Weniger Tiere ausgesetzt

Sommer, Sonne, Tierheim?

So lässt es sich aushalten: Ein großer Korb mit einer weichen Decke. Jetzt fehlt nur noch das passende Herrchen oder Frauchen. | Foto: Schulmerich2018/08/Feucht-Tierheim-Hund-2-.jpg

FEUCHT – Es raschelt und zirpt, von irgendwoher hört man ein Bellen. Im Tierheim Feucht leben momentan 193 Tiere. Davon sind 34 Hunde, 71 Katzen und Kleintiere. Es herrscht reger Andrang. Die Leute kommen und besichtigen. Familien, Paare, Tierliebhaber, die Zahl der Besucher ist gut und konstant. Aber wie sieht es mit der Zahl der Abgaben aus, werden jetzt zur Ferienzeit immer noch mehr Tiere abgegeben und ausgesetzt?

„Es wird besser“, sagt Tierheimleiterin Ulrike Lang. Im Vergleich zu früheren Jahren sinkt die Zahl der zur Urlaubszeit an Straßen und Raststätten abgegeben Tiere. Grund hierfür sind sicherlich auch die Tierpensionen, die ein zwischenzeitliches Zuhause für die Vierbeiner bieten können. Auch das Tierheim Feucht bietet spontane Notfallpensionsplätze.

Eine gute Alternative zur Abgabe der Tiere, denn einmal im Tierheim abgegeben, können sie nicht nach dem Urlaub wiedergeholt werden. Im Gesamtüberblick steigt jedoch die Zahl der abgegebenen Kleintiere: „Sie sind leicht zu beschaffen und landen dann über Kurz oder Lang bei uns“. Aus diesem Grund widmet sich das Tierheim auch dem Ausbau des Kleintierhauses, um die abgegebenen Kleintiere gut versorgen zu können.

Positiv ist: Die Tendenz geht in Richtung Direktabgabe im Tierheim. Frau Lang appelliert an alle, dies auch beizubehalten und weiter auszubauen: „Wir reißen hier keinem den Kopf ab, wenn Tiere direkt abgegeben werden, also keine Scheu“. Die Abgabe für gefundene Tiere ist kostenlos und hilft, Leben zu retten, denn ausgesetzte Tiere werden nicht immer entdeckt und sind somit oftmals ihrem Schicksal überlassen.

Unterschiedliche Gründe

Die Gründe für die Abgabe eines Tieres sind ganz unterschiedlich. Von einer plötzlich auftretenden Allergie bis hin zu Krankheit und Scheidung sind alle Gründe vertreten, auffällig ist jedoch, dass vermehrt alte oder kranke Tiere abgegeben werden.

Wenn die Liebe zum Tier den anfallenden Kosten weicht, muss Frauchens oder Herrchens Liebling seinen Lebensabend im Tierheim fristen, statt diesen gemeinsam mit seinen Besitzern zu verbringen. Das macht nachdenklich: Wie schnell wird ein Tier angeschafft und wie schnell wird es wieder entsorgt, wenn eine unvorhergesehene Situation eintritt, die den Geldbeutel belastet.

Da verwundert es nicht, dass die Vermittlungskriterien im Tierheim Feucht hoch sind. „Viele kritisieren unsere Kriterien“, erläutert Lang, doch unter dem Aspekt, dass die Tiere eben nicht in eine derartige Situation zurückkehren sollen, aus der sie teils gekommen sind, scheinen diese doch gerechtfertigt. Neben Kriterien wie Alter, Beschäftigung und ob schon Tiere vorhanden sind, wird auch eine Vor- und Nachkontrolle durchgeführt, um sicherzugehen, dass die angegebene Lebenssituation auch wirklich den Tatsachen entspricht und einem Tier somit ein gutes Zuhause geboten wird.

Das Tierheim appelliert bei der Wahl eines Tieres auch an die Vernunft der Interessenten, sich wirklich nur ein Tier zu holen, wenn genügend Zeit und Interesse und Platz vorhanden ist.

Illegale Tiertransporte

Zwar werden nicht mehr so viele Tiere in der Ferienzeit ausgesetzt, dennoch sieht sich das Tierheim Feucht seit einiger Zeit mit einer anderen großen Problematik konfrontiert: Illegale Tiertransporte. Diese scheinen zuzunehmen und umfassen im großen Stil zeitweise 7000 Tiere auf einmal.

Ulrike Lang berichtet von einem einige Zeit zurückliegenden Fall, in welchem 7000 Kleintiere in kleinsten Boxen geschmuggelt, befreit und auf einzelne Tierheime aufgeteilt wurden. Im Hinblick auf den erst kürzlich berichteten illegalen Transport von Nacktmeerschweinchen lässt sich festhalten, dass dies kein Einzelfall ist und in einem weitaus größeren Stil durchgeführt wird, der die Kapazität der Tierheime stark belastet. Wer das Tierheim bei seiner Arbeit unterstützen möchte, kann dies gerne tun:

Tierheim Feucht – Tierhilfe Nürnberg e. V., Fellastr. 4, 90537 Feucht, Tel.:09128/916494 Spendenkonto Raiffeisenbank Burgthann, BIC: GENO DEF1 BTO, IBAN: DE37 760 69 564 0000 833 100; Spendenhotline: 09001/910000.

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