Fischbacher erläutern Forderungen zum A9-Ausbau

Minister Herrmann besucht Bürgerinitiative

Auf der Forstbrücke über der A9 warfen Innenminister Herrmann und Michael Frieser (CSU) einen Blick in die Pläne der Bürgerinitiative. | Foto: privat2018/02/Fischbach-BI-und-Herrmann.jpg

FISCHBACH – Seit über einem Jahr versucht die Bürgerinitiative Fischbach gegen den Ausbau des Autobahnkreuzes Nürnberg-Ost die Politik auf ihre Forderung nach einem verbesserten Lärmschutz aufmerksam zu machen. Jetzt hat sich Innenminister Joachim Herrmann gemeinsam mit dem Nürnberger Bundestagsabgeordneten Michael Frieser (CSU) vor Ort umgesehen und mit BI-Mitgliedern gesprochen.

Im Zuge des Ausbaus des Autobahnkreuzes Nürnberg-Ost soll auch die Anschlussstelle Fischbach ausgebaut werden. Die Fischbacher, deren Wohnhäuser zum Teil nur 40 Meter, in einem Fall sogar nur 20 Meter, von der Autobahn entfernt stehen, befürchten eine deutliche Erhöhung der Lärmbelastung, für die die geplanten Schutzmaßnahmen aus ihrer Sicht nicht ausreichen.

Diese Karte zeigt die Bürgerinitiative auf ihrer Webseite und ihren Flyern. Die schwarze Linie markiert den Lärmschutz, den die Autobahndirektion vorsieht. Die rote den, den die Fischbacher sich vorstellen. | Foto: privat2018/02/Fischbach-BI-Karte2.jpg

Einen sechs Meter hohen Lärmschutz im Bereich der Ausbaumaßnahmen hat die Autobahndirektion den Fischbachern zugesagt. Den BI-Mitgliedern aber ist das zu wenig. Sie fordern einen Schutz nicht nur im Bereich des Ausbaus sondern entlang der A9 im gesamten Bereich von Fischbach.

Nachdem die BI-Mitglieder den Politikern auf der Forstbrücke am Fischbacher Friedhof die Situation erläutert hatten, setzte die Runde ihr Gespräch in der Autobahnmeisterei fort. Neben Herrmann und Frieser nahmen Reinhard Pirner, Leiter der Autobahndirektion Nordbayern, und sein Vertreter Helmut Arndt, zuständig für den Ausbau, teil.

28 Jahre alte Verordnung

BI-Sprecher Wolfgang Duffner wies zunächst darauf hin, dass die 16. Verkehrslärmschutzverordnung (BIMSchV) bereits 28 Jahre alt ist, und damit aus Sicht der BI nicht mehr den neuesten Erkenntnissen entspricht, wie sich Verkehrslärm auf die Gesundheit auswirkt.

Eine modifizierte Verordnung mit geringeren Grenzwerten sei in der letzten Legislaturperiode zwar erarbeitet, aber nicht beschlossen worden, und der neue Koalitionsvertrag erhalte ebenfalls keine neuen Forderungen und Ziele hinsichtlich des Lärmschutzes. Das Umweltbundesamt schlägt eine Reduzierung der Lärmwerte in der Nacht auf maximal 55 dB(A) vor, was einen erheblich verbesserten Lärmschutz erfordern würde.

Duffner verdeutlichte, dass den Differenzen zwischen BI und Autobahndirektion eine unterschiedliche Auslegung der 16. Lärmschutzverordnung zu Grunde liegt: Während die BI überzeugt ist, dass der Ausbau eine zusätzliche Fahrspur darstellt und damit eine entsprechende Lärmvorsorge nötig wäre, vertritt die Autobahndirektion die Meinung, dass mit dem Ausbau lediglich eine neue Rampe entsteht, die maximal eine Lärmsanierung erfordert.

Weil Bayern die Autobahn im Auftrag des Bundes ausbaut, hat Herrmann als Staatsminister nur bedingt Einflussmöglichkeiten. Er sagte jedoch zu, in seinem Ministerium prüfen zu lassen, welche Ansicht rechtlich korrekt und haltbar sei.

Neue Fahrspur oder Rampe?

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der gesamten Strecke sei, so Duffner, im Bereich Fischbach nicht möglich, da keine Überschreitungen der Grenzwerte (nach 16. BIMSchV) festgestellt wurden.

Allein die Anzahl der Fahrzeuge von rund 110.000 pro Tag an der Dauerzählstelle bei Fischbach sei kein Grund für eine weitere Begrenzung der Geschwindigkeit, die derzeit bei 120 km/h liegt und nur bei hohem Verkehrsaufkommen runter reguliert wird.

Am Mittwoch, 28. Februar, lädt die Initiative alle interessierten Bürger zu einer weiteren Veranstaltung ins Hotel Silberhorn, Fischbacher Hauptstraße 108-112, wo sie nochmals über das Gespräch mit Herrmann und den Stand der Dinge nach der Genehmigung des Planfeststellungsantrages durch die Regierung von Mittelfranken informiert

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