Besseren Standort suchen

BI-Mitglieder aller Altersschichten machten vor dem Nürnberger Rathaus mit Plakaten ihre Argumente gegen die geplante PWC-Anlage an der A 6 zwischen Moosbach und Birnthon deutlich.2011/07/biumweltausschuss_New_1309789446.jpg

MOOSBACH/NÜRNBERG – Die Bürgerinitiative Moosbach-Birnthon zeigte vor der Sitzung des Umweltausschusses der Stadt Nürnberg Flagge: Mit Plakaten machten Mitglieder auf ihre Argumente gegen die geplante PWC-Anlage an der A 6 aufmerksam. In der Diskussion im Rathaus ging es um wasserrechtliche Probleme, die durch den Bau des großen Parkplatzes befürchtet werden.

Interessierte Bürger der betroffenen Gemeinden und Vertreter der Bürgerinitiative folgten gespannt den Ausführungen der anwesenden Politiker. Im Mittelpunkt standen dabei die Befürchtungen, dass die PWC-Anlage negative Auswirkungen auf die Umwelt, insbesondere auf die Trinkwasserressourcen Nürnbergs, haben könnte.

Marion Padua (Linke Liste) meinte, dass die Einhaltung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) und damit die Auswirkungen auf das Grundwasser nicht ausreichend geprüft worden seien. Von besonderer Brisanz ist ihrer Ansicht nach dabei der Umstand, dass sowohl die geplante PWC-Anlage zwischen Moosbach und Birnthon als auch die derzeit im Bau befindliche Anlage Fuchsmühle-Ludergraben das stark verschmutzte Abwasser in den Bereich des Nürnberger Trinkwassereinzugsgebietes „Ursprung“ ableiten. Das vorgesehene Abscheidesystem sei jedoch grundsätzlich nicht in der Lage, gelöste Schadstoffe und Schadstoffe kleinerer Partikelgröße abzuscheiden. Krebserregende Stoffe (PAK) wie Reifen- und Bremsscheibenabrieb, Diesel und andere chemische Substanzen, wie sie auf derartigen PWC-Anlagen zwangläufig anfallen, würden ungehindert ins Grundwasser gelangen.

In der anschließenden Diskussion wurde mehrheitlich die Meinung geäußert, dass der Bau der PWC-Anlage durch die vorgebrachten wasserrechtlichen Argumente allein nicht zu verhindern ist. Auf breite Zustimmung bei den Anwesenden stieß die Auffassung von Bürgermeister Dr. Klemens Gsell (CSU), dass der geplante Standort der PWC-Anlage denkbar ungeeignet ist und die richtige Lösung ein Autohof im Süden Nürnbergs wäre.

Auf Zustimmung stieß auch der Vorschlag von Thomas Schrollinger (ÖDP), die PWC-Anlage erneut im Stadtrat mit dem Ziel zu diskutieren, die ursprüngliche Zustimmung zurückzunehmen.

Eine Lanze für die Interessen der Bürgerinitiative brach auch Christine Seer (Grüne), indem sie die Bedeutung des Lorenzer Reichswaldes für die Bürger explizit herausstellte und die Suche nach alternativen Lösungen zur derzeitigen Planung befürwortete.

N-Land Der Bote
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