Spatenstich für Fernwärme aus dem Hackschnitzelwerk

Grüne Wärme fürs Hersbrucker PPG

Armin Kroder, Harald Kiesl, Robert Ilg, Peter Uschalt, Stadträte, Vertreter von Naturenergie, Hewa und der Baufirmen begannen mit dem Spatenstich den Bau der Hersbrucker Fernwärmeleitung in der Amberger Straße.2015/04/5_2_1_2_20150414_WAERME.jpg

HERSBRUCK – Normalerweise wäre der Bau einer Leitung allenfalls eine Kurzmeldung wert. In dem Fall nicht: Denn die neuen Rohre unterhalb der Amberger Straße versorgen ab dem kommenden Herbst das Hersbrucker Gymnasium mit Fernwärme aus dem Hackschnitzelheizwerk am östlichen Ortsausgang. „Wir packen die Energiewende richtig an“, hob Bürgermeister Robert Ilg hervor.

Beim traditionellen Spatenstich lobte auch Landrat Armin Kroder das Projekt. Die Schule bekommt die gewünschte Wärme, das Geld dafür bleibt bei den heimischen Waldbauern und die Hackschnitzel verbrennen als nachwachsender Rohstoff CO2-neutral, sagte er. Ihr „Ja“ wurde den Entscheidungsträgern dadurch erleichtert, dass das Paul-Pfinzing-Gymnasium eh die Heizung austauschen muss und die künftigen Kosten nicht höher liegen als mit der bisherigen Verwendung von Gas.

Für die jetzige Lösung mussten die Beteiligten allerdings „ums Eck denken“, sagte Geschäftsführer Harald Kiesl vom Hersbrucker Versorger Hewa. Die Wärme stammt nämlich von der Naturenergie, einem privaten Unternehmen, das seit Jahren die Hersbrucker Therme mit Heizenergie versorgt. Die benötigte Leitung samt Bau und der Vertrieb liegen hingegen in den Händen der örtlichen Stadtwerke.

Nur dank dieser Verflechtung der bisherigen Konkurrenten war ein wettbewerbsfähiger Preis zu schaffen, betonte Harald Kiesl. Robert Ilg und Armin Kroder haben die Vertragsverhandlungen zwischen den Partnern tatkräftig unterstützt.

In 10 bis 15 Jahren werden solche Fernwärmeleitungen von Hackschnitzelanlagen nicht mehr unkonventionell sein, hofft der Landrat. Dass der Hersbrucker Stadtrat dieses Ergebnis klar befürwortet, zeigten Zweiter Bürgermeister Peter Uschalt und die Räte Dr. Ulrike Eyrich, Jürgen Amann, Götz Reichel und Peter Matzner mit ihrer Teilnahme am Spatenstich.

Max Oblinger von der Naturenergie reichte dem Hewa-Chef bildlich die Hand für weitere gemeinsame Vorhaben. Die sind schon angedacht und zwar das Schulzentrum an der Happurger Straße und die Hersbrucker Hautklinik Psorisol, die eine Erweiterung plant.

Auch die Anwohner an der Amberger Straße können ihre Häuser an das Fernwärmenetz anschließen lassen. „Einige haben deswegen schon bei der Hewa angeklopft“, berichtete Robert Ilg. Eher als Nebeneffekt lässt der Hersbrucker Versorger auch die rund 50 Jahre alten Wasserrohre samt der Hausanschlüsse in den aufgegrabenen Streifen austauschen.

Ein Wermutstropfen sind allerdings die monatelangen Verkehrsbehinderungen in der Amberger Straße. Für das Verlegen der unterirdischen Leitungen werden abschnittsweise und halbseitig immer rund 100 Meter aufgegraben. Ampeln steuern den Verkehrsfluss. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis September. Immerhin packt der Landkreis die Gelegenheit beim Schopf und erneuert am Ende des Projekts in dem betroffenen Bereich die komplette Asphaltdecke der Amberger Straße stadteinwärts.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert