Jahresrückblick 2016

Gemischte Bilanz für die Stadtbücherei Lauf

Viele Farben hat die Jahresbilanz 2016 der Stadtbücherei Lauf, die Leiterin Beate Hafer-Drescher vorstellte. | Foto: Krieger2017/08/Beate.jpg

LAUF — Die Bücherei in der Turnstraße ist eines der kulturellen Aushängeschilder der Stadt Lauf. Die Einsparungen im Rahmen der Haushaltskonsolidierung der Stadt 2015 und 2016 allerdings haben die Einrichtung wie viele andere getroffen. Anschaffungen mussten reduziert, das Angebot gestrafft werden. Die Ausleihen gingen zurück. Nun hofft man auf eine Trendwende. Die Neuanmeldungen stiegen 2016 leicht an. Das erste Halbjahr 2017 lief ganz gut an.

Die Jahresbilanz für 2016, die Büchereileiterin Beate Hafer-Drescher als letzte Amtshandlung vor ihrem Ruhestand vorstellte, fällt deshalb gemischt aus. Noch immer muss die Stadtbücherei mit dem 2015 um 10.000 Euro gekürzten Etat auskommen, was die Einrichtung deutlich merkt, etwa beim Ersatz von in dieJahre gekommenen Büchern. Dank zusätzlichen 4000 Euro, die 2016 aus der Auflösung der Kulturstiftung an die Bücherei flossen, konnte zumindest im Jugendbuchbereich mit dem Zeitgeist mitgehalten und Stifte und Bücher der Marken Tiptoi und Ting angeschafft werden. Die beliebten interaktiven Bücher lockten junges Publikum an, was den Abwärtstrend bei den Ausleihen stoppte.

Für Hafer-Drescher macht dies deutlich, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Medienetat und Ausleihen besteht. 2013 und 2014, als der Etat noch 40.000 Euro betrug, habe man die Marke von rund 200.000 Ausleihen gehalten, sagt Hafer-Drescher beim. 2016 waren es nur knapp 186.000 Ausleihen. Weil veraltete und zerlesene Medien ausgesondert werden mussten, ging auch der traditionelle Medienbestand auf rund 49.000 Medien zurück. Das Aussortieren allerdings ist notwendig. „Wir können den Leuten ja nicht zehn Jahre alte Reiseführer anbieten“, nennt Hafer-Drescher ein Beispiel.

Ungebrochen ist die Nachfrage nach E-Books und Papers . Allerdings machten sie 2016 nur 9,4 Prozent an der Gesamtausleihe aus. Die Fernleihe hingegen ging deutlich zurück. Die aktiven Benutzer blieben nahezu konstant, die Neuanmeldungen stiegen um 13,5 Prozent.

Beliebt ist die Bücherei als Begegnungsstätte: Ob das Lesecafe, die Terrasse oder der Studienbereich: Nicht zuletzt dank der Recherchemöglichkeiten über WLAN werden diese Bereiche gerne genutzt.

Ausgeliehen und geschmökert wird vorzugsweise am Samstag, an Brückentagen und in den Schulferien. „Schließungstage sind eine verschenkte Chance in der Nutzung“, so Hafer-Drescher. Auch Kindergärten, -horte Grundschulen und Behinderteneinrichtungen machen vom Service der Bücherei gerne gebraucht und nutzten die Möglichkeit zur Blockausleihe. Über 1000 Medien wurden auf diesem Wege entliehen.

Erstmals setzte die Stadtbücherei 2016 ein Projekt aus dem Fond „Bildungsregion“ des Nürnberger Landes zusammen mit der Stadt Röthenbach um. „Vorsicht Buch“ war eine sehr aufwendige Aktion zur Leseförderung und zog sich über Monate.

Die Internetseite wurde neu gestaltet und ist nun responsiv (Bericht folgt). Die Überarbeitung der Literaturtageseite wurde aus Kostengründen zurückgestellt. Beide Homepages verzeichneten fast 158.000 Besuche – eine Steigerung von 15 Prozent. Als Neuerung wird ein Newsletter angeboten.

Lesungen, Vorlesestunden und Führungen ergänzen auch 2016 das Angebot der Stadtbücherei. Zudem gab es Mitmachaktionen zu Rosenmontag und Halloween. Durch die Reduzierung des Veranstaltungsetats fiel das Veranstaltungsprogramm insgesamt geringer aus.

Für die Zukunft wünscht sich die scheidende Büchereileiterin für die Einrichtung mehr Planbarkeit. Nicht nur die Höhe des Etats für Neuanschaffungen sei wichtig: „Ich würde mir wünschen, dass wir eine Grundsicherung haben und nicht jedes Jahr aufs Neue verhandeln müssen“.

N-Land Isabel Krieger
Isabel Krieger