten Tätigkeitsbereichen der Wunsch, sich für die Gemeinschaft einzusetzen und „denen zu helfen, die Hilfe brauchen“ (Schatzmeister Mathias Schröder) oder sich dabei „auch ganz persönlich einzubringen“ (Öffentlichkeitsbeauftragte Catrin Ruderisch)

Dekan Tobias Schäfer bezog sich auf das kurz vorher von allen gemeinsam ausgebrachte „Prosit“ auf die Vereinsgründung: Angelehnt an die Übersetzung des lateinischen Trinkspruchs – „Möge es nützen“ – freue er sich über Menschen, die sich für die Gemeinschaft stark machen, für Werte einstehen und Menschen unterstützen, die Hilfe brauchen. Gerade nach der anstrengenden Corona-Zeit sei es „wichtig, Aufbrüche und Neues zu wagen – vor allem dann, wenn es anderen nützt“, sagte er. Als gutes Beispiel nannte er den Beitrag des Rotary Clubs Nürnberger Land zum dringend benötigten neuen Bus der Dekanatsjugend.

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