Größen der Szene treten auf

Der Auftritt der Paul Rose Band wird der Höhepunkt am Samstagabend, 3 Juli, sein.2010/06/Paul_Rose_Band.jpg

BURGTHANN – Zum Festival „Jazz in der Burg“ lädt der Jazzverein Burgthann vom 2. bis 4. Juli ein.
Das drei Tage dauernde Jazzfestival findet seit vielen Jahren in der historischen Kulisse der Burganlage Burgthann statt. Die zahlreichen Besucher sitzen im Burghof unter aufgespannten Schirmen, die als Schattenspender dienen.
Das Programm beginnt am Freitag um 20.30 Uhr im großen Keller. Schon traditionell findet der Auftakt des dreitägigen Festes mit einer Spitzenformation aus Prag statt. In diesem Jahr sorgt das Frantisek Uhlir Team für Jazz auf hohem Niveau.
Am Samstag wird das Open Air-Festival um 15 Uhr traditionsgemäß vom Soundorchester Burgthann mit modernem Bigband-Sound eröffnet. Es folgen die Gruppen One Step Closer (Funk-Jazz) und Norbert Nagel & Band (Jazz). Den Höhepunkt am Samstag bildet der Auftritt der Paul Rose Band (Blues/Rock), die bereits im September 2009 ein super Konzert im großen Burgkeller gab.
Sonntag stimmen ab 11 Uhr die Dixielanders (Dixiefrühschoppen) die Besucher bei Weißwurst und Breze auf das Tagesprogramm ein. Olivia Solner & Band (Vocal-Jazz) vereint ab 14.30 Uhr den Sound des 60er-Jahre Pop mit Jazz, Blues und manchmal sogar ein paar exotischen Elementen. Jazz zwischen Heavy Metal und Rock-Ballade folgt ab 17.30 Uhr mit der Gruppe JazzXclamation. Für den bluesig-rockigen Abschluss des Festivals sorgen The Magictones. Die zehnköpfige Band wird die Aufgabe übernehmen, Besucher und Helfer mit Blues, Rock und Soul zum Tanzen zu animieren.
Zu den einzelnen Bands: Der Prager Frantisek Uhlir ist eine feste Größe in der europäischen Jazzszene. Kaum einer beherrscht den Kontrabass so wie der sympathische Altmeister. Liebevoll streicht er mit dem Bogen über die vier Saiten, weiß aber auch den Holzkorpus als Rhythmus- oder virtuoses Soloinstrument einzusetzen. Adam Tvrdy steht ihm an der Gibson zur Seite. Auch er ist ein Ausnahmekönner an der Jazzgitarre. Zwei Jahre lang tingelte er durch New Yorker Clubs und sammelte da Erfahrungen an vorderster Front. Souverän lässig spielt er seine Parts, gefühlvoll beim Bossa und mit Hochgeschwindigkeit in modernen Kompositionen. Kein Unbekannter sitzt auch am Schlagzeug. Jaromir Helesic, unter anderem Dozent für Schlagwerk beim Jazzfestival in Burghausen, holt aus dem Drumset so einiges heraus. Der Vierte im Bunde ist David Vrobel am Alt-Saxofon und kommt als gleichberechtigtes Mitglied einer qualitativ hochwertigen Jazzformation voll zur Geltung.
Modernen Bigband-Sound bietet das Soundorchester Burgthann. Am 3. September 1998 trafen sich 16 junge Musiker zum ersten zwanglosen Probeabend. Unter der Leitung von Erhard Feil begann diese Gruppe musikalische Stücke wie „Wannabe“ und „Latin Gold“ einzustudieren. Die Band ist inzwischen auf über 100 Musiker angewachsen. Durch den Big-Band-Sound werden vorwiegend junge Leute für die Musik begeistert, die aber auch privat regen Kontakt halten und neben der Musik andere Aktivitäten pflegen. Nach nunmehr zwölf Jahren hat sich die Bigband längst etabliert.
Fünf Funk-Junkies haben sich zur Formation One Step Closer zusammengefunden, um ihrer gemeinsamen Leidenschaft zu frönen: dem Funk & Soul der 70-er und 80-er Jahre. Die Musiker arbeiten schon seit Jahren auf professionellem Niveau und haben zum Teil internationale Erfahrung. Sie bieten ein Programm, das unweigerlich in die Beine geht: Songs von Stevie Wonder, Commodores, Cameo, Roachford, Jamiroquai und vielen anderen Billboard-Chartbreakern animieren zusammen mit alten Soul Klassikern von Otis Redding und Marvin Gaye zum Tanzen.
Norbert Nagel ist ein anerkannter Pendler zwischen den verschiedenen Musikbereichen. Als „Klassiker“ ist er ein gefragter Solist unter anderem bei den Münchner Philharmonikern und dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. Er wurde für seine kammermusikalische Arbeit mit dem Roseau-Quintett mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnet. In der U-Musik arbeitete er als Lead-Altist der Rias Big Band Berlin, wurde durch seine Zusammenarbeit mit Konstantin Wecker bekannt und bereichert mit seinem unverwechselbaren Sound unzählige CD-, Filmmusik-, Rundfunk- und Fernsehproduktionen. Als Dozent lehrt er an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin Saxophon und Klarinette, und ist seit 2000 künstlerischer Leiter des Berliner Saxophon Ensembles.
In Burgthann tritt er mit seiner Band auf, die aus Andreas Blüml (Gitarre), Norbert Meier-Venus (Bass) und Evert Fratermann (Schlagzeug) besteht.
