Krippenkinder: Feucht will gerüstet sein

FEUCHT – Auf dem Gelände des Walburgisheims soll neben einem Pflegeheim auch eine Kinderkrippe mit 48 Plätzen entstehen. Für die weitere Planung und die Beantragung von Fördergeldern beim Freistaat Bayern, befasste sich der Marktgemeinderat schon jetzt mit der Einrichtung für unter Dreijährige und stimmte mit 25:0 zu.

Ende 2011 lebten in der Marktgemeinde 287 Kinder zwischen null bis drei Jahren. Gerade für dieser Altersklasse ist die Nachfrage nach Betreuungsplätzen in den vergangenen fünf Jahren erheblich gestiegen. Wurden im Kindergartenjahr 2006/07 noch 61 Kinder unter drei Jahren in Feuchter Kindertageseinrichtungen betreut, hat sich diese Zahl bis Januar 2012 auf 119 Kinder erhöht.

Damit sind rund 41 Prozent aller Kinder bis drei Jahren in Krippen und altersgemischten Gruppen der Kitas untergebracht.

Die Verwaltung des Marktes Feucht und das Landratsamt gehen davon aus, dass sich die Nachfrage nach Krippenplätzen bei 50 Prozent einpendeln wird.

Nur in ländlich geprägten Gemeinden werde die Betreuungsquote unter dieser Marke bleiben. Die von der Bundesregierung prognostizierten und geforderten 35 Prozent Betreuungsplätze für unter Dreijährige sei zumindest für Feucht als unzureichend anzusehen.

Die Geburtenzahlen haben sich annähernd konstant entwickelt. Außerdem wurde in den vergangenen Jahren ein deutlicher Wanderungsgewinn in dieser Altersgruppe verzeichnet. Eine Bevölkerungsprojektion, die das Sozialforschungsinstitut Modus im Auftrag des Landkreises erstellt hatte, ergab, dass sich die Zahl der unter Dreijährigen in den nächsten zehn Jahren bei rund 270 Kindern einpendeln wird. Bei einer Nachfragequote von 50 Prozent rechnet der Markt Feucht damit, dass langfristig zirka 135 Plätze zur Verfügung stehen sollten. Hinzu kommt eine gewisse Anzahl an Gastkindern, in erster Linie von Eltern, die in Feucht arbeiten. Die Verwaltung erwartet, dass zehn Plätze hierfür ausreichen. Insgesamt würden damit 145 Krippenplätze benötigt. Ausgeschlossen ist aber nicht, dass der Bedarf noch weiter steigt, denn ins Wohngebiet „Am Reichswald“ werden viele Familien mit Kindern ziehen.

Derzeit stehen in der Marktgemeinde 77 Krippenplätze zur Verfügung. Hinzu kommen zwölf Krippenplätze im Walburgisheim, die aber nur provisorisch eingerichtet sind, bis die geplante Krippe im „Walburgis-Quartier“ geschaffen wird. Die übrigen aktuell 30 Kinder werden in altersgemischten Gruppen in den anderen Kindertageseinrichtungen betreut.

Die neue Krippe mit 48 Plätzen würde unter der Trägerschaft des Seraphischen Liebeswerks laufen. Sie ist ein wichtiger Baustein im Konzept der Kindertageseinrichtungen in Feucht. Mit ihr würde die Versorgungsquote für unter Dreijährigen in Feucht auf 43 Prozent steigen.

Um für eine Krippe im „Walburgis-Quartier“ eine Förderung beantragen zu können, musste der Marktgemeinderat die vorgesehenen Plätze als bedarfsnotwendig anerkennen. Das tat er einstimmig. Ein weiterer Beschluss: Damit der Bedarf an weiteren Krippenplätzen langfristig sichergestellt ist, soll eine Planung für mehrere Grundstücke entwickelt werden. So sieht der Marktgemeinderat die Kommune beim Thema Betreuung der unter Dreijährigen gut gerüstet.

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