Exkursion nach Gnadenberg

Altstadtfreunde im Konventgebäude

Die Besucher aus Altdorf besichtigen im Konventgebäude den imposanten Dachstuhl. | Foto: Hungershausen2016/09/gnadIMG_0155.jpg

ALTDORF/GNADENBERG – Der Kulturhistorische Verein Gnadenberg setzte sich sehr für die Instandsetzung des Konventgebäudes des Klosters Gnadenberg ein und wurde für sein Engagement mit dem Denkmalpreis 2016 des Bezirks Oberpfalz ausgezeichnet. Das interessierte auch die Altdorfer Altstadtfreunde, die deshalb zu einer Exkursion nach Gnadenberg einluden. Dort wurden sie fachkundig durch das eindrucksvolle Konventgebäude geführt zu dessen Eingang man von der Straße aus hinuntersteigen muss. Übersichtliche Bild- und Texttafeln informieren die Besucher ohne die Raumwirkung zu beeinträchtigen.

Kloster Gnadenberg wurde 1426 von Pfalzgraf Johann I. von Neumarkt und seiner Gattin Katharina, der Tochter des Herzogs Wratislaw VII. von Pommern, gegründet. Katharina von Pommern-Stolp war von ihrer Großtante Margarethe I., Königin von Dänemark, Norwegen und Schweden erzogen worden. 1407 heiratete Katharina den Pfalzgrafen Johann von Neumarkt-Neunburg. 1430 kamen die ersten Mönche aus Dänemark in das als Doppelkloster angelegte Birgittenkloster Gnadenberg, ihnen folgten nach Fertigstellung der Gebäude die Nonnen fünf Jahre später.

Gnadenberg ist das erste Birgittenkloster in Süddeutschland. Der Ordensgründerin Birgitta von Schweden kommt in der Ausstellung im Obergeschoss eine besondere Bedeutung zu. „Gnadenberg kann als direkter Nachfolger des schwedischen Urklosters Vadstena, der Heimat der Klostergründerin, betrachtet werden. Der Birgittenorden und seine Gründung Gnadenberg sind somit europäischen Ursprungs.

Enge Beziehungen zu Altdorf

Noch heute stehen Orte mit birgittinischer Vergangenheit in Form der Societas-Birgitta-Europa, einer europäisch-kulturellen Gesellschaft, weltweit in Verbindung. Der Europagedanke, die für Bayern ungewöhnliche birgittinische Spiritualität und Architektur sowie das alltägliche Klosterleben der Gnadenberger Konventualen kommt in der Ausstellung zum Ausdruck“, so steht es auf der Webseite des Kulturhistorischen Vereins, der von Dr. Sandra Frauenknecht geleitet wird, die 2004 ein Buch über das Kloster Gnadenberg verfasst hat. Und Peter Morsbach informiert auf der Seite des Hauses der Bayerischen Geschichte (www.hdbg.eu): „Von Anbeginn an hatte das Kloster Gnadenberg enge Beziehungen zur Reichsstadt Nürnberg und dem nahen Altdorf. Reiche Schenkungen schufen einen beachtlichen Besitz.

Schon bald nach der Gründung traten Töchter aus Nürnberger Patrizierfamilien in das Kloster ein. Die Familie Fürer förderte Gnadenberg besonders. Sie beauftragte sogar Albrecht Dürer mit einem Gutachten zur Einwölbung und Dachung der Klosterkirche und stellte eine Äbtissin (Elisabeth Fürer, 1489-1509). Die Stadt Nürnberg hatte auch die Schutzhoheit über Gnadenberg.“
Der Ausflug in den Nachbarort wurde im Biergarten der gegenüberliegenden Gaststätte abgeschlossen.

Bis zum 15. Oktober ist das Konventgebäude samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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