Röthenbacher Impfzentrum

Ansturm statt Flaute

An der Sulzbacher Straße in Röthenbach fährt der Betrieb nun allmählich wieder hoch. | Foto: Foto: Buchner-Freiberger/PZ-Archiv2021/11/Impfentrum_r_thenbach__Foto_Buchner_Freiberger_10002-crop-scaled.jpg

NÜRNBERGER LAND – Noch vor wenigen Tagen warb das Landratsamt, man solle einfach ohne Termin ins Röthenbacher Impfzentrum kommen – nach langen Schlangen am Mittwoch rät die Behörde davon jetzt dringend ab, wie eine Sprecherin sagt. „Der Andrang ist wieder richtig groß, deswegen werden wir wieder die Terminanmeldung als verpflichtend einführen“, sagte Iris Bitzigeio gestern im Gespräch mit der Pegnitz-Zeitung.

Wie in der ersten Jahreshälfte soll man sich im Internet unter impfzentren.bayern seinen Termin sichern. Wer damit Probleme hat, kann die Hotline der Malteser (0221/98229703) anrufen. Dann erhält man Hilfe bei der Registrierung.

Der Frust ist groß

Der Frust war in den letzten Tagen bei einigen Landkreisbewohnern groß, sie klagten sowohl über die lange Wartezeit am Mittwoch als auch über mangelnde Termine. So werde einem bei einem Anruf der Impfhotline mitgeteilt, dass aktuell keine Buchungen möglich seien, ärgerte sich gestern ein Leser. „Wenn die Termine voll sind, sind sie voll“, hieß es dazu aus dem Landratsamt.

Eine Leserin hatte versucht, online einen Termin für eine Verwandte auszumachen – erst war keiner verfügbar. Dann, als sie das Geburtsjahr mit 1940 angab, sei plötzlich ein Termin frei geworden, schildert die Frau. Gibt es Termine aktuell also nur für Betagte? „Mir ist von einer Priorisierung nichts bekannt“, erwidert Bitzigeio. Jeder, der den Abstand von sechs Monaten zur Zweitimpfung einhalten kann, könne sich seine Booster-Impfung abholen. Wenn man als erste Dosis den Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten hat, verkürzt sich der Mindestabstand auf vier Wochen.

Im Sommer war das Impfzentrum nicht gut ausgelastet, seit ein paar Wochen nehme die Nachfrage wieder zu, aber so richtig gestiegen sei sie erst vergangene Woche, so die Behördensprecherin. Sind die Malteser von dem Ansturm überrumpelt worden? „Man kann es schon so sagen“, sagt Bitzigeio.

Die Empfehlung der Politik, dass sich nicht nur alte Menschen, sondern jeder eine Booster-Impfung abholen sollten, sei überraschend gekommen. Die Malteser hätten im Sommer „viel Personal nach Hause geschickt und Verträge beendet“, nun würden sie Ärzte und andere Mitarbeiter neu einstellen, um die Kapazitäten wieder hochzufahren.

Für Bitzigeio wäre der plötzliche Ansturm vermeidbar gewesen. „Eine Menge Leute hätte einfach im Sommer entspannt kommen können“, findet sie. Den Einwand, dass die sechsmonatige Frist in vielen Fällen seinerzeit noch nicht abgelaufen war, lässt die Sprecherin nur teilweise gelten. Einige hätten schon früher kommen können.

Die Malteser haben angekündigt, die Impfzeiten ab Dezember weiter auszuweiten. Dann soll das Röthenbacher Impfzentrum vier Tage pro Woche betrieben werden. Geöffnet hat es mittwochs von 12 bis 20 Uhr sowie freitags von 8 bis 15.30 Uhr und ab kommender Woche auch dienstags von 8 bis 15.30 Uhr.

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