Kultband Motto bei Oxx meets Esel

ABBA goes Altdorf

Wollmond zeigten mit ihrer Folk-Interpretation, dass ABBAs knalliger Disco-Pop auch gefühlvoll geht. | Foto: Caro Schaner2019/12/Wollmond-scaled.jpg

ALTDOF – 3000 Euro für wohltätige Zwecke, 31 Musiker, zehn Bands, davon sechs in mehreren Formationen. Auch in nüchternen Zahlen ausgedrückt beeindruckt die Altdorfer Benefiz-Kultweihnachtsfeier Oxx meets Esel, die dieses Jahr bereits zum fünften Mal im Altdorfer Brauhaus stattgefunden hat. Ein kleines Jubiläum also.

Spontan gab es dieses Jahr auch erstmals einen Live-Stream auf Facebook, damit auch die leer Ausgegangenen die Möglichkeit auf ein bisschen Oxx meets Esel-Feeling hatten.

ABBA 2.0

Dieses Jahr hatte man sich für das schwedische Pop-Quartett ABBA als Motto entschieden. Kaum einer kann sich der ungebremst guten Laune entziehen, welche die textlich oft schlichten Lieder aus der 70er-Jahre-Ära verbreiten. Das eigentlich Interessante ist, was die Altdorfer Bands mit ihren unterschiedlichen Vorlieben und Prägungen daraus machen:

Von folkig (Wollmond) und indie-rockig (Giftwood) über jazzig (Sidewinder) bis hin zu power-poppig (Onkel Betty, Dillberg) und hard-rockig (Tom Fool & Friends) erstrahlen die ABBA-Klassiker in Facetten, die man ihnen nicht unbedingt zugetraut hätte. Dillberg würzen Super Trouper mit einer Prise Reggae, Tom Fool konterkarieren ihre Hardrock-Version von Dancing Queen mit Drag-Outfits. Wollmonds Singer-Songwriter-Behandlung von Waterloo entrückt den Song gänzlich seines schunkelnden Mitsing-Charakters.

Giftwoods kantiges S.O.S., das eher klingt wie einer ihrer eigenen Songs, enthält allenfalls noch Spurenelemente des Schmalzes aus dem Original. Sidewinder spielen Name of The Game rein instrumental, wie im Club an der 52nd Street in New York, ein Tanz auf dem Hochseil zwischen freier Interpretation und Melodietreue. Farnbach & Spieß schicken mit ihrer Akustikbearbeitung von XYZ die Gedanken auf die Reise; und beweisen wie Sidewinder, dass es bei ABBA manchmal gar keinen Gesang braucht.

Glitzernd wie eine Diskokugel

„Thank you for the music“: Zum krönenden Abschluss kommen alle 31 Musiker auf die Bühne. Foto: Caro Schaner2019/12/Finale-scaled.jpg

Das Publikum feiert diese Interpretationen genauso begeistert wie jene, die näher an den Originalen bleiben und den Fokus auf Vokalarrangements und Tanzbarkeit legen: Take a Chance on Me gelingt trotz der hohen Messlatte dank der instrumentalen wie gesanglichen Fertigkeiten von Torpedo Dreiklang und Bea Weber. Und Bobmila zeigten, dass Gimme Gimme Gimme im Grunde eine Steilvorlage für Mila Fischers Stimme, ihre Bratsche und den drängenden Beat der Band ist. Beide Ansätze funktionieren wunderbar, die stilistische Vielfalt glitzert bunt wie eine Disco-Kugel.

Daneben spielen viele Formationen auch Stücke aus eigener Feder, darunter Grooviges (Giftwood), Nachdenkliches (Wollmond), Rockiges (Tom Fool & Friends, Dillberg) und New-Waviges (Bobmila). Onkel Betty präsentieren Billy Joel-Songs mit deutschem Text – keine Übersetzungen, sondern Neudichtungen. Nach diversen Wechseln und Crossovers zwischen den Bandbesetzungen, standen alle 31 Musizierenden zusammen auf der Bühne, für die unvermeidlichen Abbasongs Mamma Mia und Thank You For The Music.

3000 Euro für gute Zwecke

Freuten sich sehr über die Spenden: Arvid Feldhof von der Oase Hersbruck, Markus Noltemeier und Daniela Rupprecht von Im Fahrtwind und Kristin Erhard vom Therapiehof Leila in Röthenbach. Foto: Caro Schaner2019/12/Spendenscheckuebergabe-scaled.jpg

Da die Musiker auf ihre Gage verzichteten, kamen dieses Jahr insgesamt 3000 Euro für wohltätige Zwecke zusammen: 1000 Euro bekam die OASE – Hilfe für Menschen in Not. In den vergangenen 15 Jahren galt ihre Hilfe Menschen in Rumänien, Ungarn, Russland, Ukraine, Kroatien, Bosnien, Serbien, Kosovo und Deutschland. Weitere 1000 Euro gingen an den Verein Im Fahrtwind aus Feucht. Ein gemeinnütziger Verein der von einigen Bikern, Motorradinteressierten und Eltern von Kindern mit Behinderungen ins Leben gerufen wurde, um Fahrten mit Motorrädern, Gespannen und Trikes für Menschen mit Behinderungen und für Kinder zu veranstalten um ihnen Freude und ein Lächeln zu schenken. Und nochmal 1000 Euro gingen an den Therapiehof Leila in Röthenbach. Er bietet Menschen mit und ohne Behinderung die Möglichkeit, Pferden in ihrem natürlichen Umfeld zu begegnen.

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