Appell des Forstamtes

Warnung vor Borkenkäfer

So sieht er aus, der Borkenkäfer. Foto: Ulla Meckler2013/05/5_2_1_2_20130521_BORKEN.jpg

NÜRNBERGER LAND – Sie sind der Albtraum eines jeden Waldbesitzers: die kleinen Borkenkäfer. Seit gut einer Woche krabbeln und fliegen sie wieder in den Wäldern des Landkreises. Die Forstverwaltung appelliert daher an erhöhte Aufmerksamkeit.

„Es ist zwar noch zu früh, um Alarm zu schlagen“, sagt Forst-Chef Harald Gebhardt. Doch im Moment sind ideale Bedingungen gegeben, dass sich die lästigen Tierchen schnell vermehren: Im Winter gab es viel nassen Schnee, bei etlichen Bäumen sind unter der Last der Schneedecke Äste, wenn nicht sogar die ganze Krone abgebrochen. „Das Holz am Boden ist der perfekte Nistplatz für die Käfer“, sagt Gebhardt.

Bleibt es in den kommenden Tagen und Wochen warm, sterben die dort gelegten Eier nicht ab – die Folge sind tausende neue Insekten, die sich wiederum explosionsartig vermehren.

Um das Ausmaß der Schädlings-Population – im Landkreis sind es hauptsächlich Buchdrucker und Kupferstecher – überblicken zu können, hat der Henfenfelder Forstrevier-Leiter Markus Stapf Fallen für beide Käferarten aufgestellt.

Im Moment ist zwar noch keine außergewöhnlich hohe Anzahl der Insekten festzustellen. „Das kann sich jedoch sehr schnell ändern“, so Gebhardt.

Besonders gut schmeckt den Borkenkäfern die Fichte, dem Buchdrucker dabei vor allem die großen Bäume, den Kupferstechern eher die Baumkronen und die kleineren Exemplare. Haben sie eine Fichte ihrer Wahl erst einmal in Angriff genommen, hat selbst ein völlig gesunder Baum keine Chance: Der Befall der bis zu 3000 Käfer bringt die Fichte um.

Die Förster bitten daher alle Waldbesitzer, vor allem ihre Fichten genau zu beobachten. Finden sie braunes Bohrmehl, abblätternde Rinde oder Kronenverfärbung bei ihnen vor, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Borkenkäfer von ihrem Baum Besitz ergriffen haben.

Den angegriffenen Baum zu fällen, ihn mindestens 500 Meter aus dem Wald zu entfernen und das Holz schnell zu verwerten, das sind Faktoren, die das Risiko reduzieren, dass die schädlichen Käfer auf andere Bäume im Umkreis übergreifen. Das tun sie andernfalls sehr schnell – auf bis zu 30 andere in ihrer nahen Umgebung.

Insgesamt gibt es im Landkreis Nürnberger Land rund 40 000 Hek tar Wald, das sind etwa 50 Prozent der Fläche. Die letzten Jahre waren hinsichtlich des Borkenkäferbefalls „eher ruhig“, so Gebhardt.

Im sehr heißen Sommer 2003 war das anders: Damals fielen im Landkreis gut 40.000 Kubikmeter Holz den Schädlingen zum Opfer. Ein Baum entspricht ein bis zwei Kubikmetern Holz.

N-Land Ulla Meckler
Ulla Meckler