Interview mit Powerlord, die ihr 25-jähriges Bestehen mit einem Konzert feiern

„Das wird ein Brett“

Pyrotechnik gibt es in der Geru-Halle nicht, dafür „ein Brett“. Was das heißt, verraten drei Bandmitglieder von Powerlord im Interview. | Foto: J. Ruppert2017/02/IMG_5815.jpg

HERSBRUCK – Bekannt sind sie für ihren harten Sound und Pyrotechnik und sie haben schon vor bis zu 8000 Leuten gespielt. Vor dem Gespräch mit Torsten „Pneu“ Bökel (Drums), Uwe Mertel (Sänger und Gründungsmitglied) sowie Marco „Ray“ Graetsch (Bass) von der Hersbrucker Band Powerlord hat die HZ-Redakteurin noch überlegt, ob sie einen Feuerlöscher bereitstellen soll. Und dann sitzen da drei völlig lockere Männer mit so richtig Sinn für Humor. Wenn sie nicht auf der Bühne abgehen wie Schmitz‘ Katze, dann arbeiten sie in der Industrie, bei der Feuerwehr und als Professor an der Uni, sind verheiratet und haben Kinder. Hier ein Auszug aus dem Interview.

Iron Maiden oder Metallica?
Uwe und Torsten gleichzeitig: Metallica.

Wenn Elvis der King of Rock’n‘Roll ist, wer oder was ist dann Powerlord?
(drei große Augenpaare) Torsten: Das ist ein beängstigender Vergleich. Alles, was Elvis gemacht hat, ist aus dem Blues raus entstanden. Und wenn der Blues die Wiege des Rock ist, dann ist der Hard und Heavy Rock letztendlich auf Elvis zurückzuführen. Wir sind nicht Kinder von Elvis, aber Erben. Devote Erben (alle lachen).

Devot?! Und das von Powerlord?
Torsten: Was denkst du, wer Powerlord ist – wir sind sechs Jungs vom Land und wir machen nur Musik. Das brauchen wir nicht größer reden als es ist. Aber auch nicht kleiner. Wir verstehen uns so gut untereinander; ich bin mir sicher, wenn wir Autos schrauben könnten, würden wir eben das zusammen machen.

Welches Lied habt ihr euren Kindern gestern vorgesungen?
Ray: „Ich bin ein dicker Tanzbär“ (alle lachen lauthals).

Das Verrückteste, das ihr je auf der Bühne gemacht habt?
Torsten: Unsere Priorität auf der Bühne ist nicht das Spontane, wir setzen auf Präzision.
Ray: Gebrannt habe ich mal.

Und das einem Feuerwehrmann? Das kannst du ja auch keinem erzählen.
Ray (lacht): Das stimmt.

Was ging mal so richtig in die Hose?
Torsten: Ich bin mal bei einem Schlagzeugsolo rückwärts samt Hocker vom Schlagzeugpodest gefallen. Da haben nur noch die Füße oben rausgeguckt. Uwe: Angels Verstärker hat mal gebrannt. Da mussten wir dann schlagartig aufhören. Nach 15 Minuten Löscharbeiten konnten wir weiterspielen.
Ray: Und wir haben mal die komplette Anlage geschossen mit meiner Pyrotechnik. Da haben wir die ganze Disco lahmgelegt.
Alle (geraten ins Schwärmen und reden wild durcheinander): Von zwei 6000-Watt-Stroboskopen hat es die Leuchtkörper von der Druckwelle aus der Fassung gehauen. Da war die ganze Disco dunkel! Torsten (zu Uwe): Am besten war dein Spruch, als wir nach 20 Minuten weitermachen konnten: „Also Leute, egal, was das gerade war, das hatte nichts mit uns zu tun!“ (alle lachen)

In der Geru-Halle dürft ihr am 18. März kein Feuerwerk abbrennen. Was gibt es stattdessen – Wunderkerzen?
Uwe: Wunderkerzen sind auch verboten.
Torsten: Wir planen auf jeden Fall ein „Brett“.

Was heißt ein „Brett“?
Torsten: Ein lückenloser, glasklarer Sound. Uwe: Und wir wollen auch richtig feiern mit den Leuten. Torsten: Eigentlich nervt die Knallerei sogar.
Ray (mit gespieltem Entsetzen): Ach komm!
Torsten: Der Ray hat so viel Arbeit mit dieser Pyrotechnik. Einkaufen, stopfen, Lehrgänge …

Jetzt schmollt der Ray gleich, wenn du das sagst.
Ray: Als wir mit der Pyro angefangen haben, hatte das nicht jeder. Da war es schwerer zu bekommen und teurer. Angefangen hat es ja mit Rammstein, dann haben wir immer mehr ausprobiert. Feuer an den Schuhen, an der Maske …
Uwe: Inzwischen kommen viele wieder weg von der Pyrotechnik, weil es einfach jeder hat. Jede Volksrockband hat irgendwelche Flammenwerfer auf der Bühne. Das ist nichts Besonderes mehr.
Ray (kämpft): Jaaa, aber das gehört bei uns schon auch dazu!
Torsten: DJ Hampelmann featuring Hupfdohle werden gebucht, 2000 Leute haben die Hände in der Luft und jeweils drei Promille. Aber wir bieten 4,5 Stunden handgemachte Covermusik in allen Schwierigkeitsgraden, die es gibt.

Infos zum Konzert
Das „Brett“ gibt es am Samstag, 18. März, in der Geburtsstadt von Powerlord, in Hersbruck. Um 21 Uhr ist Einlass, gegen 21.45 Uhr beginnt das Konzert und es wird laut in der Geru- Halle. Die Band bittet um festliche Abendgarderobe. Zutritt nur ab 18 Jahren, Jugendlichen ist der Aufenthalt ausschließlich in Begleitung eines Elternteils erlaubt. Karten gibt es im Vorverkauf für acht Euro in Hersbruck bei: Pilsbar Schnerpfl, Rumpelkammer, Radsportzentrale, Blumenladen Fräulein Grün oder online unter: [email protected]

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren