Wunsch nach ausgedehnten Öffnungszeiten

FEUCHT – Einen Erfahrungsbericht über das Internetcafé hörten die Mitglieder des Sozial- und Kulturausschusses.

Der Altersdurchschnitt bewegt sich bei den Jugendlichen überwiegend im Bereich von zehn bis 14 Jahren, berichtete Daniel Stiber. Ältere, jugendliche Stammgäste haben durch Ausbildung, Lehre oder Arbeit oft weniger Zeit, das Internetcafe zu besuchen.

Stiber regte an, über eine Veränderung der Öffnungszeiten nachzudenken. Am Montag würden viele Schüler das Internetcafe gern für die Erstellung von Referaten nutzen. Am Freitag würden sie sich hier gern früher treffen, da sie an diesem Tag keinen Nachmittagsunterricht haben.

Erfreulich sei, dass immer wieder „neue“ Erwachsene das Internetcafe besuchen. Für sie steht zum Teil nicht nur das Internet im Vordergrund.

Aufgrund der großen Nachfrage blieb das Internetcafe in den Pfingstferien 2011 geöffnet. Dies wird auch in den kommenden Pfingstferien der Fall sein. 2012 blieb das Internetcafe zudem auch in den Osterferien geöffnet. Da in den ersten Sommerferienwochen die Besucherzahlen erfahrungsgemäß geringer ausfallen, wird die Einrichtung im Zeidelgericht in den ersten drei bis vier August-Wochen geschlossen sein.

Stiber musste berichten, dass es auch dieses Jahr das Schloss der Eingangstür sowie der Garage mit Sekundenkleber verklebt worden war. Ein Schuldiger bzw. ein Motiv konnte nicht herausgefunden werden.

Besucherausweise bewährt

Die eingeführten Besucherausweise oder vielmehr die damit verbundene Registrierung erfüllt ihren Zweck sehr gut, stellte er fest. „Der Umgang mit dem Equipment, welcher bei manchen Jugendlichen zeitweise nicht immer einwandfrei war, ist inzwischen tadellos.“

2010 absolvierte erstmals ein Schüler im Rahmen des Programms „Freiwilliges Soziales Schuljahr“ ein Praktikum im Internetcafe. Dies ermöglichte es, Senioren an einem Abend eine noch individuellere Betreuung zu bieten. Trotz mehrerer Rückfragen in der Mittel- und Realschule meldete sich für das Schuljahr 2011/2012 kein Schüler für diese Tätigkeit, bedauerte Stiber.

Abschließend informierte er über die Ausstattung: 2011 wurde ein leistungsstärkerer Server angeschafft. Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit der gesamten Systemlandschaft wurden hierdurch maßgeblich erhöht. Für die Fenster wurden Blendrollos angeschafft, so dass keine Sonneneinstrahlung die Bildschirmnutzung mehr beeinträchtigt.

Bürgermeister Konrad Rupprecht versprach, dass man sich im Sozial- und Kulturausschuss mit den erwünschten längeren Öffnungszeiten befassen wird. Er freute sich, dass „das Internetcafé so lebt“, und auch Erwachsene dazu ihren Beitrag leisten. Die Hilfe, die man in dieser Einrichtung bekommt, sieht er als Grund für den anhaltenden Zulauf an, obwohl viele zu Hause einen Computer und Internetanschluss haben. Sehr wichtig sei auch der Standort im Zentrum Feuchts.

Rita Bogner (Die Grünen) bedauerte, dass sich niemand für ein weiteres „Freiwilliges Soziales Schuljahr“ gefunden hat. Sie appellierte, noch stärker an den örtlichen Schulen dafür zu werben.

Zu den Öffnungszeiten schlug sie vor, die Besucherfrequenz an den einzelnen Tagen genauer zu beleuchten. Dann könne man entscheiden, ob man nur „umschichten“ muss oder wirklich zusätzlich öffnen sollte.

Ernst Klier (SPD) hält das Internetcafé für eine wertvolle Einrichtung gerade für die Generation, die von Klein auf mit dem Internet aufgewachsen ist. „Es ist wichtig, dass hier Leute da sind, die auf die Gefahren bei der Internetnutzung aufmerksam machen.“

Auch Herbert Bauer (CSU) hält die kompetente Hilfe durch das Team des Internet-Cafés für wichtig. Er glaubt, dass dieser Service noch gar nicht ausreichend publik ist.

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