Paul Rose ist ohne Zweifel einer der eigenständigsten und talentiertesten Gitarristen unserer Zeit. Geboren 1966 im englischen Newcastle sorgte er schon früh für Erstaunen beim britischen Publikum und in der so genannten Fachwelt: „Guitarist Magazine“ wählte ihn zum „Guitarist of the year“, und der große Rory Gallagher kürte ihn bereits ein paar Jahre vorher bei einem von „Fender“ in ganz Großbritannien gesponserten Wettbewerb zum Sieger.
Abgesehen von seiner überragenden Technik ist es sicherlich Pauls Gefühl für den blueslastigen Rock, die seine Auftritte zum Ereignis machen. Mehrere CDs zeugen zudem von seiner Qualität als Songwriter, Sänger und seiner Fähigkeit, Klassikern der Blues- und Rockgeschichte ein ganz neues Gewand zu geben. Nicht zu vergessen seine Liebe zur akustischen Gitarre!
Neben Sessions mit Brian May und Yngwie Malmsteen tourt er regelmäßig mit Ted McKenna und Chris Glenn (die beiden kennt man unter anderem von Michael Schenker, Ian Gillan, Rory Gallagher und der Sensational Alex Harvey Band).
Der „Remember Rory“-Bassist Stefan „Kugie“ Kugler sprang 2004 bei einem Auftritt in Irland spontan ein, als Pauls Musiker zwei Stunden vor dem Konzert noch am Londoner Flughafen festsaßen. Seitdem gehört Kugie zu Pauls Tourband, wenn er in Deutschland unterwegs ist. Seit 2009 sitzt Anselm Geyler (ebenfalls „Remember Rory“) hinter dem Schlagzeug. Proben gab und gibt es nicht – es wird also spannend auf der Bühne werden.
Die Dixielanders wurden bereits 1978 in Jena gegründet, arbeiten jedoch seit Anfang 2003 in einer neuen, auf drei Positionen veränderten Besetzung. Ursprünglich vom Jazz der 20-er Jahre inspiriert, spielt die Band heute swingenden Dixieland der 30-er und 40-er Jahre. Stilistisch besonders am Chicago Style, aber auch an Elementen des Harlem Jazz orientiert, stehen neben abwechslungsreichen Tutti- und Vocal-Arrangements besonders die Solo-Improvisationen im Mittelpunkt der vielfach selten zu hörenden Stücke. Besonderheit hinsichtlich der Instrumentierung ist die Tuba in Kombination mit der Gitarre, was zweifellos zum unverwechselbar-kernigen und zugleich swingend-mitreißenden Sound der Band beiträgt. Der Spaß und die Spielfreude der allesamt erfahrenen Jazzer am flüssigen, swingenden Musizieren übertragen sich dabei zwangsläufig auf das Publikum. Dies stellten die Dixielanders schon bei einer Vielzahl nationaler als auch internationaler Jazzfestivals unter Beweis.
Schon während ihrer Zeit am Hans-Sachs-Gymnasium stand für die Nürnbergerin Olivia Solner das Berufsziel Sängerin fest. Von den Eltern nahm sie die Vorlieben für Ella Fitzgerald und Elvis mit, von Rock und Punk war sie schon als Schülerin kaum fasziniert, aber auch Scat und Standards machten Solner nicht an. ,,Das einzig Typische an meinem Stil ist, dass er nicht typisch ist”, sagt sie selbstbewusst.
Beliebigkeit hat in Olivia Solners Welt keinen Platz. Deshalb betont die Sängerin, Komponistin und Bandleaderin: ,,Jedes meiner Stücke ist für sich ein eigenständiges, persönliches Statement und keines lässt sich eindeutig in eine bestimmte Kategorie einordnen. Unterstützt wird sie von den Musikern Johannes Billich, Peter Christof, Björn Glindemann, Michael Sieber und Michael Binder.
JazzXclamation, das 1998 gegründete Quartett um die Saxophonistin Kathrin Lemke, manövriert mit Energie und Witz an den Klischees der Avantgarde vorbei und bringt zugleich psychedelische Steigerungsmomente und raffiniert arrangierte Reduktion zusammen. Diese Musik hat die Luft der Sechziger geschnuppert, setzt ihr aber den ironisch lässigen Atem der Gegenwart entgegen. Frei von Scheuklappen vermittelt die Band zwischen dem Jazz der Sechziger, der Avantgarde der Achtziger und zeitgenössischem Lounge Jazz.
Kathrin Lemke wird von Zoran Terzic, Berit Jung und Peter Horisberger unterstützt. In Burgthann ist zudem Matthias Schubert am Tenorsaxophon mit dabei.
The Magictones spielen packenden R&B sowie groovenden Memphis-Soul. Die Rhythmusgruppe sorgt für die Grooves von beinhart bis relaxed, die Horns brillieren sowohl mit funkigem Bläsersatz als auch mit jazzigen Farbtupfern in den Soli. Feeling und Power kommen von Sänger Wende Weigand.
Neben etlichen obligatorischen Evergreens nehmen sich die Musiker gerne auch Songs aus der Blütezeit des Soul vor, die man länger nicht gehört hat. Deswegen sind The Magictones keine Cover-Band im eigentlichen Sinne, sie präsentieren die Stücke in eigenen Interpretationen.
Bei schlechtem Wetter finden die Konzerte im überdachten Rittersaal statt. Es werden Speisen und Getränke angeboten.

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