Der „Wahl-Krimi“ ist beendet

Bergmann ist nicht im Landtag

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NÜRNBERGER LAND — Ernst Bergmann von der SPD hat den Einzug in den Landtag ganz knapp verpasst. Nach einem Auszähl-Krimi lag erst gestern Abend kurz nach 18 Uhr das entscheidende Ergebnis aus Fürth vor. Der Altdorfer kommt demnach auf Platz acht der mittelfränkischen SPD-Kandidaten, sieben sind im Landtag. Damit wird das Nürnberger Land künftig nur noch mit einem Abgeordneten in München vertreten sein, nämlich mit Norbert Dünkel (CSU).

Ausgerechnet Fürth! Die Stadt, in der Ernst Bergmann beim Grünflächenamt arbeitet, ließ ihn gestern hängen. Wegen einer technischen Panne verzögerte sich zunächst die Auszählung deutlich. 438 Zweitstimmen aus der Kleeblattstadt erhielt der 51-Jährige am Ende, für den es noch am Nachmittag sehr gut ausgesehen hatte. Doch sein direkter Konkurrent um den letzten Platz in München, Harry Scheuenstuhl aus dem Stimmkreis Fürth-Land, kam in der Stadt Fürth auf 3249 Stimmen und lag damit am Ende rund 1300 Zähler vor Ernst Bergmann. Vor der Auszählung in Fürth hatte der Altdorfer noch mit 1439 Stimmen die Nase vor Scheuenstuhl gehabt.

Sieben Abgeordnete wird die SPD aus Mittelfranken nach München schicken, einen mehr als bisher. Bergmann war auf dem eigentlich aussichtsreichen sechsten Listenplatz gestartet. Doch sein Genosse Arif Tasdelen holte in Nürnberg-Nord derart viele Erststimmen, dass er sich vor den 51-Jährigen schob. 

„Riesig“, sei seine Enttäuschung, sagte Ernst Bergmann gestern Abend in einer ersten Reaktion gegenüber der PZ. In einer Sitzung des Altdorfer Stadtrats erreichte ihn die Hiobsbotschaft. „Nach dem tollen Ergebnis im Landkreis bin ich davon ausgegangen, dass es funktioniert“. Nun will er das nervenaufreibende Geschehen erst einmal sacken lassen… und sich dann auf die Kommunalwahl im März konzentrieren.

Schon wieder musste er eine Hängepartie durchstehen, nach der Altdorfer Bürgermeisterwahl im vergangenen Jahr, als ihm nur 68 Stimmen fehlten. Im Nürnberger Land hatte er immerhin gut vorgelegt, dort machten am Sonntag 19.000 Wähler ein Kreuzchen vor seinem Namen, mehr als bei seinem Vorgänger Thomas Beyer vor fünf Jahren, für den er so kurzfristig eingesprungen war (18.574). Allerdings war die Wahlbeteiligung auch höher, so dass es am Ende nur 25,9 statt der 27,4 Prozent für Beyer wurden.

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger / Andreas Sichelstiel