Vortrag beim Obst- und Gartenbauverein Kainsbach

Ein Kriminalhauptkommissar klärt auf: Das sind die Maschen von Betrügern

Die Ehrengäste bei der Jahreshauptversammlung (v. links): Bürgermeister Bernd Bogner, Ehrenvorsitzende Luise Keller, Kriminalhauptkommissar Roland Mücke sowie die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Kainsbach, Gerlinde Vogel. | Foto: Münster2022/06/a466329577i0018_max1024x.jpeg

KAINSBACH – Seniorenprävention war ein Thema, das bei der Jahreshauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Kainsbach im Fokus stand. Darüber, Betrüger im Telefonbuch nach Opfern suchen, klärte Kriminalhauptkommissar Roland Mücke unter anderem auf.

Die Sicherheit der Senioren war Vorsitzender Gerlinde Vogel wichtig. Daher ging es bei der Jahreshauptversammlung nicht nur um Naturschutz. Sie hatte auch Roland Mücke, Kriminalhauptkommissar bei der Kripo Schwabach, eingeladen. Er informierte die Zuhörer zu den Themen Enkeltrick, Internetbetrug und Haustürgeschäfte.

Da sich die Vorfälle in der Groß-Region häufen, möchte die Kripo mit diesen Vorträgen präventiv den möglichen Schadensfällen entgegenwirken. Als erstes ermunterte Mücke, dass sich die Bürger direkt an die örtliche Polizei wenden sollten, wenn ihnen etwas suspekt erscheine. Alleine schon bei Anrufen, bei denen im Telefon-Display die Nummer 110 erscheine, sollten bei den Angerufenen alle Alarmglocken angehen. Die Polizei rufe nie mit dieser Notrufnummer an, versicherte er. Am besten sofort das Gespräch beenden, riet er.Einbrüche bei Nachbarn

Oft wird mit dieser Telefonnummer beim Anruf vorgetäuscht, dass in der Nachbarschaft eingebrochen worden sei und die Polizei deshalb nun zum Schutz Wertsachen und Bargeld abholen müssten. Ab und zu laufen bei diesen Anrufen aus dem Callcenter sogar Hintergrundgeräusche, die die Echtheit der Anrufer untermauern sollen. Niemals darauf einlassen, so sein Appell.

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Ratet mal, wer dran ist?

Auch hier gehe es um den Aufbau von Angst. Der Anrufer frage: „Rate mal, wer dran ist?“ So werde diesem in vielen Fällen der passende Namen genannt, worauf er seine Lügengeschichte aufbauen könne. Oft gehe es um schwere Unfälle von nahen Verwandten. Hier soll mit einer größeren geforderten Geldsumme dem Verwandten aus der prekären Lage geholfen werden. Niemals darauf einlassen, lieber das Gespräch beenden und selbst den Verwandten kontaktieren um zu hören, ob an dieser Geschichte etwas dran sei, so Mücke.

Das Unternehmen „Microsoft“ ruft an, möchte sich auf den Computer aufschalten wegen möglicher Fehlerbehebung oder Hacker-Angriffen. Sobald sich der Angerufene damit einverstanden erklärt, werden Daten abgegriffen, die zu finanziellem Verlust führen. Teilweise werden inzwischen auch Anrufe von der Nummer 19222 getätigt. Auch hier gilt: Der Rettungsdienst ruft niemals unter dieser Nummer an.

Nachricht per WhatsApp

Eine neuere Masche läuft über WhatsApp. Hier kommt eine Nachricht, dass Sohn oder Tochter ihr Smartphone verloren haben. Der Nachrichtenempfänger soll sich die neue Telefonnummer speichern. Nach einigem Nachrichtenaustausch läuft es auch hier meistens auf eine Geldforderung hinaus. Unbedingt Tochter oder Sohn unter der alten Telefonnummer kontaktieren, dann merke man sofort, ob an dieser Geschichte etwas dran sei, empfahl der Kriminalhauptkommissar.

Sein Rat betraf auch die Eintragungen im örtlichen Telefonbuch. Die Suche nach älteren, kurzen Telefonnummern und ältere Vornamen gehören zum Beuteschema der Betrüger. Er fragte in die Runde, ob es denn überhaupt so wichtig sei, im Telefonverzeichnis zu stehen. Wenn ja, sollte man lieber den Vornamen abkürzen lassen.

Wenn Wasser- oder Gas-Ableser vor der Haustür stehen, zuerst bei dem entsprechenden Amt anrufen und sich rückversichern, ob alles seine Ordnung hat, rät er. Auch bei allen Handwerkern, die man nicht selbst angefordert habe, sei Vorsicht geboten. Keine fremden Personen in die Wohnung lassen. Vorsicht sei auch geboten, wenn sich fremde Menschen anböten, schwere Einkaufstaschen bis nach Hause zu tragen.Betrug mit der Liebe

Gesundes Misstrauen

Soziale Vereinsamung führe oft dazu, dass im Internet oder per Zeitungsannonce Bekanntschaften gesucht werden. Auch hier sei äußerste Vorsicht geboten, wenn es nach einer Weile des Kontakts um Geldforderung für ein Flugticket, Visum oder erkrankte Verwandte gehe. Mückes Tipp zu allen Vorkommnissen, die er in diesem Vortrag schilderte: „Ein gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit!

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