Appell an die Gemeinderäte: Gewerbegebiet Moserbrücke ablehnen

BN: Gefahr für den Reichswald noch nicht vorbei

Der Wald an der Moserbrücke an einem späten Vormittag im Sommer: 9000 solcher Bäume bzw 150.000 Quadratmeter dieses intaktes Waldgebietes sollen vernichtet werden.2015/02/moserbruecke_wald.jpg

FEUCHT – Die Nachricht, dass der Markt Wendelstein die nötige Vereinbarung zur Mitnutzung der Infrastruktur im bestehenden Gewerbegebiet Nürnberg-Feucht-Wendelstein nicht unterschreiben wird, hat bei vielen Bürgerinnen und Bürgern für Aufatmen gesorgt. Könnte damit das geplante Gewerbegebiet Moserbrücke im Reichswald vor dem Aus stehen?

„Wir bleiben aber sehr skeptisch“, schreibt Sophie Wurm, die BN-Ortsvorsitzende aus Feucht in einer Pressemitteilung. Sie führt aus, dass bei der kürzlich stattgefundenen GNF-Verbandssitzung auch das Gewerbegebiet Moserbrücke bei Feucht zur Sprache gekommen sei. Wurm: „Wir fürchten natürlich, dass sich die Wendelsteiner ihren Schneid abkaufen lassen.“ Sie macht deutlich, dass die Hoffnungen des BN noch immer auf den Gemeinderätinnen und -räten in Feucht ruhen. Immer mehr würden gegenüber dem BN erklären, dass sie gegen die Planung stimmen wollen. „Wir appellieren deshalb an alle im Rat, dies frühzeitig zu erklären und im Falle der Abstimmung für den Wald und gegen den Bebauungsplan zu votieren“, so die Ortsgruppenvorsitzende.

Der Bund Naturschutz Feucht habe bereits mehrmals in der Öffentlichkeit mit entsprechenden Fakten und Argumenten Position gegen die Vernichtung des Waldes an der Moserbrücke bezogen. Deswegen wolle man nur noch allgemein aufzeigen, was allen verloren gehe, sollte der Wald an der Moserbrücke gerodet werden. „Denn der Wald ist heute immer noch so wichtig wie eh und je: Er reinigt unsere Luft, produziert den lebenswichtigen Sauerstoff, sorgt für Trinkwasser und ist Heimat für viele Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig bietet er den Raum für Erholung und Naturleben.

Der Wald ist daher der größte Klimaschützer in unserem Land und die Wälder haben auch eine wichtige Funktion für das lokale Klima. Das Klima in einem Wald ist anders als auf einer Fläche oder in einer Stadt. Generell wirkt der Wald ausgleichend und günstig auf das Klima, auch in seiner Umgebung. Hieran sind solche Mechanismen wie Windbremse, Strahlungsbilanz, Lärmschutz, Luftreinigung und Luftaustausch gekoppelt. Nicht zuletzt liefert der Wald mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz einen wesentlichen Beitrag zur Beschäftigung und Wertschöpfung. Dies alles sei nachvollziehbar und damit könne sich jeder identifizieren, manche aber meinen, dass dies doch kein Thema für Feucht sei, schließlich liege der betroffene Waldbereich weit weg. Dabei werde aber übersehen, dass dieser Waldbereich eigentlich ganz in der Nähe von Feucht liegt, denn er grenzt fast an die Äußerer Weißenseestraße an.

Ziel der Waldpolitik der Bundesregierung in Deutschland ist es, die vielfältigen Funktionen und Leistungen des Waldes sowie seine ordnungsgemäße Funktionen in Einklang zu bringen.

Diese Zielsetzung hat der Gesetzgeber bereits 1975 im Bundeswaldgesetz formuliert und mit zwei weiteren forstpolitischen Zielen verknüpft: Der Förderung der Forstwirtschaft und dem Ausgleich zwischen den Interessen der Allgemeinheit und den Belangen der Waldbesitzer. Der Bund Naturschutz in Feucht vertritt die Meinung, dass ein solcher Interessenausgleich nicht gegeben wird, geschweige die Förderung der Forstwirtschaft, sollte der Wald an der Moserbrücke gerodet werden.

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