Erste Arbeiten an Brandgebäuden in Vorra starten

Sanierungstrupp rückt an

Zunächst wird das Wohnhaus saniert. Die Container fassen verkohlte Überreste. Foto: S. Fuchs2015/03/5_2_1_2_20150305_VORRA.jpg

VORRA – Knapp drei Monate nach dem Brandanschlag auf die aus drei Gebäuden bestehende geplante Asylbewerber-Unterkunft haben die Sanierungsarbeiten begonnen. Zunächst soll das Wohnhaus Hauptstraße 40 bis zum Sommer bezugsfertig gemacht werden, so Geschäftsführer Rudolf Kaufmann von der Eigentümerin Kaufmann GmbH gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

Beauftragt ist momentan eine Spezialfirma für die Sanierung von Brand- und Wasserschäden aus Nürnberg. In mühevoller Kleinarbeit reinigte bereits vor wenigen Tagen ein halbes Dutzend Männer Fenster, Fensterrahmen und alle Sanitäreinrichtungen in den drei brandgeschädigten Gebäuden von einer zum Teil Zentimeter dicken Rußschicht. Nach diesem ersten Schritt werden derzeit Brand- und Löschwasserschäden im Wohngebäude an der Hauptstraße beseitigt. In bereitgestellte Container landen die von Ruß schwarz gefärbten und aufgequollenen Laminatböden, aber auch brandgeschädigte Türen und Trittstufen bzw. Treppenteile. Andere Arbeiter reinigen, geschützt mit Masken und Overalls, Decken und Wände von schmierigem Ruß und Dreck.

Wie ein Vorarbeiter schildert, fangen, wenn sie in etwa zwei Wochen damit fertig sind, die eigentlichen Sanierungsarbeiten an. Dann werden die Wände gestrichen (Brandgeruch beseitigt), die Böden in allen Zimmern neu verlegt und die Treppe sowie die rückwärtige Eingangstür erneuert. Durch die ständig im Betrieb befindliche Heizung wird auch die Restfeuchtigkeit aus dem Gebäude verschwinden. Wenn alles planmäßig läuft, können zumindest in diesem Gebäude im Sommer die ersten Asylbewerber einziehen, so Rudolf Kaufmann in einem BR-Interview.

Wie lange die Arbeiten im ehemaligen Gasthof an der Hirschbacher Straße dauern werden, konnte er noch nicht sagen. Hier müssen vor allem das gesamte Treppenhaus, ein Teil des abgebrannten Dachgebälks und verkohlte Zwischendecken erneuert werden. Der Gesamtschaden war kurz nach dem Brand auf rund 700.000 Euro beziffert worden.

Unterdessen sucht die Polizei weiter nach dem oder den Tätern, die am 11. Dezember die nahezu bezugsfertig renovierten drei Gebäude in Brand gesteckt hatten. Die Belohnung wurde mittlerweile auf 20.000 Euro erhöht, ein Fahndungsfoto von einem Unbekannten veröffentlicht. 16 Hinweise aus der Bevölkerung sind laut einer Polizeisprecherin seither eingegangen: „Diesen gehen wir noch nach. Das ist aber sehr zeitaufwendig.“ Eine heiße Spur gebe es aber weiter nicht. Hinweise nimmt die SOKO „Vorra“ nach wie vor unter der Telefonnummer 0800/ 7766320 entgegen.

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