Nahwärmenetz kommt

Bio-Wärme für Eismannsberg

Vielfraß heißt die große Presse, über die Landwirt Andreas Schmidt seine Biogas-Anlage bei Eismannsberg mit Dung und nachwachsenden Rohstoffen füttert. | Foto: Archiv Blinten2019/12/Eismannsberg-Biogas.jpg

EISMANNSBERG – Ein „vorbildliches und zukunftsweisendes Konzept“ – diese Einschätzung war immer wieder in der Stadtrats-Diskussion zu hören, als es um das geplante Nahwärmenetz Eismannsberg ging. Dabei handelt es sich um ein geplantes Wärmenetz aus lokal erzeugter und umweltfreundlicher Energie, das von Andreas Schmidt angeregt wurde und auf große Resonanz im Altdorfer Ortsteil stößt.

Wie berichtet, produziert der Landwirt aus Oberndorf bei Offenhausen in der Nähe von Eismannsberg, wo er angepachtete Flächen bewirtschaftet, seit acht Jahren mit einer Biogas-Anlage Strom. Dabei entsteht Wärme, von der er nur ein Viertel für seinen Betrieb nutzen kann, der Rest geht verloren. Das ist Verschwendung, dachte sich Schmidt und fragte im Ort nach, wer Interesse an einer Nahwärmeversorgung hätte. Das Feedback war groß, an die 30 Haushalte würden mitziehen, schließlich ist der Preis für so erzeugten Strom neben der Umweltfreundlichkeit ein schlagendes Argument.

Bevor die nötigen Leitungen in die Haushalte verlegt werden können, muss das Anliegen aber in verschiedenen Gremien der Stadt abgesegnet werden. Mehrfach hat sich der Stadtrat bereits mit dem Thema befasst, auch in der November-Sitzung stand es wieder auf der Tagesordnung. Bisher hat der Stadtrat sich sehr wohlwollend dem Antrag gegenüber gezeigt, hieße es von Seiten der Verwaltung, auch Ausnahmen von geltenden Regeln seien gemacht worden.

Nahwärmenetz : Strenge Vorgaben

In der Sitzung wurde von den Verantwortlichen der Stadt, offensichtlich an die Adresse Schmidts, darauf hingewiesen, dass aus guten Gründen bei derartigen Vorhaben vom Bauherrn gewisse Vorgaben erfüllt werden müssen, die für Außenstehende nicht immer in jedem Punkt nachvollziehbar sind. Wenn die Maßnahme aber hieb- und stichfest die Anforderungen erfüllt, so bedeute dies auch Planungssicherheit und ein hohes Maß an Kalkulierbarkeit der Finanzen für den Bauwilligen.

Zuletzt wurde der Vertragsentwurf zur Gestattung der Nutzung öffentlicher Flächen juristisch geprüft, hieß es in der Sitzung, anschließend würden Detailfragen geklärt. Bei Problemen möge man sich doch direkt an die Verwaltung wenden, damit man zeitnah zu einem Vertragsabschluss kommen könnte.

Warten aufs „Okay“

Andreas Schmidt wollte sich im Gespräch mit dem Boten nicht weiter über eventuelle Probleme bei der Durchführung des Projekts äußern. Er wies lediglich darauf hin, dass am morgigen Donnerstag mit der Stadt über den Gestattungsvertrag gesprochen werde und sich dann entscheide, „ob das was wird oder nicht“.

Christa Wild nannte den „Knackpunkt beim Gestattungsvertrag“ die Wiederherstellung eines öffentlichen Weges, die man vom Betreiber des Netzes verlangt. „Das ist nicht tragbar, wir sollten uns alle noch einmal zusammensetzen und eine Lösung finden“, schlug sie vor.

Thomas Kramer riet, die Kommunikation zwischen dem Antragsteller Schmidt und der Verwaltung noch zu „vertiefen“, und Bürgermeister Erich Odörfer versprach, seinen Einfluss beim Wasserzweckverband Hammerbachtal, von dem noch ein positives Signal aussteht, geltend zu machen, um eine zeitnahe Zustimmung zu erwirken.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren