In Osternohe und rund um den Schlossberg

„Baumbilderweg“: Versteckte Kunst am Baum

Klaus Götz aus Neustadt/Aisch kam bei seiner Wanderung am Bild „Der Schrei“ an der Schlossbergruine vorbei. | Foto: Schuster2021/05/baumbilderweg-osternohe-schlossberg-klaus-gotz-der-schrei-foto.jpg

OSTERNOHE – Ein „Baumbilderweg“ ist in Osternohe rund um den Schlossberg innerhalb der letzten Wochen entstanden. Hier hat der Osternoher Künstler Peter Kraus einige Motive passend zu Wald und Natur auf ausgewählte Bäume, abseits von viel begangenen Wegen, gemalt.

Begeistert sind Wanderer, die bei ihrer Tour auf einem unmarkierten Wanderweg zufällig ein Bild am Baum entdecken. Aber auch die Osternoher sind stolz auf „ihren“ Peter Kraus, der sich in dem Schnaittacher Ortsteil mit heimatlichen Beiträgen oder Aktionen schon vielfältig eingebracht hat, etwa bei der Orts­chronik. Zuletzt sind auf seine Initiative hin und durch die Mithilfe von weiteren Ortsansässigen insgesamt 38 Ruhebänke im Osternoher Talkessel erneuert worden. Bei einer Rast an einigen dieser Ruhebänke hat man sogar einen Blick auf eines der elf Baumbilder im Bereich des Schlossbergs.

Pumuckl grüßt die Spaziergängerin rechts am Wegesrand. /Foto: Schuster2021/05/baumbilderweg-osternohe-schlossberg-foto-udo-schuster_0001.jpg

Die meisten Bilder erspäht man im Vorbeigehen, einige sind jedoch ohne genaues Hinsehen fast nicht erkennbar. Das ist auch Absicht, denn nur der aufmerksame Spaziergänger soll sie erblicken. Außerdem ist es vom Maler so gewünscht, dass sich Blattwerk wie Efeu und Gebüsch teilweise um das Gemälde ranken, damit ein mystischer Eindruck entsteht. So streift beispielsweise der Blick von der Bank an der oberen Liftstation des Bikeparks zwangsläufig einen Baum, auf dem Pipi Langstrumpf ihre Kräfte spielen lässt und scheinbar den oberen Baumteil mit der Krone einfach nach oben stemmt.

Alter Baum als Ideengeber

Die Idee für die Baumbilder hatte der 72-jährige Osternoher, als er auf einer Bank nahe dem Wasserhochbehälter saß. Hier versperrte ein abgestorbener Baum den ungehinderten Blick ins Tal. Diesen Baum absägen wollte Kraus aber dann doch nicht und so malte er ein Bild mit Pumukl auf der Schaukel und integrierte die fehlende Landschaft einfach mit ins Bild. Von der richtigen Perspektive aus gesehen scheint nun der Baumstamm kurz über dem Boden abgesägt und die Schaukel hängt am oberen Teil des Baumes.

Täuschend echt wirkt dieser Wolf in der Baumhöhle. /Foto: Schuster2021/05/baumbilderweg-osternohe-schlossberg-foto-udo-schuster_0003.jpg

Bei anderen Bildern muss man direkt auf den Wurzelstock schauen, um hier Tiere wie Fuchs, Dachs und weitere zu erkennen. Diese Bilder findet man bei einem Spaziergang an der Ruine vorbei weiter auf dem Weg bleibend und später beim Betonmast der Sendestation links abzweigend. Nach kurzer Zeit bergab schaut hier ein Fuchs aus seiner Höhle.

Keine Angst vor dem Wolf

Dass Kraus diese Arbeit, für die er keine Entlohnung erhielt, auch Spaß machte, bestätigt seine Frau. Auf eine Art reißfestes Vlies hat er seine Motive mit Acrylfarbe sowie teilweise Ölfarbe aufgemalt. Danach folgte der Schutzanstrich mit Firnis, dies ist ein schnell trocknendes, farbloses Öl. Bei den Motiven hat Kraus auch versucht, die Größendimension der Originale einzuhalten.


Wer diese Eule entdecken will, muss genau hinsehen. /Foto: Schuster2021/05/baumbilderweg-osternohe-schlossberg-foto-udo-schuster_0005.jpg

So kann es nun sein, dass Meldungen über Wolfssichtungen die Redaktion erreichen: Aber keine Angst, dieser gemalte Wolf steht im Baum und kommt nicht näher. Genauso ist es mit dem Dachs, dem Fuchs, dem Eichhörnchen, dem Waschbären, dem Specht und den anderen Tieren. „Wenn man plötzlich Gnom und Zwerg gegenübersteht, dann weiß ich aber nicht, was passieren kann“, lacht der Künstler.

Malen seit der Schulzeit

Der gebürtige Röthenbacher hat zwar seine berufliche Laufbahn im Malerhandwerk begonnen, wechselte aber bald danach den Job und war als Industrieverkäufer weltweit unterwegs. Seine Leidenschaft, das Malen von Bildern, hatte er bereits in der Schulzeit für sich entdeckt. Über Seminare angeleitet, verfeinerte er seine Technik. Für jedermann sichtbar ist am Schnaittacher Marktplatz eine von ihm gestaltete Fassade eines ehemaligen Geschäftshauses, in der die Lebendigkeit seiner Malerei zum Ausdruck kommt.

Klaus Götz aus Neustadt/Aisch kam bei seiner Wanderung am Bild „Der Schrei“ an der Schlossbergruine vorbei. /Foto: Schuster | Foto: Schuster2021/05/baumbilderweg-osternohe-schlossberg-klaus-gotz-der-schrei-foto.jpg
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