„Alle Interessen unter einen Hut gebracht“

Derzeit ähnelt das Gebiet von „Am Reichswald“ eher einer großen Sandgrube. Doch schon bald soll hier mit dem Bau erster Häuser begonnen werden. F: Bauer2012/04/fellapanorama_New_1335531901.jpg

FEUCHT – Bagger sind seit Wochen auf dem ehemaligen Industriegelände tätig, um die Erschließung des Wohngebiets „Am Reichswald“ vorzubereiten. Auch der Marktgemeinderat hat einen weiteren Schritt unternommen: In einer Sondersitzung fasste er mit 13:8-Stimmen den Aufstellungs- und Billigungsbeschluss für den noch einmal etwas geänderten Bebauungsplan.

Planer Bertram Wegner erläuterte zunächst kurz die Modifizierungen. Hauptsächlich betraf dies die Ecke im Südosten des Gebiets. Um mehr Abstand zwischen Wohnbebauung und Excella zu haben, wurden die ersten Wohnhäuser zurückgesetzt und stattdessen Garagenhöfe eingeplant. Das eingeschränkte Gewerbegebiet in der Riegelbebauung, die den Großteil des Wohngebiets umschließt, wurde verlängert.

Bürgermeister Konrad Rupprecht betonte erneut, wie wichtig dieser Bebauungsplan für Feucht ist. Hier wird ein Wohngebiet für junge Familien geschaffen, die Fella kann sich erweitern, und auch Excella hat die erwünschten Entwicklungsmöglichkeiten. „Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, alle Interessen dort unter einen Hut zu bringen.“

Die Fraktionsvorsitzende der CSU, Karin Reiwe, zeigte sich erleichtert. Als der Marktgemeinderat sich 2009 dazu entschloss, diesen Bebauungsplan aufzustellen, sei allen klar gewesen, dass dies keine leichte Aufgaben sein würde. Sie dankte allen Beteiligten für „ein unermüdliches Ringen um die für alle beste Lösung und das Aufeinanderzugehen“.

Ziel war es, preisgünstiges Wohnen insbesondere für junge Familien zu ermöglichen, „damit diese nicht mehr aus Feucht wegziehen müssen bzw. attraktive Angebote zum Zuzug erhalten“, schilderte Reiwe. Den berechtigten Interessen der angrenzenden Unternehmen und des TSV Feucht habe man Rechnung getragen.

Zudem würden Forderungen des Bund Naturschutz verwirklicht, der sich gegen unnötigen Flächenverbrauch auf dem Land stark macht. Für „Am Reichswald“ werde ein brachliegendes Gewerbegrundstück von etwaigen Umweltbelastungen befreit und Wohnraum im Ballungsgebiet der Metropolregion geschaffen anstatt auf dem Land weitere Eingriffe in die Natur vorzunehmen, stellte die CSU-Fraktionsvorsitzende fest. „Dies alles geschieht in einer energiebewussten Bauweise und umweltverantwortlichen Energieversorgung durch die Feuchter Gemeindewerke.“

An die Kritiker der geplanten Bauweise gewandt meinte sie, dass andere Gebiete in Feucht zunächst ebenfalls „keine architektonischen Highlights“ waren. Durch die individuelle Gestaltung der Gärten hätten aber auch sie ihre persönliche Note erhalten.

Mehr Kaufkraft, mehr Mitglieder

Das künftige Wohngebiet hat ihrer Ansicht nach viele positive Auswirkungen für die Marktgemeinde: mehr Kaufkraft in und für Feucht, eine Bestandssicherung der Schulen und Kindergärten, neue Mitglieder für Kirchen, Vereine und Organisationen und höhere Einnahmen bei den Einkommenssteueranteilen.

Die CSU-Fraktionsvorsitzende dankte den Marktgemeinderäten von FWG, FDP und UCS, die das Projekt die ganze Zeit über mit unterstützt hatten. Sie kritisierte die SPD, die den Bebauungsplan voreilig für gescheitert erklärt hatte. „Es ist zu hoffen, dass sie erkennt, wie ihr immer wieder geäußertes Schlechtreden und ihre Polemik bei diesem für Feucht so wichtigen Projekt in keinster Weise zielführend war und ist.“

Kürzer fielen die übrigen Stellungnahmen aus. Inge Jabs (SPD) bekräftigte die ablehnende Haltung ihrer Fraktion. Man habe dem Grundsatzbeschluss für Wohnbebauung auf diesem Areal zugestimmt, aber von vornherein Bedingungen daran geknüpft.

„Was lange währt, wird endlich gut“, sagte Gerd Steuer (UCS) auch im Namen von FWG und FDP. „Wir sind erfreut, dass es hoffentlich bald mit dem Bauen losgeht. Das ist auch gut für die Fella.“ Der Bebauungsplan zeichne sich durch umweltfreundliche Maßnahmen aus, „wie es sie noch nie in Feucht gegeben hat“.

In dieser Form: Nein

Auch die Grünen sind grundsätzlich für ein Wohngebiet für junge Familien, erklärte Hermann Hagel. „Aber in der jetzigen Form können wir dem Bebauungsplan nicht zustimmen.“

Nach dem Billigungsbeschluss wird der Entwurf des Bebauungsplans nun erneut öffentlich ausgelegt. Träger öffentlicher Belange können dazu wieder Stellungnahmen abgeben.

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