Ein integrativer Ort

HARTENSTEIN – Neben der Beschlussfassung über Haushaltsplan und -satzung für 2010 (Bericht folgt) stimmte der Gemeinderat Hartenstein mehreren Bauanträgen zu, vergab den Auftrag für den Weiterbau der Gemeindeverbindungsstraße Höflas – Rupprechtstegen neu und genehmigte die Rechnung für die anteiligen Kosten an der FrankenPfalz-Buslinie.


So wurde der Wunsch der Burg Hartenstein AG abgesegnet, die beantragte, den kompletten Burggarten gastronomisch nutzen zu dürfen. Mit einer Gegenstimme von Hans-Walter Gerstacker (CSU/WG) erteilte das Gremium dem Verein „Mühlenkraft e.V. “ die Zustimmung für die Zeit von Anfang Mai bis Ende September 2010 auf dem Gelände der Harnbach-Mühle in Enzendorf, das seit Frühjahr 2009 im Besitz des gemeinnützigen Vereins ist, einen Kiosk zu betreiben. Dies sei ein erster Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung des geplanten Gesamtprojektes auf dem rund 20 Hektar großen Mühlenareal, sagte Jochen Riehl. Eröffnung des Kiosk‘ sei am ersten Mai. Der Mühlenkraft-Vorsitzende und Sonderschullehrer am Wichernhaus in Altdorf erläuterte anschließend das Bauvorhaben.

So soll dort ein integrativer Ort der Bildung, Arbeit und Entwicklung für Menschen mit und ohne Behinderung entstehen. Das Konzept ruhe auf fünf Pfeilern: Neben einer „Berufsschule für alle “ mit ganzjährig ausgelagerten Klassen für etwa 20 Schüler mit besonders handlungsorientiertem Förderbedarf in Kooperation mit Klassen aus Regelberufsschulen sei auch eine Gaststätte mit Unterkunftsmöglichkeiten, etwa in Baumhäusern, geplant. Zudem soll auch Wohnraum für Schüler und Mitarbeiter geschaffen werden, der in allen Bereichen barrierefrei ist. Weiterhin seien erlebnispädagogische Kurz- und Langzeitangebote, Naturerlebnis- und Umweltseminare vorgesehen. „Ziel des Vorhabens ist eine natürliche Inklusion, eine Brücke zu bauen zwischen Schul- und Sonderschulpädagogik “, betonte Riehl. Die Trägerschaft habe die Rummelsberger Anstalten übernommen.

Bedauerlich sei, so Riehl, dass die denkmalgeschützten Mühlen-Gebäude abgerissen werden müssen. Das habe ein statisches Gutachten ergeben. Der Neubau soll allerdings „kein Riesenkomplex “ werden, sondern sich den landschaftlichen Gegebenheiten anpassen. „Ein detaillierter Finanzierungsplan liegt noch nicht vor “, meinte er, auch wenn es im Hintergrund schon Gespräche mit potenziellen Geldgebern gebe. Riehl sieht die Gemeinde und Grundstücksnachbarn als wichtige Kooperationspartner: „Die Menschen, die dort später leben, sollen gut angenommen werden “. Auf Nachfragen der Ratsmitglieder betonte der Pädagoge, dass keine Eingriffe in die Pegnitz vorgesehen seien. In Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde – und falls genehmigt – soll allerdings eine Bootsausstiegsstelle entstehen. Wann das Projekt in Angriff genommen wird, sei noch offen. „Sobald es geht. Ein Jahr planen und zwei Jahre bauen “, meinte er dazu.

Nachdem das ursprünglich für den Bau der Gemeindeverbindungsstraße zuständige Unternehmen in Insolvenz ging, vergab das Gremium den Auftrag neu an die Firma Marktgraf in Weiden in Höhe von 1 063 118 Euro. „Wegen zusätzlicher Ingenieur-Leistungen fällt das Projekt um 103 000 Euro höher aus, als geplant “, erläuterte Wolter. Der Beginn der Arbeiten soll in den nächsten zwei bis drei Wochen erfolgen.

An den Kosten für die Buslinie „FrankenPfalz-Express “ beteiligt sich die Kommune anteilig mit 1500 Euro für das Jahr 2009. Ob die Gemeinde weiter daran teilnimmt, hänge von der Bedarfsermittlung ab. Noch immer liege keine detaillierte Aufstellung über die Anzahl der Fahrgäste seitens des Betreibers vor, die das Gremium nochmals anmahnte. Am Schluss der Sitzung teilte Wolter noch mit, dass Engenthal seine eigene Wassserversorgung aufgibt und sie auf die Gemeinde Hartenstein überträgt. Zudem wies er darauf hin, dass es im Ortskern in Hartenstein in den nächsten Monaten aufgrund der Dorferneuerungsmaßnahmen zu Verkehrseinschränkungen kommt. Sperrungen und Umleitungen werden rechtzeitig bekannt gegeben.
Armin Tauber

N-Land Hersbrucker Zeitung
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