Denkmalprämierung

Auszeichnung für die sanierte Kirchhofmauer in Henfenfeld

Der vordere Teil der Mauer wurde erneuert und absichtlich nicht genauso gestaltet wie der historische hintere Teil, damit dieser klar ersichtlich bleibt. | Foto: Julia Krieger, Bezirk Mittelfranken2020/04/redwebHenfenfeld-Kirchhofmauer-2019-07.jpg

HENFENFELD – Da hat sich der Aufwand mehr als gelohnt: Die Sanierung der Kirchhofmauer in Henfenfeld wurde vom Landesamt für Denkmalschutz prämiert. Dabei waren die Arbeiten zunächst aus der Not geboren, wie Pfarrerin Kathrin Klinger erzählt.

Ursprünglich war die Mauer mit einem Haus verbunden, das im November 2015 abgerissen wurde, erklärt Klinger. Dadurch wurde das historische Bauwerk, das die Kirche umgibt, instabil und neigte sich zusehends nach außen. „Wir waren zur Notsicherung gezwungen“, sagt die Pfarrerin. Schon vorher sei die Mauer durch Erddruck und ungenügende Einbindung instabil geworden und war an manchen Stellen weit ausgebaucht, heißt es im Informationstext der Denkmalprämierung.

2017 bis 2018 wurde das historische Bauwerk – wovon Teile „bestimmt 500 oder 600 Jahre alt sind“, schätzt Klinger – saniert. Dabei hätten die Landeskirche, das Landesamt für Denkmalschutz und eine Fachfirma gekonnt an einem Strang gezogen, wodurch der historische hintere Teil der Sandsteinmauer erhalten werden konnte, so die Pfarrerin.


Versteckte Stützen

Mit viel Aufwand ließ sich ein Aufgraben des sensiblen Geländes vermeiden: Die Stützwand wurde durch selbsttragende Erdvernagelungen rückverankert, eine Winkelstützwand ersetzte die Betonstützwand. Alle Zusätze wurden dem Bestand angepasst, Abdeckplatten wurden durch Ziegel ersetzt. Außerdem beugt nun ein umlaufender Schotterstreifen Schäden durch Staunässe oder Pflanzen vor.

Der vordere Mauerteil, der zum Eingang hin verläuft, war bereits in den 1950er Jahren durch eine Betonkonstruktion ersetzt worden. „Nun wurde er an den alten Teil der Mauer angepasst, aber so, dass der Unterschied erkennbar bleibt“, erklärt Klinger. Man habe schließlich keine „Fake“-Mauer gewollt. Insgesamt habe die Sanierung rund 220 000 Euro gekostet. Zuschüsse kamen von der Landeskirche, dem Landesamt für Denkmalpflege und der Gemeinde Henfenfeld. Auch die Kirchengemeinde musste ihren Teil beitragen und zahle laut Klinger noch Schulden ab.

Erbe der Pfinzings

Die Sanierung trug auch einen Teil zum Erhalt des historischen Erbes von Henfenfeld bei: Bis ins 18. Jahrhundert diente die Kirche St. Nikolaus als Grablege der Nürnberger Patrizierfamilie Pfinzing, die im nahen Schloss ihren Sitz hatte. Das charakteristische Portal mit der Giebelbekrönung ist auf 1698 datiert, Teile der Sandsteinquadermauer stammen aus dem 17. oder 18. Jahrhundert, später kamen noch Ergänzungen in Kalkbruchstein und als Mischmauerwerk hinzu. Die Mauer umfasste auch den um die Kirche gelegenen Friedhof, der mittlerweile verlegt wurde. Auch deshalb gehöre das Bauwerk zu den „interessantesten historischen Arealen“ des Ortes, findet Klinger.

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