Bürgermeisterkandidatin in Feucht

Gardill traut sich (noch) nicht

Kerstin Gardill würde gern noch einmal die Chance bekommen, als SPD-Landtagskandidatin anzutreten. Foto: privat | Foto: SPD2019/03/NL-Kerstin-Gardill_1-Foto-Bayern-SPD.jpg

ALTDORF – Kerstin Gardill, die im Oktober als SPD-Direktkandidatin für den Stimmkreis Nürnberg Ost kandidierte, zu dem auch Feucht gehört, ist vom Altdorfer Ortsverein in den Nürnberger Ortsverband Gibitzenhof-Steinbühl übergetreten. Dort ist sie nun stellvertretende Vorsitzende.

Gardill, die es bei den Landtagswahlen nicht nach München geschafft hat, war vier Jahre lang Chefin der Altdorfer SPD. Im Herbst übergab sie ihr Amt an den 21-jährigen Jan Plobner. Sie kenne ihn schon lange, und er habe sie auch im Wahlkampf sehr unterstützt. „Es war mir wichtig, dass ein Juso den Vorsitz übernimmt“, erklärte sie im Gespräch mit dem Boten.

Damit er mit der Umsetzung seiner Ideen möglichst frühzeitig beginnen konnte, habe sie ihm den Weg freigemacht. Plobner führte nach Gardills Rücktritt die Sozialdemokraten der Wallensteinstadt kommissarisch, seit 1. März ist er offiziell neuer Chef.

Altdorf noch sehr verbunden

Ihr Wechsel in den Nürnberger Ortsverein habe nichts mit Unstimmigkeiten im Altdorfer Verein zu tun, was sich auch darin zeige, dass sie ihnen noch sehr verbunden ist, außerdem wohne sie ja noch hier. Bei verschiedenen Veranstaltungen ist sie auch immer noch mit großem Einsatz im Organisationsteam, sogar die Lupe trägt sie noch aus.

Nach Nürnberg zu gehen, war nach ihrer Aussage ein „formaler Akt“, hat aber auch in gewisser Weise praktische Gründe. Da sie ja für den Stimmkreis Nürnberg Ost kandidierte, war es „jahrelang eine Zerreißprobe“, ihre Aufgaben in Nürnberg und Altdorf wahrzunehmen. Nun ist sie in jenem Ortsverband, der im Nürnberger Karl-Bröger-Haus tagt, wo sie auch arbeitet.

Sehr zeitintensiv

Von dem Gerücht, die Feuchter SPD wolle sie als Bürgermeister-Kandidatin gewinnen, habe sie auch schon gehört, erklärte sie lachend am Telefon. Sollte sich dies bewahrheiten und eine offizielle Anfrage kommen, würde sie sich sehr geehrt fühlen.

Eine Entscheidung zu treffen, sei für sie als alleinerziehende Mutter zweier acht und zehn Jahre alter Kinder allerdings sehr schwer. Letztendlich würde sie wohl schweren Herzens absagen, weil ihr Sohn und ihre Tochter noch zu jung seien und das Amt eines Bürgermeisters mit den zahlreichen Terminen sehr zeitintensiv sei.

Bereits vor der Landtagswahl habe sie sich ähnliche Gedanken gemacht, war sich jedoch im Klaren, dass sie als Landtagsabgeordnete viel von zu Hause aus arbeiten hätte können. Dies gilt für eine Bürgermeisterin nicht im gleichen Maß. Doch was für 2020 gilt, müsse nicht mehr für 2026 gelten, schob sie hinterher.

Partei nach vorne bringen

In naher Zukunft möchte sie zunächst im Kleinen die bayerische SPD wieder „einen Sprung nach vorne bringen“, und sie ist überzeugt, dass das gelingt. Und „wenn die Partei es möchte“, wäre sie noch einmal bereit, für den Landtag zu kandidieren: „Ich würde es wahnsinnig gern noch einmal probieren und dann denen, die mich letztes Jahr schon gewählt haben, etwas zurückgeben.“

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler