Nach Entscheid in Schwaig

Auch Rückersdorf lehnt den Radschnellweg ab

Die Karte, die im Rahmen einer Machbarkeitsstudie 2017 vorgestellt wurde, zeigt die möglichen Verläufe von Radschnellwegen. Jetzt ging es um die obere Trasse durch Rückersdorf. | Foto: Planersocietät2019/12/Radschnellweg-Nurnberg-Ruckersdorf-Lauf0003-1200x884.jpg

RÜCKERSDORF — Die Beteiligung an der Planung und am Bau einer Radschnellverbindung zwischen Nürnberg und Lauf stand bereits in der November-Sitzung auf der Tagesordnung des Rückersdorfer Gemeinderats. Schon da zeichnete sich ab, dass die Mehrheit der Gemeinderäte dagegen ist, eine vier Meter breite Fahrspur für Radler durch Rückersdorf zu ziehen. So kam es jetzt auch am Donnerstag, als das Thema abschließend beraten wurde.

Laut CSU–Fraktion sei es nicht verständlich, warum Radler innerorts nicht langsamer fahren könnten. Alle Parteien waren sich einig, dass der Ausbau einer vier Meter breiten Spur in Rückersdorf unrealistisch sei. An bereits kritischen Stellen wie der Abzweigung Kirchgasse werde eine schnelle Durchfahrt ohne Ampel für alle Verkehrsteilnehmer, vor allem Fußgänger, zur Gefahr.

Kritik am Landratsamt

Trotzdem fanden sich auch Befürworter des neuen Radwegs, etwa Andreas Ellner (RUW). Er übernahm die Aufgabe, das genaue Konzept mit der zuständigen Vertreterin des Landkreises, Verena Loibl, zu besprechen und anschließend zu berichten. Zusammen waren Loibl und Ellner die vom Landkreis vorgeschlagene Strecke abgegangen. „Es hat sich gezeigt, dass die Planungen des Landkreises wichtige Verkehrspunkte nicht berücksichtigt hatten. Laut Loibl kommt außerdem eine Ampel an der Kirchgasse nicht in Frage, da die Fahrradfahrer so 15 Sekunden verlieren“, sagte Ellner.

Trotz Ellners grundsätzlicher Zustimmung zu dem Vorhaben bestätigte sein Bericht die Vorbehalte des restlichen Rückersdorfer Gemeinderats gegenüber dem neuen Fahrradweg. Die Fraktionen waren sich einig, dass das Ergebnis die hohen Kosten nicht rechtfertige. Deshalb lehnten sie die Beteiligung Rückersdorfs an der Planung des Radschnellweges ab.


Ebenfalls in dieser Woche hatte auch der Schwaiger Gemeinderat das Projekt abgelehnt (die Pegnitz-Zeitung berichtete) – dort stimmten nur die Grünen dafür, weiterzuplanen. „Ein Schnellweg hat für uns keine Priorität“, so Petra Oberhäuser (CSU).

Noch völlig offen ist, was das für das gesamte 18-Millionen-Euro-Vorhaben bedeutet. Auf eine Anfrage der Pegnitz-Zeitung antwortete die Staatsregierung nur ausweichend, das Landratsamt entgegnete, „Einzelmaßnahmen“ könnten trotzdem umgesetzt werden.

N-Land Andrea Beck
Andrea Beck