Motorrad-Oldtimer-Treffen

Legendäre Zweiräder der Hecker-Manufaktur faszinierten Altdorf

Die Gruppe der Oldtimer-Fahrer mit den Nachfahren des Firmengründers, Familie Scharold hinter Helge Siegner (Mitte). | Foto: Hungershausen2016/05/Hecker.jpg

ALTDORF – Das 25-jährige Jubiläum der Hecker-Motorrad-Interessengemeinschaft fand in Nürnberg, der Wirkungsstätte des Urgroßvaters der Familie Scharold aus Burgthann, Hans Hecker, statt. Hans Hecker war der Firmengründer der kleinsten Motorradfabrik in Nürnberg (1922–1956).

Die Teilnehmer des Jubiläumswochenendes übernachteten im Hotel „Silberhorn“ in Fischbach. Die erste Ausfahrt führte an den Happurger Stausee. In Altdorf wurde ein Zwischenhalt mit einer kurzen Stadtbesichtigung eingeschoben. Sieglinde Hungershausen führte die Gruppe nach einem kurzen Rundgang zur ehemaligen Universität und Helge Siegner von den Altstadtfreunden, ein ausgewiesener Fan und Kenner von alten Motorrädern, stellte sich als Bewacher der Maschinen zur Verfügung und begleitete den Tross ein Stück in Richtung Happurg. Den Abschluss des Tages bildete am späten Nachmittag der „Boxenstopp“ am Brückkanal in Feucht. Die älteste Hecker-Maschine, die in Altdorf zu sehen war, stammte aus dem Jahr 1930.

Die erste Etappe der Tour am nächsten Tag führte in die Imhoffstraße 24 in Nürnberg, in der ab 1922 im Hinterhof die erste Betriebsstätte der Hans Hecker Motorrad-Manufaktur angesiedelt war. Nach dem Mittagessen in einem Biergarten besichtigten die Teilnehmer der Hecker-IG das Museum Industriekultur und nahmen dort an einer privaten Führung zum Thema „Die Zweiradhochburg Nürnberg“ teil.

Das Nürnberger Unternehmen Hecker war Mitglied im Verband der Fahrrad- und Motorrad-Industrie und auch regelmäßig mit repräsentativen Messeständen auf der IFMA in Frankfurt am Main vertreten. Auch wenn Hecker-Motorräder deutschlandweit einen guten Ruf hatten und entsprechend gut verkauft wurden, konnte sicher nicht von einer „Motorrad-Fabrik“ gesprochen werden. Eher war es wohl eine Manufaktur, bei der jeder Mitarbeiter vielseitig einsetzbar sein musste.

Technische Denkmäler

Die Qualität der Fahrzeuge stellte Hecker immer wieder bei Sport-Veranstaltungen unter Beweis. Bei den damals sehr publikums- und werbewirksamen Zuverlässigkeitsfahrten errangen Hecker-Motorräder unter den Fahrern Hans Best, Heinrich Weitzer und Helmut Radke ungezählte, herausragende Erfolge.

Das alles konnte jedoch der Wirtschaftskrise und der damit einhergehenden Rezession der Zweirad-Industrie nicht standhalten.

Hecker schloss die Tore im Jahr 1956 für immer.

Die Hecker-Motorrad Interessengemeinschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Fahrzeuge der Motorradmanufaktur Hans Hecker Nürnberg als „technische Denkmäler“ zu erhalten und die Geschichte dieses Motorrad-Herstellers zu dokumentieren.

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