Sonntag geht es am Plärrer rund

Familientag der Landwirtschaft in Hersbruck

Laden zum Schleppergeschicklichkeitsfahren am Sonntag ein: Thomas Raum vom AC Hersbruck (rechts), BBV-Kreisobmann Günther Felßner (Mitte) und sein Stellvertreter Siegfried Schmidt (links). | Foto: K. Bub2017/08/8244986.jpg

HERSBRUCK – Es ist eine Premiere in doppelter Hinsicht: Mit der ersten mittelfränkischen Meisterschaft im Schleppergeschicklichkeitsfahren betritt nicht nur der AC Hersbruck Neuland, eine Veranstaltung dieser Form gab es in der Stadt bislang auch noch nicht. Daher wird es am Sonntag, 3. September, ab 10 Uhr beim Turnier im Rahmen des Familientags der Landwirtschaft, den der Bauernverband am Plärrer ausrichtet, sicher spannend werden.

Bereits im vergangenen Jahr legten die Verantwortlichen fest, dass sie das Happurger Bergrennen nur im Zwei-Jahres-Rhythmus ausrichten wollen, blickt der zweite AC-Vorsitzende Günter Lincke zurück. Doch womit die Lücke füllen? Chef Thomas Raum hatte dann die Idee zum Schleppergeschicklichkeitsfahren – ein in Südbayern verbreiteter sportlicher Wettbewerb.

Rasch war eine Zusammenarbeit mit dem Bauernverband im Nürnberger Land (BBV) gefunden und die Idee eines Familientags der Landwirtschaft unter dem Motto „Land trifft Stadt“ war geboren. Ziel ist es laut BBV, den Verbrauchern die Themen Landwirtschaft und Verkehrssicherheit näher und sie mit den Bauern ins Gespräch zu bringen.

Für Aufsehen wird wohl in erster Linie der rund 85 mal 80 Meter große Parcours auf dem Plärrer sorgen, der von allen Seiten ein Zuschauen erlaubt. Ab 9 Uhr können die Teilnehmer die sechs Aufgaben besichtigen. Bevor sich der erste Fahrer um 10 Uhr auf einen der beiden neuen Fendt-Traktoren mit Anhänger, von denen die Baywa zwei identische Exemplare zur Verfügung stellt, setzten darf, muss er – wie alle anderen – zehn theoretische Fragen beantworten. „Die fließen mit in die Bewertung ein“, erklärt Sportleiter Erich Pfann.

Wer da falsch liegt, bekommt ebenso Strafpunkte wie bei Kurvenstrecke, Slalom, Tordurchfahrt oder Zielbremsen. Mehr Geschick und Konzentration werden das Rückwärtsrangieren, das Heranfahren an die Rampe sowie das exakte Stehen an und auf Querrinne und Rundbalken erfordern. Und damit noch nicht genug: Eine Milchkanne – „die werden wir wahrscheinlich mit Wasser füllen“, so Lincke – steht frei auf dem Anhänger und darf nicht umfallen. Auch wenn etwas überschwappt, kassiert der Fahrer Punkte.

Ruhige Hand nötig
Obendrauf gibt es noch eine Zeitvorgabe. „Die werden wir bei Tests nach dem Aufbau am Samstag bestimmen“, sagt Lincke. Es werde aber ausreichend Zeit vorhanden sein, beruhigt er sogleich. Schließlich gehe es nicht ums Rasen, sondern darum, die Aufgaben genau zu erfüllen, ergänzt Pfann.

Wer nun Angst hat, das Turnier sei nur etwas für Profis, der irrt: „Es geht doch um Geschicklichkeit und da kann immer ein Fehler passieren“, meint Lincke, für den der Spaß bei der Veranstaltung im Vordergrund steht. Zumal die Aufgaben aus der täglichen landwirtschaftlichen Arbeit heraus entstanden sind. Die drei Besten werden übrigens bei der Siegerehrung um 17 Uhr im Festzelt am Plärrer mit 200, 100 und 50 Euro belohnt.

Viel Action für Kinder
Bislang haben sich nur Traktorfahrer aus der Region angemeldet, was Lincke freut. Wer noch mitmachen möchte, kann sich bis Sonntag um 9.30 Uhr vor Ort anmelden. Den Reiz des Tages sehen Lincke und Pfann in der Mischung aus Turnier, Markt der Genüsse und vielen Attraktionen vor allem für Kinder. Auf die kleinen Gäste warten Tretbulldogfahren, Kartschnupperparcours, Strohballenhüpfburg und Streichelzoo. Doch auch die Erwachsenen können sich beim kostenlosen Aufprallsimulator des ADAC und beim Säge- und Nagelwettbewerb austoben.

Alle Wissensdurstigen kommen bei diversen Infoständen auf ihre Kosten oder sie sprechen die Direktvermarkter, Imker, Waldbauern und Maschinenringmitglieder einfach an. Eine Besonderheit wird auch ein mobiler Hühnerstall sein. Oldtimer-Traktoren werden am Schulparkplatz zu bestaunen sein. „Wir haben die hiesigen Vereine diesbezüglich angeschrieben“, sagt Lincke, „die organisieren möglicherweise eine Sternfahrt dorthin“.

Wer nach den vielen Eindrücken und dem vielen Laufen – das Festgelände erstreckt sich von Plärrer und Schulparkplatz über den Verkehrsübungsplatz bis zur Skaterfläche am Chotieschauer Weg – eine Pause braucht, ist im Festzelt richtig. Dort verwöhnen unter anderem die Landfrauen mit Kuchen und Küchle, ab 12 Uhr spielt dort Musik. Und am Abend lässt es sich mit den Helden der Traktoren feiern.

Infos und Anmeldung zum Schleppergeschicklichkeitsfahren unter www.ac-heb.de oder beim BBV unter Telefon 0911/9558880.

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch