Umbau der Reichswaldhalle: Architekten stellten sich vor

FEUCHT – Die Reichswaldhalle soll modernisiert werden. Fünf Architekturbüros stellten sich und ihre ersten Überlegungen für das Projekt im Bauausschuss vor.

Das Büro Ulrich & Ulrich aus Nürnberg ist vorwiegend im kommunalen und kirchlichen Gebäudebau tätig. Auch für das Walburgisheim hat es schon mehrere Vorhaben umgesetzt. Bei ihrer Präsentation zeigten die beiden Inhaber Fotos einiger Projekte und als letztes eines der Reichswaldhalle: „Und hier würden wir gern tätig werden und sehen uns dafür gut gerüstet“, meinten sie.

Ihr grober Plan für die Feuchter Veranstaltungshalle: Der Eingangsbereich wird umgestaltet, ein behindertengerechter gläserner Aufzug an der Außenfassade verbindet alle Ebenen. Für den Innenbereich, der durch viel Holz sehr dunkel wirke, wird ein Farbkonzept entwickelt.

Vielfältig ist das bisherige Tätigkeitsgebiet des Büros Haid + Partner in Nürnberg. Hans Peter Haid versprach, dem Marktgemeinderat Anfang Juli ein Gesamtkonzept mit vielen Alternativen vorzulegen, aus denen dann ein Paket geschnürt werden könnte.

Seine ersten Ideen: Eine großzügige Eingangshalle aus Glas soll als neue Erschließungsschicht der Reichswaldhalle vorgelagert werden. Sie soll in Anspielung auf die Historie der Zeidlergemeinde eine Wabenform haben.

Bereits alte Bekannte für die Bauausschuss-Mitglieder sind die drei örtlichen Architekten, die sich anschließend vorstellten und alle bereits mehrere Projekte für den Markt Feucht realisiert haben. So kümmerte sich Georg Zimmerer um die energetische Sanierung und Brandschutzmaßnahmen in der Grund- und Hauptschule sowie zuletzt um die Wilhelm-Baum-Halle.

Auch er sieht bei der Reichswaldhalle die Notwendigkeit, vernünftige Zugangsmöglichkeiten zu schaffen und im Inneren die Erschließung zu verbessern. Die Verbindung zum Kellergeschoss muss geändert werden, damit auch diese Ebene sinnvoll genutzt werden könne.

Zimmerer regte an, Kooperationsmöglichkeiten mit der evangelischen Kirchengemeinde auszuloten. Denn sie mache sich derzeit Gedanken, kirchliche Räumlichkeiten rund um St. Jakob zu zentrieren. Die Kirche steht in direkter Nachbarschaft zur Reichswaldhalle.

Fred Brunner hat sich in Feucht unter anderem um die Sanierung von Zeidlerschloss und Tucherschloss sowie um den Neubau der Zeidler-Sporthalle gekümmert. Auch die Stadthalle in Röthenbach/Peg. zählt zu seinen Projekten.

Seine ersten Ideen für die Reichswaldhalle: Die WCs sollten nach innen verlegt werden, damit für andere Bereiche mehr Licht vorhanden ist. Eine Decke im Obergeschoss soll abgesenkt werden, damit das dortige Restaurant barrierefrei gestaltet werden kann. Fenster im Foyer und ein durchgängiger Aufzug schweben ihm ebenfalls vor.

Werner Fischer baute unter anderem die Stadthalle in Fürth und von 1982 bis 1984 die Reichswaldhalle. „Wir kennen sie daher in- und auswendig – auch ihre Schwachstellen“, stellte der Inhaber von Fischer Planen und Bauen für sein Büro fest.

Parkdeck schaffen?

Er machte einen weitergehenden Vorschlag für die Modernisierung und möchte den seit langem angestrebten Umbau der benachbarten Norma dabei einfließen lassen. So sollen das Sailer-Haus und die AWO-Begegnungsstätte in der Hauptstraße, wie geplant, abgerissen werden. Fischer möchte den Discounter dann längs drehen und eine Verbindung zur Reichswaldhalle schaffen. So entstünde eine größere freie Fläche hin zur Neuen Mitte in Feucht, die es seit dem Umbau der Hauptstraße gibt. Die Reichswaldhalle werde so stärker ans Zentrum angeschlossen. Den Parkplatz vor der Halle möchte er absenken und mit einem Parkdeck vergrößern. Damit wären auch die bestehenden Stellplatzprobleme zu lösen, erläuterte er sein Grobkonzept. Als Erbauer der Reichswaldhalle wies Fischer auf sein „Urheberrecht“ hin, mit dem er ein gewisses Veto-Recht bei der Modernisierung verbunden sieht. Zudem erwähnte er, dass er mit seinem Büro in Feucht für 20 feste Arbeitsplätze sorgt und hier Gewerbesteuer bezahlt.

Fischers Vorschlag in der Verbindung mit den Norma-Plänen erweckte bei Rita Bogner (Die Grünen) den Eindruck, der Feuchter Architekt hätte mehr Informationen als die anderen Bewerber bekommen. Denn seit längerer Zeit hätten die Marktgemeinderäte keine weiteren Informationen zur Situation des Discounters im Zentrum erhalten. Fischer wisse offenbar mehr.

Als Ortsansässiger kenne er die örtlichen Verhältnisse natürlich besser als die Nürnberger Bewerber. „Aber alle fünf Büros haben den gleichen Ordner mit Plänen und Vorgaben bekommen“, betonte Bauamtsleiterin Annette Nürnberger. „Und jeder hat die Möglichkeit, sich weitere Gedanken zu machen.“

Bogner hakte auch wegen des „Veto-Rechts“ nach und wollte diese Aussage von Fischer erläutert haben. „Ich möchte, dass mit der Halle vernünftig umgegangen wird. Und ich gehe davon aus, dass das auch alle Büros tun werden“, meinte er dazu.

Bürgermeister Konrad Rupprecht informierte abschließend über das weitere Vorgehen. In den Fraktionen würden die Präsentationen sicherlich diskutiert werden. Der Marktgemeinderat werde sich dann am 26. April nicht-öffentlich für einen der fünf Bewerber entscheiden.

Denkbar ist auch eine Kooperation zweier Büros in einer Arbeitsgemeinschaft. Ihre Bereitschaft dazu signalisierten alle Architekten.

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